Video-Identifikation im Online-Casino

Fabian Cattaneo
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026, 17:13
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Video-Identifikation ist ein Verfahren, bei dem eine Person ihre Identität in einem live geführten Videogespräch nachweist: Sie hält einen amtlichen Ausweis in die Kamera, und eine geschulte Mitarbeiterin gleicht Dokument und Gesicht in Echtzeit ab. Im Online-Casino ist sie eine von mehreren Formen der KYC-Prüfung. Der Begriff stammt in der Schweiz aus dem Finanzbereich, wo die FINMA die Videoidentifizierung unter bestimmten Bedingungen der persönlichen Vorsprache am Schalter gleichstellt. Für Spielerinnen und Spieler zählt vor allem, wann die Prüfung fällig wird und was sie mit der Auszahlung zu tun hat.

Video-Identifikation

So läuft eine Video-Identifikation ab

Den Rahmen in der Schweiz setzt das FINMA-Rundschreiben 2016/7 «Video- und Online-Identifizierung». Es richtet sich an Finanzintermediäre wie Banken und Zahlungsdienstleister, prägt aber auch, was man im Markt unter einem sauberen Video-Ident versteht.

Was die FINMA verlangt

Das Gespräch findet in Echtzeit statt, eine vorab aufgenommene Sequenz genügt nicht. Bevor es beginnt, muss die Person ausdrücklich einwilligen, dass sie per Video identifiziert und dabei aufgezeichnet wird. Während des Gesprächs liest die Software die maschinenlesbare Zone des Ausweises aus, die sogenannte MRZ, und die Mitarbeiterin prüft optisch variable Merkmale wie das Kinegramm, das sich beim Kippen des Dokuments verändert. Zusätzlich entstehen Lichtbilder vom Ausweis und von der Person, die mit dem Foto im Dokument verglichen werden. Zum Schluss wird die Identität über eine Transaktionsnummer (TAN) oder ein ähnliches Verfahren bestätigt.

Das gesamte Gespräch wird als Audio aufgezeichnet und archiviert.

Im Oktober 2026 hat die FINMA das Rundschreiben teilrevidiert, die Änderungen gelten ab dem 1. November 2026. Mit der Revision werden Ausweise mit QR-Code, etwa der Schweizer Führerausweis, denen mit MRZ gleichgestellt.

Wo Schweizer Spieler dem Video-Ident begegnen

Wer in einem Online-Casino mit Schweizer Konzession spielen will, braucht ein Spielerkonto. Eröffnet wird es nur, wenn die Person volljährig ist, in der Schweiz wohnt oder sich gewöhnlich hier aufhält und weder gesperrt ist noch einem Spielverbot unterliegt.

Provisorisch darf das Konto bereits mit Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse starten. Spätestens einen Monat danach muss die Veranstalterin die Identität überprüfen. Als Nachweis nennt Artikel 49 der Geldspielverordnung die Kopie eines amtlichen Ausweises, eine elektronische Identität oder ein anderes gleichwertiges Mittel, das die Aufsichtsbehörde zulässt.

Das Wort Video kommt in dieser Liste nicht vor.

Ob ein Casino den Ausweis per Upload, im Videogespräch oder über eine elektronische Identität entgegennimmt, entscheidet deshalb der Anbieter, und die Praxis unterscheidet sich von Haus zu Haus. Was ich zuerst prüfe, ist darum weniger das Verfahren als der Zeitpunkt. Solange die Identität nicht bestätigt ist, bleibt das Konto provisorisch, und wer die Prüfung erst anstösst, wenn ein Gewinn darauf liegt, verliert im ungünstigen Fall Zeit bei der Auszahlung. Das Geld ist dann zwar nicht weg, aber eben auch nicht bei Ihnen.

Bei Anbietern ohne Schweizer Konzession gilt das alles nicht. Die ESBK hält fest, dass auf solchen Plattformen weder der Sozialschutz greift noch die Auszahlung eines Gewinns garantiert ist, und eine noch so gründliche Video-Identifikation ändert daran nichts.

Video-Ident, Online-Ident und Ausweis-Upload

Video-Identifikation wird oft mit der Online-Identifizierung gleichgesetzt, die das FINMA-Rundschreiben getrennt regelt. Beim Video-Ident sitzt am anderen Ende ein Mensch, der das Gespräch führt, während die Person bei der Online-Identifizierung Ausweis und Gesicht ohne Live-Gespräch erfasst. Für diesen zweiten Weg sieht die revidierte Fassung neu eine Liveness Detection vor, weil künstlich erzeugte Bilder ein wachsendes Risiko darstellen.

Noch einfacher ist der Upload einer Ausweiskopie, den die Geldspielverordnung ausdrücklich zulässt. Rechtlich ist das keine Video-Identifikation, auch wenn manche Casinos beides unter dem Menüpunkt «Verifizierung» zusammenfassen.

Was das für Zahlungen bedeutet

Ein verbreiteter Irrtum lautet, wer bei der Bank oder beim E-Wallet schon per Video identifiziert wurde, sei damit auch im Casino geprüft. Die Pflicht aus der Geldspielverordnung trifft aber die Veranstalterin selbst, und eine Prüfung bei Ihrer Bank ersetzt sie nicht automatisch.

Umgekehrt beschleunigt eine abgeschlossene Video-Identifikation keine Banküberweisung und senkt keine Gebühr.

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