Ohio stuft zehn Prognosemärkte als unlizenzierte Sportwettenanbieter ein

Arben Gashi
Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2026, 15:21
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Die Ohio Casino Control Commission hat zehn Betreibern von Prognosemärkten und Brokern untersagt, Personen in Ohio weiterhin Ereigniskontrakte auf Sportereignisse anzubieten. Die Unterlassungsaufforderungen sind auf den 2. Oktober 2026 datiert und wurden von der Interimsdirektorin Andromeda Morrison unterzeichnet.

Empfänger sind unter anderem Polymarket, Robinhood, Coinbase und Underdog. Nach Auffassung der Behörde betreiben die Unternehmen Sportwetten ohne die dafür nötige Lizenz des Bundesstaats.

Jedes Unternehmen musste innerhalb von 14 Tagen schriftlich bestätigen, dass es die Angebote eingestellt hat. Die Frist dafür setzte die Behörde auf den 16. Oktober 2026 fest.

Ohio verbietet zehn Prognosemärkten Sportwetten als unlizenzierte Wettanbieter

Zehn Empfänger, ein gleichlautender Vorwurf

Die Schreiben gingen an Underdog, Gemini Titan, Coinbase, ProphetX, Novig, Robinhood Derivatives, die US-Gesellschaft von Polymarket, Plus500US Financial Services, Moomoo Financial und Webull Financial. Für neun von ihnen war es die erste Aufforderung dieser Art.

Bei Robinhood liegt der Fall anders: Das Schreiben an dessen externe Anwälte bekräftigt eine Unterlassungsaufforderung, welche die Kommission bereits am 31. März 2025 erlassen hatte. Robinhood hatte damals argumentiert, die Kontrakte seien Swaps und Bundesrecht gehe den Regeln von Ohio vor. Die Kommission stellte ihre Durchsetzung daraufhin zurück, solange die Gerichte über die Klage von Kalshi entschieden.

Kalshi selbst, dessen Klage das Berufungsurteil auslöste, gehörte nicht zu den Empfängern.

Inhaltlich folgen die Briefe einer gemeinsamen Vorlage. Ein Sportkontrakt bilde ab, welches Team nach Ansicht einer Person gewinnt oder ob ein Team oder ein Spieler bestimmte statistische Werte erreicht, und am Ende werde aufgrund des Resultats Geld gewonnen oder verloren. «Plainly stated», so die Schlussfolgerung der Behörde, betreibe das jeweilige Unternehmen Online-Sportwetten.

Berufungsurteil als Grundlage, Strafen bei Verstoss

Die Kommission stützt sich auf das Urteil des 6. US-Bundesberufungsgerichts vom 25. September 2026 im Verfahren KalshiEx LLC v. Schuler. Gemäss der Behörde hielt das Gericht fest, dass der Commodity Exchange Act auf diese Sportkontrakte weder anwendbar ist noch das Sportwettenrecht von Ohio verdrängt. Das Urteil bestätigte einen Entscheid des Bezirksgerichts vom 9. März 2026 zum Antrag von Kalshi auf eine einstweilige Verfügung.

Wer in Ohio Sportwetten anbietet, braucht eine Lizenz der Kommission, und keines der zehn Unternehmen besitzt eine.

Was den Unternehmen droht

Laut den Schreiben ist unlizenziertes Anbieten von Sportwetten in Ohio ein Verbrechen und gilt zudem als Buchmacherei oder deren Förderung im Sinne des Strafrechts. Die Online-Inhalte der Firmen, einschliesslich ihrer Websites, stuft die Behörde als zu beseitigenden Missstand ein. Zusätzlich kann sie eine zivilrechtliche Busse verlangen, die dem Geld entspricht, das die Unternehmen mit den Kontrakten bei Personen in Ohio eingenommen haben.

Die Forderung richtet sich ausdrücklich auch an Vermittler. Untersagt ist das Annehmen von Aufträgen für Sportkontrakte, die an bundesrechtlich zugelassenen Kontraktmärkten gelistet sind, ebenso der Betrieb eines Brokers oder einer Börse, die solche Kontrakte Personen in Ohio anbietet. Damit sind Brokerage-Apps erfasst, die Kundschaft an Börsen anderer Firmen weiterleiten. Bei Nichtbefolgung nennen die Briefe administrative, zivilrechtliche, strafrechtliche Schritte sowie Massnahmen wegen Missstands; belangt werden könnten laut Kommission auch leitende Personen, Verwaltungsräte und Muttergesellschaften.

Gouverneur Mike DeWine hatte nach dem Urteil erklärt, solche Prognosemärkte seien «really gambling, nothing more than that». Legal bleiben Sportwetten in Ohio damit nur bei Anbietern mit einer Lizenz der Kommission.

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