Beide Teams treffen (BTTS)
«Beide Teams treffen» ist eine Fussballwette mit zwei Ausgängen: Ja gewinnt, wenn jede Mannschaft mindestens ein Tor erzielt, Nein gewinnt, wenn mindestens eine Mannschaft torlos bleibt. Wer das Spiel gewinnt und wie viele Tore insgesamt fallen, spielt für die Abrechnung keine Rolle. Ein 1:1 zählt für Ja genauso wie ein 4:3, ein 0:0 für Nein genauso wie ein 5:0. Im Wettangebot steht der Markt oft unter dem englischen Kürzel BTTS für «Both Teams To Score», gelegentlich auch als BTS oder B2S.

Welche Tore für die Abrechnung zählen
Abgerechnet wird beim Standardmarkt auf die reguläre Spielzeit, also 90 Minuten inklusive der Nachspielzeit, die der Schiedsrichter anhängt. Tore aus der Verlängerung und aus dem Penaltyschiessen fliessen nicht ein, solange der Markt nicht ausdrücklich anders beschriftet ist.
Massgebend ist das offizielle Resultat.
Ein Treffer, den der VAR wegen Abseits oder Foul aberkennt, existiert für die Wette deshalb nicht. Ein Eigentor dagegen wird der Mannschaft gutgeschrieben, die im Spielstand davon profitiert, und kann damit ein «Ja» entscheiden. Wer sich über den Treffer eines Verteidigers ins eigene Netz ärgert, sollte das vor dem Abschluss wissen.
Weniger einheitlich ist der Umgang mit Spielabbrüchen, und hier lohnt der Blick in die Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters. Verbreitet ist die Regel, dass eine Wette bestehen bleibt, wenn ihr Ausgang beim Abbruch bereits feststand: Haben zu diesem Zeitpunkt schon beide Teams getroffen, ist «Ja» entschieden, während ein offenes «Nein» meist annulliert und der Einsatz zurückerstattet wird. Einen gemeinsamen Standard aller Buchmacher gibt es dafür nicht. Bei Kombiwetten wird eine annullierte Auswahl in der Regel mit Quote 1,00 gerechnet, die übrigen Tipps laufen weiter.
Was die Quote über Wahrscheinlichkeit und Marge verrät
Jede Dezimalquote lässt sich in eine implizite Wahrscheinlichkeit umrechnen, indem man 1 durch die Quote teilt. Eine Quote von 2,00 entspricht so 50 Prozent, eine Quote von 1,80 rund 55,6 Prozent.
Bei einem zweiseitigen Markt verrät die Summe beider Seiten die Buchmachermarge. Angenommen, ein Anbieter bietet «Ja» zu 1,80 und «Nein» zu 2,00 an: Dann ergeben 55,6 Prozent plus 50,0 Prozent zusammen 105,6 Prozent, und die rechnerische Auszahlungsquote liegt bei 1 geteilt durch 1,056, also bei etwa 94,7 Prozent. Die fehlenden gut fünf Prozent sind der Anteil, den der Buchmacher über viele Wetten einbehält, gleichgültig, welche Seite gewinnt.
Genau deshalb ist «Value» als Werbeversprechen mit Vorsicht zu lesen.
Eine Quote ist nur dann günstig, wenn die tatsächliche Wahrscheinlichkeit höher liegt als die implizite, und diese tatsächliche Wahrscheinlichkeit kennt niemand verlässlich. Statistiken über Torquoten vergangener Spiele helfen bei der Einschätzung, sie heben die Marge aber nicht auf. Wer viele solcher Wetten abschliesst, landet im Durchschnitt bei der Auszahlungsquote des Marktes und nicht darüber. Prognosen zu einzelnen Partien gibt es auf dieser Seite bewusst nicht.
Womit «Beide Teams treffen» verwechselt wird
Am häufigsten wird der Markt mit den Über/Unter-Wetten auf die Torsumme gleichgesetzt, obwohl beide etwas anderes messen. Over/Under zählt alle Tore zusammen, «Beide Teams treffen» fragt nur, ob auf beiden Seiten der Anzeigetafel mindestens eine Eins steht.
Ein 3:0 gewinnt «Über 2,5 Tore» und verliert «Beide Teams treffen: Ja». Ein 1:1 verhält sich genau umgekehrt.
Enger ist die Beziehung zu «Über 1,5 Tore», denn wenn beide Teams treffen, sind zwangsläufig mindestens zwei Tore gefallen. Jedes Resultat, das «Ja» gewinnt, gewinnt deshalb auch «Über 1,5», während ein 2:0 nur die Torsummenwette gewinnt. Die Quote für «Über 1,5» kann darum bei sauber gestellten Märkten nicht höher liegen als jene für «Ja».
Daneben führen viele Anbieter Varianten, die auf den ersten Blick gleich heissen. «Beide Teams treffen: 1. Halbzeit» oder «2. Halbzeit» werten nur die Tore des gewählten Abschnitts, ein 1:0 vor der Pause und ein 0:1 danach ergeben also für keine der beiden Halbzeitwetten ein «Ja». Kombinierte Märkte wie «Beide Teams treffen und Sieg Heimteam» verlangen zusätzlich den richtigen Sieger, was die Quote erhöht und die Trefferwahrscheinlichkeit senkt. Im Eishockey gibt es den Markt ebenfalls, wobei auch dort die Bedingungen festlegen, ob Overtime und Penaltyschiessen mitzählen.
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