1X2 – die Dreiwegwette

Arben Gashi
Zuletzt aktualisiert am 5. October 2026, 09:33
  • Strategie
  • Umsatzbedingungen

1X2 ist die Dreiwegwette auf den Ausgang eines Spiels: «1» steht für einen Sieg des Heimteams, «X» für ein Unentschieden und «2» für einen Sieg des Gastteams. Swisslos führt sie bei Sporttip ausdrücklich unter dem Namen 3-Weg-Wette. Gewertet wird in aller Regel das Resultat nach der regulären Spielzeit, im Fussball also nach 90 Minuten plus Nachspielzeit. Weil jeder der drei Ausgänge eine eigene Dezimalquote trägt, lässt sich an diesem Markt besonders gut ablesen, wie viel Marge der Buchmacher einbaut.

1X2

Was 1, X und 2 auf dem Wettschein bedeuten

Die drei Zeichen beziehen sich immer auf die Reihenfolge, in der das Spiel aufgeführt ist. Das zuerst genannte Team trägt die «1», auch wenn eine Partie auf neutralem Platz stattfindet.

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Wertung. Bei der normalen 1X2-Wette zählt das Resultat nach der regulären Spielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen fliessen nicht ein. Wer in einem Cupspiel auf «1» setzt, verliert die Wette also bereits beim Stand von 1:1 nach 90 Minuten, auch wenn das Heimteam später in der Verlängerung gewinnt. Für das Weiterkommen bieten viele Anbieter einen separaten Markt an, und wie dieser heisst und abgerechnet wird, steht jeweils in den Wettregeln des einzelnen Anbieters.

Das «X» braucht eine Sportart, in der ein Remis überhaupt vorkommt.

Wo der Markt auftaucht

Im Fussball ist 1X2 der Standardmarkt, ebenso im Eishockey, sofern die Wertung nach 60 Minuten erfolgt. Für Tennis bietet Sporttip stattdessen die 2-Weg-Wette an, bei der nur «1» oder «2» möglich ist. Häufig gibt es 1X2 zusätzlich für die erste Halbzeit, dann zählt nur der Pausenstand.

Wie sich Quoten und Marge im 1X2-Markt berechnen

Jede Dezimalquote lässt sich in eine implizite Wahrscheinlichkeit umrechnen, indem man 1 durch die Quote teilt. In einem fairen Markt ergäben die drei Werte zusammen genau 100 Prozent.

Das tun sie nie.

Ein frei gewähltes Beispiel mit den Quoten 2,20 für «1», 3,30 für «X» und 3,40 für «2» ergibt 45,5 + 30,3 + 29,4 = 105,2 Prozent, die überzähligen 5,2 Prozentpunkte sind die Buchmachermarge. Umgekehrt gerechnet zahlt dieser Markt über alle drei Ausgänge im Schnitt 1 / 1,052, also rund 95,1 Prozent der Einsätze wieder aus. Rechnet man die Marge proportional heraus, lägen die fairen Quoten bei etwa 2,31, 3,47 und 3,58.

Wie hoch die Marge tatsächlich ausfällt, unterscheidet sich zwischen Anbietern, Ligen und dem Zeitpunkt vor oder während des Spiels; einen festen Wert gibt es nicht, und genau deshalb lohnt sich die Rechnung bei jedem Markt aufs Neue. Was ich zuerst prüfe, ist darum die Summe der drei Kehrwerte und nicht die Höhe einer einzelnen Quote. Eine auffällig hohe Quote auf das Heimteam sagt wenig, wenn das Unentschieden dafür entsprechend knapp bemessen ist.

Wird eine Quote als «Value» beworben, ändert das an dieser Summe nichts. Über viele Wetten hinweg bleibt der eingebaute Vorteil beim Buchmacher, solange Sie in Märkten mit mehr als 100 Prozent Summe wetten.

Womit die 1X2-Wette häufig verwechselt wird

Am nächsten verwandt ist die Doppelte Chance, die zwei der drei Ausgänge in einer Wette zusammenfasst. Die Kombination «1X» gewinnt bei Heimsieg oder Unentschieden, «X2» bei Unentschieden oder Auswärtssieg, und «12» verliert nur bei einem Remis. Weil zwei Ausgänge abgedeckt sind, liegen diese Quoten deutlich tiefer als die Einzelquoten des 1X2-Markts.

Draw No Bet funktioniert anders. Dort setzt man auf ein Team, und bei einem Unentschieden wird der Einsatz zurückerstattet, statt dass die Wette gewinnt oder verliert. Die 2-Weg-Wette wiederum kennt gar kein «X» und ist deshalb nicht einfach eine 1X2-Wette mit gestrichenem Remis.

Eine letzte Verwechslung betrifft den Inhalt: 1X2 beschreibt nur die Wettart und ist keine Empfehlung, welches Zeichen man spielen soll – Tipps auf einzelne Spiele gibt es auf dieser Seite bewusst nicht.

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