Britische Glücksspielbehörde: Drei landbasierte Casinobetreiber zahlen 5 Millionen Pfund
Die britische Glücksspielaufsicht Gambling Commission hat am 7. Oktober 2026 eine Einigung mit drei landesweit tätigen Casinobetreibern bekanntgegeben. Die drei Gesellschaften gehören zu einem börsenkotierten britischen Konzern und betreiben zusammen 51 Casinos in Grossbritannien.
Sie zahlen 5 Millionen Pfund, nachdem eine Untersuchung der Behörde Verstösse gegen Pflichten zur Geldwäschereiprävention und zum Spielerschutz festgestellt hatte. Zusätzlich müssen sich die Betreiber einer Prüfung durch eine externe Drittpartei unterziehen. Diese soll klären, ob die Richtlinien, Verfahren und Kontrollen gegen Geldwäscherei und für sichereres Spielen inzwischen wirksam umgesetzt werden.

Mängel bei der Geldwäschereiprävention
Die Gambling Commission listet in ihrer Mitteilung vier Verstösse im Bereich Anti-Money-Laundering auf. Der erste betrifft die internen Richtlinien selbst: Die Betreiber hatten diese nicht an die Änderungen der britischen Money Laundering Regulations von 2020 angepasst.
Weiter erlaubten die Richtlinien, Verfahren und Kontrollen uneinheitliche Entscheide bei Kunden mit erhöhtem Geldwäschereirisiko. Unklare Vorgaben führten dazu, dass Kunden mit hohem Risiko falsch eingestuft wurden. Zudem setzten Kunden Mittel aus risikoreichen Quellen ein, ohne dass diese angemessen geprüft wurden.
Den vierten Punkt formuliert die Behörde ausdrücklich: Erweiterte Sorgfaltsprüfungen bei Kunden unterblieben auch dort, wo die eigenen Richtlinien der Betreiber sie verlangt hätten.
Fehlende Interaktionen zum Spielerschutz
Im Bereich Social Responsibility nennt die Aufsicht drei konkrete Kundenfälle. In einem Fall verlor ein Kunde 50’000 Pfund, ohne dass das Personal in diesem Zeitraum eine Interaktion zum sichereren Spielen führte.
Ein weiterer Kunde gewann in kurzer Zeit rund 260’000 Pfund und verlor danach innerhalb von zwölf Tagen etwa 250’000 Pfund. Für diesen Kunden liegt laut der Behörde keine Aufzeichnung einer Interaktion zum Spielerschutz vor.
Der dritte Fall betrifft eine Person, die nach einer Phase der Selbstsperre zurückkehrte. Eine Interaktion fand erst statt, nachdem sie 25’000 Pfund verloren hatte.
Die Behörde veröffentlichte diese Fälle ohne Angaben zur Identität der Kunden oder zu den betroffenen Standorten.
Verwendung des Geldes und Warnung der Aufsicht
Der gesamte Betrag von 5 Millionen Pfund fliesst gemäss Mitteilung in den Consolidated Fund der britischen Regierung. Im öffentlichen Register führt die Behörde den Entscheid vom 7. Oktober 2026 als Settlement mit öffentlicher Erklärung, Übernahme der Behördenkosten und einer Zahlung anstelle einer Busse.
Sue Young, Executive Director of Operations der Gambling Commission, wies darauf hin, dass grössere Verfahren oft mit Online-Glücksspiel in Verbindung gebracht würden. Die Risiken bei Geldwäscherei und Spielerschutz seien im landbasierten Sektor jedoch ebenso real. Sie riet allen Betreibern mit physischen Standorten, den Fall genau zu prüfen, um kostspielige Massnahmen der Aufsicht zu vermeiden.
Der Mutterkonzern hatte für die vorgeschlagene Einigung nach eigenen Angaben 5 Millionen Pfund in seiner Jahresrechnung zurückgestellt. Gegenüber Investoren erklärte er, die Zahlung betreffe frühere Vorgänge, und die Korrekturmassnahmen seien inzwischen weitgehend abgeschlossen worden.


