Auszahlbarer Bonus
Ein auszahlbarer Bonus ist Bonusguthaben, das nach erfüllten Umsatzbedingungen vollständig in Echtgeld übergeht und samt Gewinnen ausbezahlt werden kann. Sein Gegenstück ist der Sticky Bonus, bei dem nur die Gewinne bleiben und der Bonusbetrag bei der Auszahlung abgezogen wird. Im Englischen heisst er oft «cashable» oder «non-sticky», wobei die Anbieter diese Begriffe nicht einheitlich verwenden. Entscheidend ist deshalb nie das Etikett, sondern die Klausel in den Bonusbedingungen, die festlegt, was am Ende tatsächlich auf Ihrem Konto landet.

So rechnen Sie einen auszahlbaren Bonus durch
Nehmen wir einen Einzahlungsbonus von 100 Prozent auf die Einzahlung, bis CHF 100. Sie zahlen CHF 100 ein und erhalten CHF 100 Bonus, das Konto zeigt also CHF 200, und die Bedingungen verlangen einen 35-fachen Umsatz auf den Bonusbetrag.
Der Rechenweg ist kurz: CHF 100 Bonus mal 35 ergibt CHF 3’500 Einsatz, bevor irgendetwas freigegeben wird. Steht in den Bedingungen hingegen «35-facher Umsatz auf Bonus und Einzahlung», verdoppelt sich die Summe auf CHF 7’000, obwohl der Faktor gleich aussieht.
Angenommen, nach dem Umsatz stehen noch CHF 260 auf dem Konto. Beim auszahlbaren Bonus können Sie die vollen CHF 260 auszahlen lassen, beim Sticky Bonus zieht der Anbieter die CHF 100 Bonus ab, und es bleiben CHF 160.
Der Unterschied zwischen beiden Varianten beträgt also exakt den Bonusbetrag von CHF 100.
Ob Sie die CHF 3’500 überhaupt erreichen, hängt allerdings an weiteren Klauseln, die im Werbebanner nie stehen: Slots zählen meist voll zum Umsatz, Tischspiele dagegen oft nur zu einem Bruchteil oder gar nicht. Ein Schweizer Vergleichsportal nennt für ein konzessioniertes Casino etwa 30-fachen Umsatz bei Slots und 300-fachen bei RNG-Tischspielen, was denselben Bonus je nach Spiel zehnmal teurer macht.
Wo Ihnen die Klausel in den Bedingungen begegnet
Die Bezeichnung «auszahlbar» steht selten auf der Aktionsseite, denn Sie finden die entscheidende Regel in den Bonusbedingungen, häufig im Abschnitt über Auszahlungen oder über die Umwandlung von Bonusguthaben in Echtgeld.
Sinngemäss lautet die Klausel beim auszahlbaren Bonus etwa so: Nach Erfüllung der Umsatzbedingungen wird das Bonusguthaben dem Echtgeldguthaben gutgeschrieben. Beim Sticky Bonus heisst es stattdessen, der Bonusbetrag werde bei der Auszahlung vom Guthaben abgezogen. Dieser eine Nebensatz kostet Sie im Beispiel oben genau CHF 100.
Was ich zuerst prüfe, ist die Reihenfolge, in der Echtgeld und Bonusgeld verbraucht werden. Viele nicht klebende Boni führen zwei getrennte Guthaben: Zuerst spielen Sie mit Ihrer Einzahlung, und Gewinne daraus bleiben auszahlbar, solange der Bonus noch nicht angetastet ist. Erst wenn das Echtgeld aufgebraucht ist, kommt das Bonusguthaben ins Spiel. Wer in dieser Phase eine Auszahlung beantragt, verliert in der Regel den offenen Bonus, und manche Anbieter streichen dabei auch die bereits erzielten Bonusgewinne.
Hinzu kommen Fristen und Gewinnobergrenzen, die auch einen auszahlbaren Bonus wieder begrenzen können.
Womit der Begriff häufig verwechselt wird
Die häufigste Verwechslung betrifft das englische «cashable». Manche Seiten setzen es mit non-sticky gleich, andere meinen damit einen Bonus, der ganz ohne Umsatz auszahlbar ist. Einen verbindlichen Standard gibt es nicht, und die Praxis der Anbieter weicht hier voneinander ab.
Auch der Bonus «ohne Umsatzbedingungen» ist etwas anderes: Ein solcher Bonus, etwa ein Cashback in Echtgeld, ist sofort auszahlbar, während der klassische auszahlbare Bonus erst nach dem verlangten Umsatz frei wird. Freispiele wiederum erzeugen meist Bonusgewinne, für die eigene Umsatzregeln gelten.
Ist ein auszahlbarer Bonus also automatisch der bessere? Nicht zwingend. Ein Sticky Bonus mit tiefem Umsatzfaktor und ohne Gewinnobergrenze kann am Ende mehr Echtgeld abwerfen als ein auszahlbarer Bonus mit 50-fachem Umsatz auf Bonus plus Einzahlung und einer Obergrenze von CHF 200. Deshalb taugt auch keine Rangliste nach Bonushöhe als Entscheidungsgrundlage; vergleichbar wird ein Angebot erst, wenn Sie den Umsatz in Franken ausgerechnet und die Abzugsklausel gelesen haben.
Die Bonushöhe allein sagt über den Wert in Franken erstaunlich wenig aus.
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