Check, Call, Raise, Fold im Poker
Check, Call, Raise und Fold sind die vier Grundaktionen einer Setzrunde im Poker: Check heisst schieben ohne Einsatz, Call das Ausgleichen eines offenen Betrags, Raise das Erhöhen darüber hinaus und Fold das Aufgeben der Hand samt allem, was bereits im Pot liegt. Welche der vier gerade erlaubt ist, hängt allein davon ab, ob in der laufenden Runde schon jemand gesetzt hat. Die Begriffe bleiben auch im deutschsprachigen Poker meist englisch und stehen so auf den Buttons der Pokersoftware.

So funktionieren die vier Aktionen in einer Setzrunde
Entscheidend ist der offene Betrag, also die Differenz zwischen dem höchsten Einsatz der Runde und dem, was ein Spieler selbst schon beigesteuert hat. Liegt dieser Betrag bei null, stehen Check und Bet zur Wahl. Sobald jemand gesetzt hat, bleiben nur noch Fold, Call oder Raise.
Eine Setzrunde endet, wenn alle verbliebenen Spieler gleich viel eingesetzt haben oder alle gecheckt haben.
Wie hoch ein Raise mindestens sein muss
Im No-Limit- und Pot-Limit-Poker gilt nach den heute üblichen Regeln: Eine Erhöhung muss mindestens so gross sein wie der vorherige Einsatz oder die vorherige Erhöhung derselben Runde. Gerechnet wird mit dem Erhöhungsschritt, nicht mit dem Gesamtbetrag. Bei Blinds von 1/2 ist der kleinste Raise vor dem Flop deshalb der auf 4. Erhöht danach jemand von 4 auf 10, beträgt der Schritt 6, und der nächste Re-Raise muss auf mindestens 16 gehen. Eine Ausnahme bildet der Spieler, dessen restlicher Stack für eine volle Erhöhung nicht reicht, denn er darf trotzdem all-in gehen.
Im Fixed-Limit-Poker sind die Beträge dagegen vorgegeben, und viele Kartenräume begrenzen die Zahl der Erhöhungen pro Runde, häufig auf einen Bet und drei oder vier Raises. Wie hoch diese Obergrenze liegt, regelt jeder Veranstalter selbst.
Check und Call im direkten Vergleich
Am häufigsten verwechselt werden Check und Call, weil beide die Hand im Spiel halten. Der Unterschied liegt darin, ob ein offener Betrag existiert, und daraus folgen die übrigen Abweichungen.
Check | Call |
|---|---|
| Kostet keine Chips | Kostet den offenen Betrag |
| Nur ohne offenen Einsatz erlaubt | Nur bei offenem Einsatz möglich |
| Gegner dürfen danach noch setzen | Gleicht den Einsatz endgültig aus |
| Runde endet, wenn alle checken | Runde endet, wenn alle ausgleichen |
| Big Blind checkt, wenn nur gecallt wurde | Call des Big Blind heisst Limp |
Wo die Begriffe im Online-Casino auftauchen
Im Online-Poker erscheinen die vier Aktionen als Buttons, die sich je nach Lage umbenennen: Steht kein Einsatz offen, zeigt die Software Check und Bet, sonst Call mit dem konkreten Betrag und Raise mit einem Schieberegler. Viele Clients bieten zusätzlich Vorwahl-Felder wie «Check/Fold», die automatisch ausgelöst werden, sobald der Spieler an der Reihe ist. Was bei abgelaufener Bedenkzeit geschieht, ist nicht einheitlich geregelt; üblich ist ein automatischer Check, wenn er möglich ist, sonst ein Fold.
Auf dem Handy liegen diese Buttons eng beieinander, und genau dort entstehen die typischen Fehlklicks.
Am Live-Casino-Tisch begegnen die Begriffe in reduzierter Form. Bei Casino Hold’em spielt man gegen den Dealer und entscheidet nach dem Flop nur zwischen Call, wofür ein zweiter Einsatz in doppelter Höhe der Ante fällig wird, und Fold, womit die Ante verloren ist. Ein Raise im eigentlichen Sinn gibt es dort nicht, und auch die Auszahlungsquote hängt von der jeweiligen Spielversion und Paytable ab.
In der Schweiz dürfen Poker und andere Spielbankenspiele online nur von konzessionierten Spielbanken angeboten werden, die dafür eine Konzessionserweiterung und eine Bewilligung der ESBK brauchen; online erlaubt ist das seit Anfang 2019. Kleine Pokerturniere ausserhalb von Casinos benötigen eine kantonale Bewilligung.
Häufige Verwechslungen und Sonderfälle
Bet und Raise werden oft gleichgesetzt, sind aber zwei verschiedene Aktionen. Ein Bet eröffnet die Einsätze einer Runde, ein Raise setzt einen bereits vorhandenen Einsatz voraus. In der Pokersoftware wechselt der Button deshalb seine Beschriftung, obwohl er an derselben Stelle bleibt.
Ein Check-Raise bezeichnet die Folge, zuerst zu checken und nach einem gegnerischen Bet in derselben Runde zu erhöhen. In Casinos und Online-Pokerräumen ist diese Abfolge eine reguläre Aktion und kein Regelverstoss.
Ein Fold ist endgültig.
Wer aufgibt, verliert jeden Anspruch auf den Pot, auch wenn die Karten noch nicht gezeigt wurden und die Runde weiterläuft. Davon zu unterscheiden ist das Mucken, also das verdeckte Ablegen einer Hand beim Showdown, das im Ergebnis zwar ebenfalls auf den Pot verzichtet, aber erst nach der letzten Setzrunde geschieht. Ein Sonderfall betrifft den unvollständigen All-in: Setzt ein Spieler seinen ganzen Stack und erreicht damit keine volle Erhöhung, steigt zwar der zu callende Betrag, der Mindestschritt für den nächsten Raise bleibt nach den TDA-Regeln aber unverändert.
Wie Casinos mit offenen Händen bei Verbindungsabbrüchen umgehen, ob also automatisch gecheckt oder gefoldet wird,, legt jeder Anbieter in seinen eigenen Spielregeln fest.
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