Curaçao-Lizenz für Online-Casinos

Reto Bachmann
Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2026, 10:10
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Eine Curaçao-Lizenz ist die Glücksspielbewilligung, die die Curaçao Gaming Authority (CGA) einem Online-Casino, Wettanbieter oder B2B-Zulieferer gestützt auf die Landsverordening op de kansspelen (LOK) erteilt. Sie erlaubt den Betrieb aus Curaçao heraus, nicht aber das Anbieten in der Schweiz. Wer ein Casino mit diesem Siegel findet, erfährt daraus, welche Behörde den Betreiber beaufsichtigt. Ob das Angebot in der Schweiz zugelassen ist, beantwortet allein das Geldspielgesetz, und dort zählt eine ausländische Lizenz nicht.

Curaçao-Lizenz

Wer die Curaçao-Lizenz heute ausstellt

Rechtsgrundlage ist die LOK, auf Englisch National Ordinance on Games of Chance, die das Parlament von Curaçao am 17. Dezember 2024 verabschiedete und die am 24. Dezember 2024 in Kraft trat. Sie ersetzte die ältere Landsverordening op de hazardspelen (NOOGH) und das darauf beruhende System aus Master- und Sublizenzen.

Unter dem alten Regime vergaben vier private Masterlizenznehmer Sublizenzen an Betreiber weiter. Die Aufsicht lag damit faktisch bei Unternehmen, die selbst kommerzielle Interessen verfolgten.

Heute erteilt die CGA, die frühere Curaçao Gaming Control Board, jede Lizenz direkt.

Die LOK kennt zwei Lizenzarten: die B2C-Lizenz für Anbieter, die mit Spielern direkt Verträge schliessen, und die B2B-Lizenz für Zulieferer, etwa Spieleentwickler oder Zahlungsdienste. Bestehende NOOGH-Lizenzen wurden nach Angaben von Fachkanzleien in provisorische Lizenzen überführt, bis die CGA sie nach neuem Recht geprüft hat. Für Betreiber, die noch im Antragsverfahren standen, gab es ein orangefarbenes Übergangssiegel. Dieses lief nach übereinstimmenden Branchenangaben am 15. Oktober 2025 endgültig aus, weshalb ein orangefarbenes Siegel keine gültige Lizenz mehr belegt.

Was die Lizenz in der Schweiz bedeutet

In der Schweiz regelt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) das Online-Angebot. Online-Spielbankenspiele dürfen nur Schweizer Spielbanken durchführen, deren Konzession um das Online-Recht erweitert wurde und die für jedes Spiel eine Bewilligung der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) nach Art. 16 Abs. 1 BGS besitzen.

Eine Curaçao-Lizenz ersetzt keine dieser Voraussetzungen.

Nicht bewilligte ausländische Angebote landen auf den Sperrlisten, die ESBK und Gespa auf ihren Websites publizieren. Nach Art. 86 Abs. 4 BGS müssen die Internetzugangsanbieter den Zugang zu den dort verzeichneten Domains sperren. Ein Casino mit Curaçao-Lizenz, das sich an Schweizer Spieler richtet, gilt nach dem Wortlaut des Gesetzes als in der Schweiz nicht bewilligt, unabhängig davon, ob seine Domain bereits auf der Liste steht.

Spürbar wird der Unterschied bei den Steuern. Gewinne aus Schweizer Spielbanken sind nach Art. 24 lit. i DBG steuerfrei, Online-Gewinne bei konzessionierten Anbietern bis zum geltenden Freibetrag ebenfalls. Gewinne aus Online-Spielen bei Anbietern, die nur im Ausland ansässig sind, werden nach den Steuerbüchern der Kantone Bern und Luzern dagegen voll und ohne Freibetrag als Einkommen besteuert. Das betrifft Curaçao-Casinos ausnahmslos.

Prüfung und häufige Verwechslungen

Was ich zuerst prüfe, ist nicht das Siegel im Footer, sondern das Zertifikat dahinter. Ein echtes Siegel führt auf eine Validierungsseite der CGA unter cert.cga.cw, die die Lizenznummer, die Gesellschaft und die zugelassenen Domains nennt.

Die Domain im Browser muss auf dem Zertifikat erscheinen. Die dort genannte Gesellschaft sollte mit jener in den AGB des Casinos übereinstimmen. Weicht eines davon ab, deckt die Lizenz diese Website nicht.

Zusätzlich führt die CGA ein öffentliches Lizenzregister. Die Behörde weist selbst darauf hin, dass diese Übersichten keine Garantie für die aktuelle Gültigkeit einer Lizenz bieten, da sich der Status eines Unternehmens jederzeit ändern kann.

Was oft verwechselt wird

Die häufigste Verwechslung betrifft die Lizenz und die Schweizer Konzession: Die erste stammt von einer Behörde auf Curaçao, die zweite vom Bundesrat und der ESBK, und nur die zweite erlaubt ein Angebot für Spieler in der Schweiz. Ebenso oft wird eine alte Sublizenz als Lizenz der Regierung von Curaçao ausgegeben, obwohl sie von einem privaten Masterlizenznehmer stammte und mit dem Ende des alten Systems weggefallen ist. Auch eine B2B-Lizenz eines Spieleanbieters sagt nichts über den Betreiber aus, der dessen Spiele einbindet.

Eine gültige Curaçao-Lizenz belegt Aufsicht auf Curaçao, nicht Zulassung in der Schweiz.

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