Schuh (Shoe) im Casino
Der Schuh, englisch Shoe, ist ein Kartenschlitten, aus dem der Dealer bei Blackjack, Baccarat und Punto Banco mehrere gemischte Kartendecks nacheinander austeilt. Üblich sind Schuhe für zwei, vier, sechs oder acht Decks. Im Spieljargon meint «ein Schuh» ausserdem die ganze Folge von Runden, die aus einer Füllung gespielt wird, bis die Schnittkarte erscheint und neu gemischt wird. Wer im Live Casino oder an einem Spielbanktisch sitzt, begegnet dem Begriff deshalb in beiden Bedeutungen.

Aufbau und Ablauf am Kartentisch
Der Schuh ist ein Kasten mit schräger Auflage, aus dem die Karten einzeln und verdeckt über einen Schlitz herausgezogen werden. Er wurde eingeführt, damit mehr Runden zwischen zwei Mischvorgängen möglich sind und der Dealer keine Karten mehr von unten aus dem Stapel geben kann.
Vor dem Befüllen mischt der Dealer alle Decks zusammen, ein Spieler hebt mit einer farbigen Plastikkarte ab, und dieselbe Karte wird als Schnittkarte in den Stapel gesteckt. Taucht sie beim Austeilen auf, ist die laufende Runde die letzte vor dem neuen Mischen. Wo genau die Schnittkarte liegt, gibt jedes Casino seinen Dealern vor; einen einheitlichen Standard dafür gibt es nicht.
Die Zahl der Decks hängt vom Spiel und vom Haus ab.
Bei Blackjack trifft man häufig sechs Decks an, bei Baccarat eher acht, verbindlich ist das aber nirgends. Für Sie als Spielerin oder Spieler zählt vor allem eines: Bei Blackjack erhöhen zusätzliche Decks den Hausvorteil leicht, weil zum Beispiel ein Blackjack aus einem grossen Stapel etwas seltener wird. Wie viele Decks im Schuh liegen, steht bei seriösen Anbietern in den Spielregeln des Tisches und lässt sich dort vor dem ersten Einsatz nachlesen.
Penetration: wie tief der Schuh gespielt wird
Die Penetration beschreibt, welcher Anteil der Karten im Schuh tatsächlich ausgeteilt wird, bevor die Schnittkarte das Mischen auslöst. Gerechnet wird sie als ausgeteilte Karten geteilt durch alle Karten im Schuh.
Ein Beispiel mit sechs Decks: Der Schuh enthält 312 Karten. Schneidet der Dealer eineinhalb Decks ab, also 78 Karten, werden 234 Karten gespielt, und 234 geteilt durch 312 ergibt eine Penetration von 75 Prozent. Rund ein Viertel des Stapels kommt in diesem Fall nie ins Spiel, und diese Grössenordnung gilt in der Branche als verbreitet.
Wichtig ist die Zahl fast nur für Kartenzähler.
Je tiefer der Dealer in den Schuh geht, desto aussagekräftiger wird eine laufende Zählung, weil weniger Karten unsichtbar hinter der Schnittkarte bleiben. Wer nicht zählt, spielt Basisstrategie, und die bleibt bei 60 oder 85 Prozent Penetration dieselbe. Eher spricht für Gelegenheitsspieler sogar ein flacher Schnitt: Häufigeres Mischen bedeutet weniger Runden pro Stunde, und damit setzen Sie sich dem Hausvorteil seltener aus. Werbung, die einen Tisch mit «tiefer Penetration» als Gelegenheit verkauft, verschweigt genau das: Ohne Zählsystem verändert die Schnittkarte an Ihrer Gewinnerwartung nichts.
Schuh, Mischmaschine und RNG-Tisch
Im Alltag wird der Schuh oft mit der Mischmaschine verwechselt, obwohl beide unterschiedliche Aufgaben haben. Eine gewöhnliche Mischmaschine mischt alle Decks auf einmal, danach wandert der Stapel in den Schuh und wird bis zur Schnittkarte ausgespielt.
Anders arbeitet die Continuous Shuffling Machine, kurz CSM. Sie gibt die Karten direkt aus, und die gespielten Karten gehen nach jeder Runde sofort zurück in die Maschine. Damit endet der Schuh im Wortsinn nie, eine Zählung startet praktisch bei jeder Hand neu, und Kartenzählen verliert seine Grundlage.
Für Nicht-Zähler ist der Unterschied rechnerisch klein, praktisch aber spürbar. Der Hausvorteil an einem CSM-Tisch liegt bei gleichen Regeln knapp unter dem eines Schuhtisches, doch weil die Pause für das Mischen wegfällt, werden pro Stunde mehr Hände gespielt. Über einen Abend gerechnet verlieren Sie dadurch im Schnitt eher mehr Geld, obwohl der Prozentwert pro Hand günstiger aussieht.
An RNG-Tischen ohne Dealer gibt es keinen physischen Schuh; wie oft die Software virtuell neu mischt, regelt jeder Anbieter selbst und gehört in die Spielregeln.
Wer im Baccarat die Resultattafeln eines Schuhs studiert, um daraus den nächsten Ausgang abzuleiten, sucht Muster, die es nicht gibt. Tipps auf einzelne Runden gibt diese Seite deshalb ausdrücklich keine.
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