Sit & Go im Poker

Dominik Studer
Zuletzt aktualisiert am 23. September 2026, 11:32
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Ein Sit & Go ist ein Pokerturnier ohne feste Anfangszeit, das beginnt, sobald sich die vorgegebene Zahl an Spielern angemeldet hat. Meist ist das ein einzelner Tisch mit neun oder zehn Plätzen, es gibt aber auch Varianten für zwei, drei, sechs oder bis zu 45 Teilnehmer. Alle zahlen dasselbe Startgeld, erhalten gleich viele Chips und spielen mit steigenden Blinds, bis eine Person alle Chips hält. Häufig steht dafür auch die Abkürzung SNG oder die Schreibweise Sit-n-Go.

Sit & Go

Wie Startgeld und Preispool entstehen

Das angezeigte Startgeld besteht fast immer aus zwei Teilen: dem Beitrag zum Preispool und der Gebühr des Anbieters, im Pokerjargon Rake genannt. Ein Turnier mit der Angabe 10 + 1 Fr. legt also 10 Franken pro Person in den Pool und behält 1 Franken ein. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, legt jeder Anbieter selbst fest.

Der Preispool ergibt sich aus der Zahl der Plätze multipliziert mit dem Poolbeitrag. Neun Spieler zu je 10 Franken ergeben 90 Franken, die nach einer im Voraus veröffentlichten Tabelle verteilt werden. Bei einem Tisch mit neun Plätzen ist die Aufteilung 50/30/20 verbreitet: Der Sieger erhält 45 Franken, der Zweite 27 und der Dritte 18. Wer als Vierter oder später ausscheidet, geht leer aus.

Die Gebühr verdient eine eigene Rechnung, weil sie bei kleinen Einsätzen relativ schwer wiegt. Bei 10 + 1 Fr. macht sie rund 9 Prozent des Gesamtbetrags aus; für die unteren Stufen werden Gebühren von 10 bis 20 Prozent genannt, bei höheren Einsätzen sinkt der Anteil meist. Anders als beim RTP eines Slots, der eine statistische Auszahlungsquote über sehr viele Runden beschreibt, ist die Gebühr hier ein fester Betrag pro Turnier. Sie fällt unabhängig vom Ergebnis an und steht vor der Anmeldung in der Lobby.

Rebuys, also der Nachkauf von Chips nach dem Ausscheiden, sind im klassischen Sit & Go nicht vorgesehen.

Wo Sit & Go im Angebot auftaucht

Online erscheint das Format in der Poker-Lobby meist als eigener Reiter neben Cash Games und geplanten Turnieren. Die Filter trennen in der Regel nach Startgeld, Tischgrösse und Tempo. Turbo und Hyper-Turbo bezeichnen Strukturen, in denen die Blinds in kürzeren Abständen steigen, sodass ein Turnier deutlich schneller entschieden ist.

Was wir in den Lobbys zuerst ablesen, ist die Zeile mit Startgeld, Gebühr und Auszahlungstabelle, denn genau diese drei Angaben bestimmen die Rechnung oben. Gerade auf dem Handy sind solche Details oft hinter einem zusätzlichen Info-Symbol versteckt.

In der Schweiz gilt Online-Poker als Spielbankenspiel, und anbieten dürfen es nach dem Geldspielgesetz nur Spielbanken mit Schweizer Konzession, die von der ESBK eine Erweiterung für das Online-Geschäft erhalten haben. Ob ein konzessioniertes Online-Casino überhaupt einen Pokerbereich mit Sit & Go führt, ist von Haus zu Haus verschieden, und das Angebot ausländischer Plattformen lässt sich damit nicht gleichsetzen.

Ausserhalb der Spielbanken erlaubt das Gesetz kleine Pokerturniere vor Ort, vorbehältlich des kantonalen Rechts. Dafür gelten Obergrenzen von 200 Franken Startgeld und 20’000 Franken Summe aller Startgelder, zudem muss die Summe der Gewinne der Summe der Startgelder entsprechen.

Abgrenzung zu MTT, Spin & Go und Cash Game

Am häufigsten wird das Format mit dem Multi-Table-Turnier verwechselt, kurz MTT. Ein MTT startet zu einer festen Uhrzeit, nimmt oft Hunderte oder Tausende Spieler auf und zahlt einen kleinen Teil des Feldes aus. Ein Sit & Go wartet dagegen auf ein volles Feld, und die Auszahlungstabelle steht vor dem ersten Blatt fest.

Mehrtischige Sit & Gos verwischen die Grenze etwas: Hier werden die Verbliebenen wie im MTT auf immer weniger Tische verteilt, bis der Finaltisch übrig bleibt.

Spin & Go ist eine Unterform, bei der drei Spieler mit wenigen Chips und schnell steigenden Blinds antreten. Vor Spielbeginn bestimmt eine Walze per Zufall den Multiplikator des Startgelds. Die Spannbreite ist nicht einheitlich: PokerStars nennt das Zwei- bis Zehntausendfache, andere Quellen nennen tiefere Obergrenzen. Niedrige Multiplikatoren kommen weit häufiger vor als hohe, weshalb die Streuung der Ergebnisse grösser ist als beim klassischen Format mit festem Pool.

Vom Cash Game unterscheidet sich ein Sit & Go grundsätzlich. Am Cash-Game-Tisch entsprechen die Chips direkt Geld und lassen sich jederzeit auszahlen; im Turnier zählen sie nur für den Platz, und Geld gibt es erst über die Rangliste.

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