En Prison beim Roulette
En Prison ist eine Roulette-Regel für einfache Chancen: Fällt die Zero, bleibt ein Einsatz auf Rot oder Schwarz, Pair oder Impair, Manque oder Passe stehen und wird für den nächsten Coup «gefangen» gesetzt. Gewinnt die gewählte Chance im folgenden Coup, erhalten Sie den Einsatz ohne Gewinn zurück, sonst geht er an die Bank. Damit sinkt der Hausvorteil auf diesen Wetten von 2,70 % auf rund 1,35 %. Für Plein, Dutzend oder Kolonne gilt die Regel nicht.

Wie En Prison am Tisch abläuft
Die Regel greift nur in einem einzigen Moment: Die Kugel fällt in die Zero, und auf dem Tableau liegt ein Einsatz auf einer einfachen Chance. Statt den Einsatz einzuziehen, markiert der Croupier ihn als gefangen, oft mit einem Platzhalter oder durch Verschieben auf die Linie der Chance.
Im nächsten Coup entscheidet sich alles. Trifft die gewählte Chance, wird der Einsatz freigegeben, ein Gewinn wird aber nicht ausbezahlt. Verliert sie, behält die Bank den ganzen Einsatz.
Uneinheitlich ist der Fall, dass im Gefangenencoup erneut die Zero kommt.
Manche Häuser lassen den Einsatz dann ein zweites Mal gefangen, andere werten ihn als verloren, und wieder andere wenden in diesem Moment La Partage an. Einen allgemeinen Standard dafür gibt es nicht, deshalb steht die massgebliche Variante in den Tischregeln oder in der Hilfe des jeweiligen Spiels. Wer den Einsatz einmal gefangen hat, kann ihn in der Regel weder erhöhen noch auf eine andere Chance verschieben.
So berechnet sich der Hausvorteil
Ein Kessel mit einer Zero hat 37 Fächer, 18 davon gewinnen für eine einfache Chance, 18 verlieren, eines ist die Zero. Ohne Sonderregel verliert die Bank also im Schnitt 18 und gewinnt 19 von 37 Einsätzen, was den Hausvorteil von 1/37 oder 2,70 % ergibt.
Mit En Prison zählt die Zero nicht mehr als voller Verlust. Bleibt der Einsatz bei jeder weiteren Zero gefangen, ist ein gefangener Einsatz im Mittel genau die Hälfte wert: 18 Fälle geben ihn zurück, 18 nehmen ihn, die Zero schiebt die Entscheidung nur auf. Die Rechnung lautet dann 1/37 × 1/2 = 1/74, also 1,35 %, exakt so viel wie bei La Partage.
Verliert der Einsatz dagegen bei der zweiten Zero, kostet das etwas mehr: 19/1369, gerundet 1,39 %.
Am Prinzip ändert die Regel nichts. Der Vorteil der Bank wird halbiert, er verschwindet nicht, und über Tausende von Coups setzt er sich unabhängig von jedem System durch. Wer En Prison als «Value» verkauft bekommt, erhält eine günstigere Verlustrate, keine Gewinnchance.
En Prison, La Partage und Standardregel
Die Tabelle zeigt, was mit einem Einsatz auf einer einfachen Chance geschieht, wenn die Zero fällt, und welcher Hausvorteil daraus folgt. Die Werte sind aus der Zahl der Fächer gerechnet und gelten für jede Wette dieser Art, unabhängig vom Anbieter.
| Regel | Einsatz bei Zero | Hausvorteil |
|---|---|---|
| Europäisch, ohne Sonderregel | Verloren | 2,70 % |
| La Partage | Hälfte sofort zurück | 1,35 % |
| En Prison, Zero erneut gefangen | Gefangen bis zur Entscheidung | 1,35 % |
| En Prison, zweite Zero verliert | Gefangen für einen Coup | rund 1,39 % |
| Amerikanisch, Doppelzero | Verloren | 5,26 % |
Wo Spieler der Regel begegnen
Zu Hause ist En Prison am französischen Roulette mit einer Zero, wie es in vielen landbasierten Casinos in Europa gespielt wird. Online ist häufiger La Partage zu sehen, weil sich ein halber Einsatz einfacher automatisch abrechnen lässt als ein gefangener.
Welche Regel ein Spiel tatsächlich anwendet, steht in den Spielregeln und nicht im Namen des Tisches.
Ein Tisch mit «French» im Titel kann La Partage, En Prison oder gar keine Sonderregel haben, und europäische Varianten verzichten oft ganz darauf. Was wir zuerst prüfen, ist deshalb der Abschnitt zur Zero in der Spielhilfe, samt der Frage, was bei einer zweiten Zero geschieht. Verwechselt wird En Prison am häufigsten mit La Partage, das dieselbe Mathematik in einem einzigen Coup erledigt.
Auf Tipps zu Farben oder Serien verzichtet diese Seite bewusst: Die Regel senkt die Kosten pro Wette, eine Prognose über den nächsten Coup erlaubt sie nicht.
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