Even Money: Auszahlung 1:1
Even Money bezeichnet eine Auszahlung im Verhältnis 1:1: Wer gewinnt, erhält zusätzlich zum Einsatz genau denselben Betrag als Gewinn. Als Dezimalquote entspricht das 2,00, in britischer Schreibweise 1/1 und in amerikanischer +100. Der Begriff begegnet einem bei Sportwetten, an Roulettetischen und als besonderes Angebot im Blackjack. Dass eine Wette 1:1 auszahlt, sagt allerdings noch nichts darüber, ob sie fair ist.

Even Money als Quote und Wahrscheinlichkeit
Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Dezimalquote ist ihr Kehrwert: 1 geteilt durch 2,00 ergibt 50 Prozent. Ein Einsatz von 10 Franken bringt bei einem Treffer 20 Franken zurück, davon 10 Franken Gewinn.
Echte 2,00 auf beiden Seiten eines Zweiweg-Marktes bieten Buchmacher kaum je an.
Üblicher ist eine Partie, bei der beide Seiten mit 1,90 notiert sind: 1/1,90 plus 1/1,90 ergibt rund 1,053, also eine Marge von gut 5 Prozent. Die Werbung nennt so etwas gern ein «ausgeglichenes Duell», doch beide Quoten liegen unter Even Money, und die Differenz bleibt beim Anbieter. Wie gross diese Marge ausfällt, unterscheidet sich je nach Anbieter, Sportart und Markt.
Einfache Chancen am Roulettetisch
Beim Roulette heissen die einfachen Chancen auf Englisch Even-Money-Wetten: Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade, 1–18 oder 19–36. Sie zahlen 1:1, gewinnen auf einem Kessel mit einer einzigen Null aber nur in 18 von 37 Fällen.
Daraus ergibt sich ein Hausvorteil von 1/37, also 2,70 Prozent. Mit der Regel La Partage erhalten Sie bei Null die Hälfte Ihres Einsatzes zurück, was den Vorteil auf 1,35 Prozent halbiert. Ob ein Tisch diese Regel führt, steht in den Spielregeln des jeweiligen Anbieters, und Standard ist sie längst nicht überall.
Die Auszahlung heisst gleich, die Gewinnchance liegt trotzdem unter der Hälfte.
Even Money im Blackjack und die Insurance
Im Blackjack meint Even Money ein konkretes Angebot: Halten Sie einen Blackjack und zeigt der Dealer ein Ass, kann er Ihnen sofort 1:1 statt der regulären 3:2 auszahlen. Entscheiden müssen Sie sich, bevor der Dealer seine verdeckte Karte prüft.
Mathematisch ist das dieselbe Entscheidung wie eine Insurance auf den eigenen Blackjack.
Ein Einsatz von 20 Franken zeigt es: Mit einer Insurance von 10 Franken gewinnen Sie netto 20 Franken, ob der Dealer einen Blackjack hat oder nicht. Genau diesen Betrag zahlt Even Money direkt aus. Weil unter dem Ass nur 4 von 13 Kartenwerten einen Blackjack ergeben, also rund 31 Prozent, verzichten Sie über viele Hände auf mehr, als die Absicherung wert ist. Eine Empfehlung für eine bestimmte Hand ist das ausdrücklich nicht, nur die Rechnung dahinter.
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