ESports-Wetten: Begriff und Quoten
ESports-Wetten sind Geldwetten zu festen Quoten auf den Verlauf oder den Ausgang von Wettkämpfen in Videospielen, etwa auf den Sieger eines Matches in Counter-Strike, League of Legends oder Dota 2. Technisch funktionieren sie wie klassische Sportwetten: Der Buchmacher schätzt Wahrscheinlichkeiten, rechnet seine Marge ein und bietet daraus Dezimalquoten an. Der Unterschied liegt bei den Märkten, die sich nach Maps und Runden statt nach Toren richten. Für Spielerinnen und Spieler in der Schweiz kommt die Frage hinzu, wer solche Wetten überhaupt legal anbieten darf.

So entstehen Quoten bei ESports-Wetten
Die Quote einer ESports-Wette entsteht auf dieselbe Weise wie bei Fussball oder Tennis. Der Anbieter schätzt die Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs, rechnet daraus eine faire Quote und zieht anschliessend seine Marge ab.
Die meisten eSports-Matches kennen kein Unentschieden, weshalb die Matchwette fast immer ein Zweiweg-Markt ist. Das macht die Marge besonders leicht nachzurechnen: Bei Quoten von 1,85 und 1,95 ergibt 1 ÷ 1,85 + 1 ÷ 1,95 rund 1,053, der Buchmacher hat also etwa 5,3 % eingebaut und zahlt im Schnitt nur rund 94,9 % der Einsätze zurück.
Genau diese Differenz bleibt auch über viele Wetten bestehen.
Werbetexte sprechen gern von «Value», als liesse sich der Hausvorteil mit genug Szenewissen aushebeln. Wer auf viele Matches setzt, spielt aber jedes Mal gegen dieselbe eingebaute Marge, und bei kleineren Turnieren mit wenig öffentlich zugänglichen Daten fällt sie je nach Anbieter eher höher aus als bei grossen Ligen. Wie hoch sie im Einzelfall ist, legt jeder Anbieter selbst fest; einen verbindlichen Standard gibt es nicht. Tipps auf einzelne Spiele oder Resultate gibt es auf dieser Seite ausdrücklich keine.
Typische Wettmärkte im eSport
Die folgende Übersicht zeigt die Wettarten, die bei ESports-Wetten am häufigsten auftauchen, und worauf sie sich beziehen. Welche davon ein Anbieter tatsächlich führt und wie er sie benennt, unterscheidet sich von Wettprogramm zu Wettprogramm.
| Wettart | Worauf gewettet wird | Mögliche Ausgänge | Beispiel | Vergleich Sportwette |
|---|---|---|---|---|
| Matchwette | Sieger der Begegnung | Meist zwei | Team A gewinnt | Wie Tennis |
| Map-Handicap | Sieg mit Map-Vorgabe | Zwei | Team B +1,5 Maps | Wie Tor-Handicap |
| Über/Unter Maps | Anzahl gespielter Maps | Zwei | Über 2,5 Maps | Wie Über/Unter Tore |
| Map-Sieger | Gewinner einer einzelnen Map | Meist zwei | Team A gewinnt Map 1 | Wie Satzwette |
| Kombiwette | Mehrere Tipps auf einem Schein | Alle müssen treffen | Zwei Matchsieger | Identisch |
| Live-Wette | Ereignisse im laufenden Match | Je nach Markt | Sieger der nächsten Runde | Wie Live-Fussball |
ESports-Wetten und das Geldspielgesetz
Das Geldspielgesetz definiert Sportwetten als Geldspiele, bei denen der Gewinn von der richtigen Vorhersage des Verlaufs oder Ausgangs eines Sportereignisses abhängt. Online dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten, bewilligt und beaufsichtigt von der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa.
Welcher der beiden Anbieter für Sie zuständig ist, hängt vom Wohnsitz ab. Sporttip deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab, Jouez Sport die Kantone Freiburg, Genf, Neuenburg, Jura, Waadt und Wallis.
Ob und welche eSports-Begegnungen im Programm stehen, entscheidet das jeweilige Wettangebot; ein festes eSports-Angebot konnten wir in den öffentlich einsehbaren Programmen nicht bestätigen. Ausländische Wettseiten mit eSports-Schwerpunkt sind in der Schweiz nicht bewilligt, und die Gespa lässt ihren Zugang durch die Internetprovider sperren. Wer dort trotzdem spielt, macht sich nach Angaben des Beobachters nicht strafbar, verzichtet aber auf den Spielerschutz des Schweizer Rechts.
Auch die Werbung für nicht bewilligte Angebote ist verboten, Links eingeschlossen.
Abgrenzung zu virtuellen Sportwetten
Am häufigsten werden ESports-Wetten mit Wetten auf virtuelle Sportarten verwechselt. Bei eSports treten reale Spielerinnen und Spieler gegeneinander an, das Resultat hängt also von menschlicher Leistung ab.
Ein virtuelles Fussballspiel dagegen ist eine Simulation, deren Ausgang ein Zufallsgenerator bestimmt, weshalb es weder Form noch Taktik gibt, die sich analysieren liesse. Swisslos bewirbt solche virtuellen Fussballspiele auf der eigenen Website, was die Verwechslung im Alltag zusätzlich begünstigt.
Für die Quote spielt die Unterscheidung keine Rolle: Die Marge steckt in beiden.
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