Freeroll (Gratis-Turnier)
Ein Freeroll ist ein Turnier ohne Startgeld, bei dem trotzdem echte Preise ausgespielt werden, etwa Bargeld, Bonusguthaben oder Tickets für andere Turniere. Den Preispool bezahlt der Anbieter oder ein Sponsor, nicht die Teilnehmenden selbst. Der Begriff stammt aus dem Poker, taucht aber auch bei Slot-Turnieren in Online-Casinos auf. Im Pokerjargon bezeichnet «Freeroll» zudem eine Hand, die den Pot mindestens teilt und ihn mit der passenden letzten Karte ganz gewinnen kann. Gratis heisst beim Turnier allerdings nur, dass der Eintritt nichts kostet.

Wie ein Freeroll-Turnier abläuft
Abgesehen vom fehlenden Buy-in läuft ein Freeroll wie jedes andere Turnier ab. Alle starten mit demselben Chipstack, die Blinds steigen in festen Stufen, und bezahlt werden nur die obersten Plätze der Rangliste. Der Unterschied liegt in der Kasse: Weil niemand einzahlt, legt der Anbieter die Höhe des Preispools selbst fest und finanziert ihn als Werbeaufwand.
Ganz offen ist die Tür trotzdem selten.
Viele Freerolls verlangen ein Passwort, ein Ticket oder einen bestimmten Status im Treueprogramm. Andere stehen nur Neukundinnen und Neukunden offen oder setzen voraus, dass Sie zuvor eine Einzahlung getätigt haben. Welche Hürde gilt, steht in den Turnierbedingungen und unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter, denn einen einheitlichen Standard dafür gibt es nicht.
Was ein Platz im Freeroll rechnerisch wert ist
Rechnen wir ein angenommenes Beispiel durch, in dem ein Freeroll einen Preispool von CHF 500 verteilt und sich 2’000 Spielerinnen und Spieler anmelden. Pro Kopf ergibt das im Durchschnitt CHF 0.25, und mehr ist ein Sitzplatz rein rechnerisch nicht wert, egal wie viele Stunden das Turnier dauert. Bei 50 bezahlten Plätzen müssen Sie für einen Preis besser abschneiden als 1’950 andere, also unter die besten 2,5 Prozent des Feldes kommen. Lohnt sich das? Als Übung ohne Risiko durchaus, als Einkommensquelle kaum.
Freeroll und Freispiele im Vergleich
Am häufigsten wird der Freeroll mit Freispielen verwechselt, weil bei beiden «gratis» im Werbetext steht. Die Gegenüberstellung zeigt, wo die Gemeinsamkeit endet; sie beruht auf den üblichen Bedingungen, und einzelne Angebote können davon abweichen.
Freeroll-Turnier | Freispiele |
|---|---|
| Kein Startgeld, Zugang oft über Ticket oder Passwort | Häufig an Registrierung oder Einzahlung gekoppelt |
| Nur die obersten Plätze erhalten einen Preis | Jeder einzelne Spin kann einen Gewinn auslösen |
| Ergebnis hängt vom Abschneiden gegen andere Spieler ab | Ergebnis hängt von Zufall und RTP des Slots ab |
| Preise teils als Bonusguthaben mit Umsatzbedingungen | Gewinne oft als Bonusguthaben mit Umsatzbedingungen |
Freeroll-Preise und ihre Bedingungen
Ob ein Freeroll-Gewinn echtes Geld ist, entscheidet die Klausel zur Preisauszahlung. Manche Anbieter schreiben Bargeld direkt dem Spielerkonto gut, andere vergeben Turniertickets oder Bonusguthaben, das erst nach erfülltem Umsatz auszahlbar wird. Was ich zuerst prüfe, ist deshalb die Form, in der ein Preispool ausbezahlt wird, und erst danach seine Höhe.
Wieder ein angenommenes Beispiel: Sie gewinnen CHF 20 als Bonusguthaben, und die Bedingungen verlangen den 30-fachen Umsatz des Bonusbetrags. Sie müssen also CHF 600 einsetzen, bevor aus den CHF 20 auszahlbares Geld wird. Bei einem Slot mit 96 Prozent RTP gehen über diese Strecke rechnerisch rund CHF 24 verloren, also mehr als der Preis selbst.
Dazu kommen die üblichen Nebenbedingungen, nämlich eine Frist für den Umsatz und ein Höchsteinsatz pro Runde. Läuft die Frist ab, verfällt das Bonusguthaben samt allem, was daraus entstanden ist. Wer den Turniersieg feiert und die Frist übersieht, hat am Ende gratis gespielt und gratis verloren.
Ein grosser Preispool sagt deshalb wenig, solange die Auszahlungsklausel fehlt.
Freerolls und das Schweizer Geldspielgesetz
Für die rechtliche Einordnung zählt in der Schweiz ein Kriterium, das beim Freeroll den Ausschlag gibt. Ein Geldspiel liegt laut Bundesamt für Justiz vor, wenn ein Einsatz geleistet wird und zugleich eine Gewinnmöglichkeit besteht. Gratisspiele mit Gewinnaussicht fallen nicht unter das Geldspielgesetz, sofern die Teilnahme keinerlei Einsatz in Geld, Naturalien oder durch Abschluss eines Rechtsgeschäfts erfordert.
Heikel wird es beim Freeroll mit Zugangshürde, wie sie viele Anbieter in ihren Turnierbedingungen festlegen. Setzt die Teilnahme eine Einzahlung voraus, ist sie nicht mehr bedingungslos gratis, und die Frage nach dem Einsatz stellt sich neu. Eine behördliche Einordnung einzelner Turnierformen haben wir bei der Recherche nicht gefunden, weshalb hier der konkrete Einzelfall entscheidet.
Unabhängig davon dürfen in der Schweiz nur Spielbanken mit erweiterter Konzession Online-Poker anbieten.
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