Risikoleiter (Gamble-Funktion)

Dominik Studer
Zuletzt aktualisiert am 18. August 2026, 14:22
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Die Risikoleiter ist eine Gamble-Funktion an Spielautomaten, bei der ein soeben erzielter Gewinn erneut eingesetzt wird, um ihn Stufe für Stufe auf einer Leiter mit festen Beträgen zu erhöhen – mit dem Risiko, ihn ganz zu verlieren. Bekannt gemacht hat sie der deutsche Hersteller Merkur, inzwischen bauen auch Bally Wulff und Gamomat sie in ihre Slots ein.

Risikoleiter (Gamble-Funktion)

So funktioniert die Risikoleiter am Slot

Die Leiter wird erst nach einem Gewinn im Basisspiel freigeschaltet, dessen Höhe die Einstiegssprosse bestimmt. Danach blinken abwechselnd die aktuelle und die nächsthöhere Stufe, und ein Druck auf die Taste entscheidet, ob der Betrag steigt oder auf null fällt.

Bei vielen Merkur-Titeln lässt sich der Gewinn teilen: Eine Hälfte wird gutgeschrieben, die andere startet tiefer.

Die oberste Stufe legt der Hersteller im Gewinnplan fest; bei Triple Triple Chance von Merkur sind es in der deutschen Online-Fassung 140 Euro, bei Sun Fire von Bally Wulff 150 Euro. In Spielhallen gibt es zusätzlich die Risikoleiter Plus, die bis 300 reicht und nach einem Fehlversuch auf eine Mindeststufe statt auf null zurückfällt.

Erwartungswert und Auszahlungsquote beim Risikospiel

Rechnerisch ergibt sich der Erwartungswert jeder Stufe aus Trefferchance mal Multiplikator. Beim Kartenrisiko liegt das offen: 0,5 × 2 ergibt genau 1, der riskierte Betrag bleibt im Mittel gleich gross.

Mehr als die Schwankung verändert ein faires Risikospiel deshalb nicht.

Bei der Leiter fehlt diese Transparenz, weil die Hersteller die Wahrscheinlichkeit pro Stufe in der Regel nicht veröffentlichen. Auch der Eindruck, man könne den richtigen Moment treffen, täuscht bei Online-Slots, denn dort entscheidet ein Zufallsgenerator jede Runde unabhängig. Was ich zuerst prüfe, ist deshalb der Gewinnplan der konkreten Version: Triple Triple Chance wird in der deutschen Fassung mit 90,45 % RTP ausgewiesen, andere Märkte können eine anders zertifizierte Version erhalten.

Risikoleiter und Kartenrisiko im direkten Vergleich

Am häufigsten wird die Risikoleiter mit dem Kartenrisiko verwechselt, das viele Merkur-Slots nach demselben Gewinn parallel anbieten. Die Markierung zeigt, welche Variante beim jeweiligen Punkt nachvollziehbarer ist.

Risikoleiter

Kartenrisiko

Gewinn steigt Sprosse für Sprosse auf feste BeträgeTipp auf die Farbe oder Kartenart einer verdeckten Karte
Multiplikator je Stufe laut Gewinnplan, nicht einheitlich×2 bei Rot/Schwarz, ×4 bei der Kartenart
Trefferchance pro Stufe meist nicht veröffentlicht50 % bzw. 25 % bei fairer Ausspielung
Teilen des Gewinns bei vielen Merkur-Titeln möglichTeilen bei Merkur-Titeln ebenfalls möglich
Feste oberste Stufe, z. B. 140 Euro bei Triple Triple ChanceSpielinternes Limit, z. B. 1000 Euro bei Sizzling Hot Deluxe
Typisch für Merkur, Bally Wulff und GamomatVerbreitet bei Novomatic und weiteren Studios

Herkunft der Funktion und Grenzen im Casino

Die Risikoleiter stammt aus den Geldspielautomaten der 1980er-Jahre, wo Doppelt-oder-nichts-Phasen den Nachstart einzelner Walzen ergänzten.

Ob ein Slot sie in einem bestimmten Casino enthält, hängt von der dort freigegebenen Spielversion ab. Mit aktivem Bonus schränken manche Anbieter das Risikospiel ein, weil riskierte Beträge die Wagering-Bedingungen verzerren können; eine einheitliche Regel dafür gibt es nicht, massgeblich sind die Bonusbedingungen des jeweiligen Casinos.

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