Hole Card: Bedeutung am Tisch
Eine Hole Card ist eine verdeckt ausgeteilte Karte: im Blackjack die zweite Karte des Dealers, im Poker die privaten Karten jedes Spielers. Wer den Begriff am Casinotisch hört, meint meistens die Dealerkarte im Blackjack. Ob diese Karte zu Beginn überhaupt ausgeteilt wird, ist keine Formsache. Davon hängt ab, wie viel Sie bei einem Blackjack des Dealers verlieren können, wenn Sie vorher gedoppelt oder gesplittet haben. Diese Seite erklärt beide Bedeutungen, die Peek-Regel und die europäische Variante ohne Hole Card.

Hole Card im Blackjack und der Peek
Im klassischen Hole-Card-Blackjack erhält der Dealer zwei Karten: eine offen, die Upcard, und eine verdeckt, die Hole Card. Zeigt die Upcard ein Ass oder eine Karte mit Wert zehn, schaut der Dealer verdeckt nach, ob er einen Blackjack hält. Dieser Blick heisst Peek.
Hat er tatsächlich einen Blackjack, deckt er sofort auf und die Runde endet. Verloren sind dann nur die ursprünglichen Einsätze, ausser bei Spielern, die selbst einen Blackjack halten. Zum Doppeln oder Splitten kommt es gar nicht erst.
Wie oft der Peek etwas findet, lässt sich grob vorrechnen. Liegt offen ein Ass, braucht der Dealer verdeckt eine Zehnerkarte, und vier der dreizehn Kartenwerte zählen zehn: Zehn, Bube, Dame und König, also 4 von 13 oder rund 30,8 Prozent. Liegt offen eine Zehnerkarte, muss verdeckt ein Ass liegen, was 1 von 13 oder etwa 7,7 Prozent ergibt. Diese Werte gelten streng genommen für einen unendlich grossen Schuh. Mit sechs oder acht Decks und bereits gespielten Karten weichen sie leicht ab, die Grössenordnung bleibt aber dieselbe.
Ein kleiner Spiegel oder ein elektronischer Leser am Tisch erlaubt den Peek, ohne dass jemand anderes die Karte zu sehen bekommt.
Blackjack ohne Hole Card: die ENHC-Regel
In vielen europäischen Casinos und an manchen Online-Tischen gilt die Regel ohne Hole Card, kurz ENHC für European No Hole Card. Der Dealer erhält zu Beginn nur seine offene Karte. Die zweite zieht er erst, wenn alle Spieler ihre Hände fertig gespielt haben.
Der Unterschied zeigt sich, wenn der Dealer am Ende doch einen Blackjack bildet. Nach der strengen ENHC-Regel verlieren Sie dann auch die zusätzlichen Einsätze aus Doppeln und Splitten, nicht bloss den ursprünglichen Einsatz. Ein Beispiel: Sie setzen 10 Franken, halten 11 gegen eine offene Zehn und doppeln auf 20 Franken. Zieht der Dealer danach ein Ass, sind die ganzen 20 Franken weg, während am Peek-Tisch die Runde schon vor dem Doppeln mit 10 Franken Verlust geendet hätte.
Den Aufpreis dieser Regel beziffern einige Quellen auf rund 0,11 Prozentpunkte Hausvorteil, andere nennen eine Spanne von 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten, je nach den übrigen Tischregeln. Das klingt nach wenig. Über viele Hände bleibt dieser Abstand aber genau dort, wo der Hausvorteil immer bleibt, nämlich beim Haus.
Die Basisstrategie verschiebt sich deshalb: Gegen eine offene Zehn oder ein Ass wird zurückhaltender gedoppelt und gesplittet.
Nicht jeder Tisch ohne Hole Card ist gleich streng. Manche Varianten geben bei einem Dealer-Blackjack die Zusatzeinsätze zurück und nehmen nur den ursprünglichen Einsatz, was im Englischen «original bets only» heisst. Eine einheitliche Praxis unter den Anbietern gibt es dabei nicht. Welche Regel gilt, steht in den Spielregeln des Tisches oder im Info-Fenster des Online-Spiels, und dorthin gehört der erste Blick, bevor Sie gegen ein Ass Geld nachlegen.
Hole Cards im Poker und Hole-Carding
Im Poker bezeichnet Hole Card etwas anderes, nämlich die verdeckten Karten, die nur der jeweilige Spieler sieht. Beim Texas Hold’em sind es zwei, beim Omaha vier.
Daraus folgt ein Regelunterschied, der am Tisch oft übersehen wird. Im Hold’em darf die beste Fünf-Karten-Hand zwei, eine oder auch keine der eigenen Hole Cards enthalten. Im Omaha müssen es genau zwei sein, kombiniert mit genau drei der fünf Gemeinschaftskarten. Wer dort vier Herz auf der Hand und ein einziges Herz auf dem Board hält, hat deshalb keinen Flush, auch wenn es auf den ersten Blick danach aussieht.
Ein dritter Gebrauch hat mit Fehlern beim Austeilen zu tun. Als Hole-Carding gilt, wenn jemand die verdeckte Dealerkarte erkennt, weil sie beim Geben oder beim Peek kurz sichtbar wird. Wie ein Casino damit umgeht, regelt das jeweilige Haus. An ENHC-Tischen stellt sich die Frage gar nicht, weil die zweite Dealerkarte während der Spielerentscheide noch im Schuh liegt.
Empfehlungen zu einzelnen Händen oder Spielen gibt es auf dieser Seite bewusst nicht, denn sie erklärt die Regel und nicht den nächsten Zug.
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