MGA-Lizenz

Reto Bachmann
Zuletzt aktualisiert am 17. July 2026, 13:04
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Eine MGA-Lizenz ist eine Glücksspielbewilligung, welche die Malta Gaming Authority (MGA) gestützt auf den maltesischen Gaming Act (Cap. 583) an Betreiber und Zulieferer erteilt. Für Spielerinnen und Spieler zählt vor allem die B2C-Variante, die sogenannte Gaming Service Licence. Sie erlaubt es einem Unternehmen, Spiele direkt an Endkunden anzubieten, und stellt es unter maltesische Aufsicht. Eine Bewilligung für den Schweizer Markt ist sie nicht.

MGA-Lizenz

Lizenzarten und Lizenznummer der MGA

Die MGA unterscheidet zwei Kategorien von Lizenzen. Die Gaming Service Licence (B2C) richtet sich an Betreiber, die Critical Gaming Supply Licence (B2B) an Zulieferer von Plattformen, Zufallsgeneratoren und Spielinhalten.

Eine B2C-Lizenz kann mehrere Spieltypen abdecken. Typ 1 umfasst Casinospiele gegen das Haus mit Zufallsgenerator, Typ 2 Sportwetten mit festen Quoten und Typ 3 Spiele zwischen Spielern gegen Kommission, etwa Poker. Typ 4 steht für kontrollierte Geschicklichkeitsspiele. Ein Online-Casino mit Slots und live casino benötigt deshalb mindestens Typ 1.

Im Footer eines Casinos erscheint die Lizenz als Nummer im Format MGA/B2C/XXX/JJJJ.

Was wir zuerst prüfen, ist der Eintrag dieser Nummer im Licensee Register der MGA. Dort muss die Lizenz als aktiv geführt sein, und die besuchte Domain muss unter derselben Gesellschaft erscheinen. Ein Siegel allein belegt nichts, solange es nicht auf die Verifizierungsseite authorisation.mga.org.mt verweist.

MGA-Lizenz im Schweizer Geldspielrecht

Häufig wird die MGA-Lizenz mit einer Schweizer Bewilligung verwechselt. Nach Art. 9 des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) dürfen nur Spielbanken mit Schweizer Konzession Spielbankenspiele online durchführen, sofern der Bundesrat ihre Konzession entsprechend erweitert hat.

In der Schweiz nicht bewilligte Angebote von Betreibern mit Sitz im Ausland kommen nach Art. 86 BGS auf eine Sperrliste, die bei Casinospielen die ESBK führt. Die Fernmeldedienstanbieterinnen sperren gemeldete Seiten laut Art. 92 der Geldspielverordnung innert höchstens fünf Arbeitstagen. Eine maltesische Lizenz ändert daran nichts, weil das Gesetz an die Schweizer Bewilligung und an den Sitz des Anbieters anknüpft.

Auch bei den Steuern wirkt sich der Unterschied aus. Gewinne in Schweizer Spielbanken sind laut ESTV steuerfrei, Gewinne bei ausländischen Online-Anbietern hingegen als Einkommen steuerbar.

Eine MGA-Lizenz belegt Aufsicht in Malta, keine Erlaubnis für die Schweiz.

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