Spielpause (Cool-off)

Corinne Lüthi-Rodrigues
Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026, 14:48
  • Sicherheit
  • Strategie

Eine Spielpause (Cool-off) ist eine selbst gewählte, zeitlich befristete Sperre des eigenen Spielerkontos bei einem einzelnen Anbieter, die nach Ablauf der gewählten Dauer von selbst endet. Sie ist das kleinere Werkzeug neben der Spielsperre: Sie gilt nur auf der Plattform, auf der Sie sie einrichten, und erscheint in keinem zentralen Register. Bei Schweizer Online-Casinos reicht die angebotene Dauer je nach Anbieter von einer Viertelstunde bis zu sechs Monaten. Wer mehr Abstand braucht, als eine Pause hergibt, greift zur freiwilligen Spielsperre.

Spielpause (Cool-off)

Was eine Spielpause technisch bedeutet

Technisch ist die Spielpause eine Einstellung im Spielerkonto. Sie legen einen Zeitraum fest, und für diese Dauer nimmt das System in den betroffenen Spielen keine Einsätze mehr an. Eine Berechnung im engeren Sinn gibt es nicht, denn massgebend ist allein das Ende des gewählten Zeitraums, ab dem das Konto ohne weiteren Antrag wieder offensteht.

Die Spannweite legt jeder Anbieter selbst fest.

Wir haben die veröffentlichten Angaben mehrerer Schweizer Plattformen gelesen. Jackpots.ch nennt eine Spielpause zwischen 15 Minuten und 6 Monaten, wahlweise für das ganze Angebot oder nur für einzelne Kategorien wie Slots. Mycasino erlaubt ebenfalls den Ausschluss einzelner Spielkategorien und setzt die Obergrenze bei 6 Monaten, während die Hilfeseite von Swiss Casinos eine Dauer von einem Tag bis zu sechs Monaten angibt. Eine Einschränkung wird dabei leicht übersehen: Bei Mycasino lässt sich eine einmal gesetzte Pause nicht selbst abschalten, eine vorzeitige Aufhebung ist nur über einen Antrag beim Kundenservice und eine Abklärung durch die Customer-Care-Abteilung möglich.

Ob Sie während der Pause ein Guthaben auszahlen lassen können, regeln die Anbieter unterschiedlich, und eine einheitliche Schweizer Vorgabe dazu haben wir nicht gefunden. Lesen Sie deshalb vor dem Einrichten im Bereich «Verantwortungsvolles Spielen» Ihres Kontos nach, ob Auszahlungen in dieser Zeit möglich bleiben.

Spielpause und freiwillige Spielsperre im Vergleich

Am häufigsten wird die Spielpause mit der freiwilligen Spielsperre verwechselt, die im Geldspielgesetz geregelt ist. Die Gegenüberstellung zeigt, wo die beiden Werkzeuge auseinandergehen; die Angaben zur Sperre stammen von der ESBK und von SOS Spielsucht.

Spielpause

Freiwillige Spielsperre

Gilt nur beim Anbieter, bei dem Sie sie einrichtenGilt für alle Schweizer Casinos, online und vor Ort, für Online-Grossspiele und in Liechtenstein
Wird im Konto mit wenigen Klicks gesetztAntrag persönlich im Casino oder schriftlich mit Ausweiskopie
Endet automatisch, bei den geprüften Anbietern nach höchstens 6 MonatenGilt unbefristet, bis sie auf Antrag aufgehoben wird
Kein Eintrag in ein zentrales RegisterEintrag im gemeinsamen Sperrregister der Veranstalterinnen
Vorzeitiges Ende je nach Anbieter nur über den KundenserviceAufhebung frühestens nach drei Monaten (Art. 84 VGS)

Wo Ihnen die Spielpause im Konto begegnet

Bei Schweizer Anbietern mit ESBK-Konzession finden Sie die Funktion meist im Spielerprofil, in einem Bereich mit einem Namen wie «Verantwortungsvolles Spielen» oder «Responsible Gaming». Jackpots.ch beschreibt genau diesen Weg, und Mycasino führt die Spielpause auf derselben Seite wie die persönlichen Spiellimiten.

Auf englischsprachigen Plattformen heisst dasselbe Werkzeug «Cool-off», «Time-out» oder «Take a break», und auch dort unterscheiden sich die angebotenen Dauern von Anbieter zu Anbieter.

Bei Plattformen mit Lizenz aus dem Ausland lohnt sich ein zweiter Blick. Deren Pause wirkt nur auf das eigene Konto, und eine Schweizer Spielsperre erreicht sie nicht, weil der Eintrag im Sperrregister nur für Angebote gilt, die unter das Geldspielgesetz fallen. Solche Angebote sind in der Schweiz nicht bewilligt und werden über Netzsperren blockiert; strafbar macht sich nach Angaben von Infodrog aber nur, wer sie anbietet, nicht wer dort spielt.

Prüfen Sie beim Einrichten, ob die Pause für das ganze Angebot gilt oder nur für die Kategorie, die Sie gerade ausgewählt haben.

Verwechslungen mit Limiten und Selbstsperre

Neben der Spielsperre wird die Spielpause oft mit Limiten gleichgesetzt. Eine Einzahlungs- oder Verlustlimite begrenzt, wie viel Geld Sie in einem bestimmten Zeitraum einsetzen, lässt das Spielen aber weiterhin zu. Die Pause dagegen stoppt jedes Spiel in den gewählten Kategorien, unabhängig vom Betrag.

Auch das Wort «Selbstsperre» sorgt für Unklarheit, weil Anbieter es unterschiedlich verwenden. Swisslos etwa bezeichnet eine im Benutzerkonto eingerichtete, zeitlich begrenzte Sperre einzelner oder aller Internet-Spiele als «temporäre Selbstsperre», was in der Sache einer Spielpause entspricht und mit dem Eintrag im Sperrregister nichts zu tun hat.

Massgebend ist die Wirkung, nicht der Name.

Wenn Sie merken, dass auf eine Pause die nächste folgt, ist die freiwillige Spielsperre das passendere Werkzeug, denn sie gilt landesweit und lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben. Beantragen können Sie sie persönlich in jedem Schweizer Casino oder schriftlich mit einer Ausweiskopie. Wer vorher mit jemandem sprechen möchte, erreicht bei SOS Spielsucht eine Beratung, die auch Angehörigen offensteht.

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