Turnierpoker (MTT) erklärt
Turnierpoker im Format MTT (Multi-Table Tournament) ist eine Pokerform, bei der alle Teilnehmenden dasselbe Startgeld zahlen, mit gleich vielen Chips beginnen und an mehreren Tischen spielen, bis eine Person alle Chips hält. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus, und frei werdende Tische werden laufend aufgelöst. Die Blinds, also die Pflichteinsätze vor jeder Hand, steigen in festen Stufen. Bezahlt wird nicht pro Hand, sondern nach Schlussrang: Ein kleiner Teil des Feldes teilt sich den Preispool.

Buy-in, Gebühr und Preispool im MTT
Die Teilnahme kostet einen Betrag, der in der Lobby meist zweiteilig angegeben wird. Eine Angabe wie 30+3 bedeutet, dass 30 in den Preispool fliessen und 3 als Gebühr beim Veranstalter bleiben.
So entsteht der Preispool
Der Pool ergibt sich aus der Zahl der Einträge multipliziert mit dem Buy-in ohne Gebühr. Bei 500 Einträgen zu 30+3 sind das 15 000 im Pool, während die 1500 aus den Gebühren nicht verteilt werden. Wie der Pool auf die Ränge aufgeteilt wird, legt jeder Anbieter in einer eigenen Auszahlungstabelle fest, die je nach Feldgrösse wechselt. Nach Angaben grosser Pokerräume erreichen typischerweise 10 bis 15 Prozent der Teilnehmenden die bezahlten Plätze, wobei der niedrigste bezahlte Rang oft kaum mehr als das Startgeld zurückbringt.
Eine Garantie, in der Lobby als GTD markiert, ist eine Untergrenze für den Pool.
Kommen weniger Einträge zusammen, als für die garantierte Summe nötig wären, deckt der Veranstalter die Differenz aus eigener Tasche, und genau diese Lücke heisst Overlay.
Freezeout, Re-Entry und Rebuy unterscheiden
Das klassische MTT ist ein Freezeout: ein Eintrag pro Person, und wer alle Chips verliert, ist endgültig draussen. Viele Turniere weichen davon ab, und die Bezeichnung in der Lobby entscheidet darüber, wie viel ein einzelnes Turnier insgesamt kosten kann.
Beim Re-Entry darf sich eine ausgeschiedene Person während der späten Anmeldephase erneut einkaufen und erhält einen frischen Startstapel, häufig an einem neuen Tisch. Beim Rebuy werden Chips am selben Platz nachgekauft, solange die Rebuy-Phase läuft; am Ende dieser Phase folgt oft ein Add-on, ein einmaliger Zukauf für alle Verbliebenen. Wie viele Wiedereinstiege erlaubt sind und ob dabei erneut eine Gebühr anfällt, regelt jeder Anbieter selbst. Ein einheitlicher Standard existiert dafür nicht.
Zwei Formate werden regelmässig mit dem MTT verwechselt. Das Sit & Go ist ebenfalls ein Turnier, startet aber, sobald ein einzelner Tisch voll ist, und kennt deshalb kein Zusammenlegen von Tischen. Im Cash Game dagegen stehen Chips für echtes Geld, und ein Ausstieg ist jederzeit möglich.
Ein Satellit schliesslich verteilt statt Geld Startplätze für ein grösseres Turnier.
Rechtlicher Rahmen für Turnierpoker in der Schweiz
Das Geldspielgesetz trennt beim Turnierpoker zwei Welten, die für Spielende sehr unterschiedlich aussehen. Grosse Turniere und jedes Online-Angebot gehören zu den Spielbankenspielen, kleine Turniere vor Ort dagegen zu den Kleinspielen unter kantonaler Aufsicht.
Kleine Pokerturniere ausserhalb der Spielbank
Die Geldspielverordnung setzt in Artikel 39 enge Grenzen: höchstens 200 Franken Startgeld pro Turnier und höchstens 20 000 Franken für alle Startgelder zusammen. Pro Tag und Ort gelten 300 Franken je Person und 30 000 Franken insgesamt, dazu höchstens vier Turniere, mindestens zehn Teilnehmende und eine Dauer von mindestens drei Stunden. Die Startgelder müssen vollständig als Gewinne ausgeschüttet werden, und der Kanton Zürich rechnet Re-Entry, Rebuy und Bounty ausdrücklich zum Startgeld. Diese Turniere dürfen weder online noch interkantonal durchgeführt werden.
Online-Turniere
Online darf in der Schweiz nur eine konzessionierte Spielbank Poker anbieten, und zwar mit einer Konzessionserweiterung des Bundesrats. Zusätzlich braucht jedes einzelne Spiel eine Bewilligung der ESBK, bevor es in der Lobby erscheinen darf.
Ob ein Schweizer Online-Casino überhaupt Turniere führt, ist deshalb eine Frage des einzelnen Angebots.
Verwandte Begriffe
Mehr über Online-Casinos
Neueste Ratgeber

- Zahlungen
- Sicherheit


