Baccarat spielen und die passende Wette wählen
Dieser Ratgeber erklärt, wie Baccarat abläuft und was jede Wette am Tisch tatsächlich kostet. Er richtet sich an Leserinnen und Leser in der Schweiz, die das Spiel online oder im Casino ausprobieren wollen und vorher wissen möchten, wo ihr Geld bleibt. Wir rechnen den Hausvorteil von Banker, Player, Tie und Pair nach, zeigen den Ablauf einer Runde und erklären, warum Tische ohne Kommission die Rangfolge umdrehen. Am Schluss steht, unter welchen Bedingungen Online-Baccarat in der Schweiz legal ist und was das für Ihren Schutz bedeutet.

So funktioniert Baccarat: Banker, Player und Tie
Baccarat, in Casinos oft Punto Banco genannt, ist ein Vergleichsspiel, bei dem am Tisch selbst niemand Entscheidungen trifft. Sie setzen vor dem Austeilen darauf, ob die Hand «Banker» oder die Hand «Player» näher an neun Punkte kommt, oder auf ein Unentschieden.
Beim Zählen gilt das Ass als ein Punkt, Karten von zwei bis neun zählen ihren Augenwert, Zehner und Bilder null. Ergibt die Summe zehn oder mehr, fällt die Zehnerstelle weg, aus 9 und 7 wird also eine 6. Ob eine dritte Karte kommt, legt ein festes Regelwerk fest.
Die Namen führen leicht in die Irre, denn «Banker» ist nicht das Casino und «Player» nicht die Person am Tisch. Weil die Banker-Hand nach dem Player zieht und dabei dessen dritte Karte kennt, gewinnt sie etwas häufiger. Bei einem Schuh mit acht Decks liegt der Banker in 45,86 Prozent der Runden vorne, der Player in 44,62 Prozent, und 9,52 Prozent enden unentschieden. Die Werte stammen aus den Kombinatorik-Tabellen von Michael Shackleford (Wizard of Odds), die wir nachgerechnet haben.
Genau dieser kleine Vorsprung ist der Grund, warum das Casino auf Banker-Gewinne eine Kommission erhebt.
Banker oder Player: die beiden Hauptwetten im Vergleich
Die zwei Hauptwetten unterscheiden sich in der Trefferquote und in der Auszahlung, und beides muss man zusammen lesen. Die Werte beziehen sich auf einen Schuh mit acht Decks, wie er an Baccarat-Tischen üblicherweise verwendet wird.
Banker | Player |
|---|---|
| Gewinnt in 45,86 % der Runden | Gewinnt in 44,62 % der Runden |
| Quote 1,95 nach 5 % Kommission | Quote 2,00 ohne Abzug |
| Hausvorteil 1,06 % | Hausvorteil 1,24 % |
| Bei Tie wird der Einsatz zurückgegeben | Bei Tie wird der Einsatz zurückgegeben |
| Kommission erschwert das Nachrechnen | Gewinn entspricht dem Einsatz |
| Ohne Kommission: Hausvorteil 1,46 % | Ohne Kommission: unverändert 1,24 % |
Was die Kommission auf der Banker-Wette kostet
Ein Banker-Gewinn wird mit 0,95 zu 1 ausbezahlt, als Dezimalquote also mit 1,95. Wer zehn Franken setzt und gewinnt, erhält 19,50 Franken zurück, der Reingewinn beträgt 9,50 Franken. Der Player zahlt dagegen eine glatte Quote von 2,00.
Die Marge lässt sich in einer Zeile vorrechnen: 0,45860 Gewinnwahrscheinlichkeit mal 0,95 ergibt 0,43567, davon geht die Verlustwahrscheinlichkeit von 0,44625 ab, und übrig bleibt ein Minus von rund 1,06 Rappen pro gesetztem Franken. Beim Player ist die Rechnung noch kürzer, denn 0,44625 minus 0,45860 ergibt minus 0,01235, also einen Hausvorteil von 1,24 Prozent.
Ein Unterschied von 0,18 Prozentpunkten wirkt klein, doch über tausend Wetten zu zehn Franken, also 10’000 Franken Umsatz, beträgt der erwartete Verlust beim Banker rund 106 Franken und beim Player rund 124 Franken. Werbetexte sprechen bei der Banker-Wette gern von «Value». Das ist ein Missverständnis: Die Banker-Wette ist bloss das kleinere Minus, und dieses Minus gleicht sich über viele Runden nicht aus, sondern wird mit jeder Runde erneut fällig.
Eine Wette mit positivem Erwartungswert gibt es am Baccarat-Tisch nicht.
Eine Baccarat-Runde Schritt für Schritt spielen
Der Ablauf ist an Live-Tischen und an RNG-Varianten weitgehend gleich. Die folgenden fünf Schritte führen durch eine Runde, von der Wahl des Tisches bis zur Kontrolle der Auszahlung.
- Schritt 1
Tischvariante und Auszahlungstabelle zuerst prüfen
Klären Sie vor dem ersten Einsatz, ob der Tisch klassisch mit 5 Prozent Kommission spielt oder als Variante ohne Kommission. Die Auszahlungstabelle im Info-Menü des Spiels zeigt das, ebenso die Auszahlung für Tie und Pair. - Schritt 2
Budget und Einsatzhöhe vorab festlegen
Legen Sie fest, wie viel Geld die Sitzung kosten darf, und teilen Sie diesen Betrag in gleich hohe Einsätze. Mindest- und Höchsteinsatz stehen in der Regel direkt am Tisch oder im Info-Fenster. - Schritt 3
Chip auf Banker oder Player setzen
Platzieren Sie den Einsatz innerhalb des Wettfensters auf eine der beiden Hauptwetten. Nebenwetten wie Tie oder Pair sind freiwillig und kosten deutlich mehr, wie die Tabelle weiter unten zeigt. - Schritt 4
Karten und Drittkartenregel ablaufen lassen
Beide Hände erhalten zwei Karten. Bei acht oder neun Punkten ist Schluss, sonst zieht der Player mit fünf oder weniger, und der Banker entscheidet nach einer festen Tabelle. Eingreifen können Sie an dieser Stelle nicht. - Schritt 5
Auszahlung und abgezogene Kommission genau kontrollieren
Ein Banker-Gewinn bringt das 1,95-Fache des Einsatzes zurück, ein Player-Gewinn das Doppelte. Bei einem Unentschieden bleiben beide Hauptwetten unberührt. Vergleichen Sie im Spielverlauf, ob die gutgeschriebenen Beträge zur Auszahlungstabelle passen.
Tie und Pair: warum Nebenwetten so teuer sind
Die Tie-Wette zahlt in den meisten Casinos 8 zu 1, als Dezimalquote also 9,00. Das klingt grosszügig, doch ein Unentschieden kommt bei acht Decks nur in 9,52 Prozent der Runden vor. Fair wäre bei dieser Häufigkeit eine Quote von etwa 10,51.
Daraus ergibt sich ein Hausvorteil von 14,36 Prozent, mehr als das Dreizehnfache der Banker-Wette.
Einzelne Anbieter zahlen auf Tie 9 zu 1, was den Hausvorteil auf 4,84 Prozent senkt; auch das bleibt rund viermal so teuer wie eine Hauptwette. Bei den Pair-Wetten, die auf ein Paar in den ersten zwei Karten einer Hand setzen, liegt die übliche Auszahlung bei 11 zu 1. Der Hausvorteil beträgt dabei 10,36 Prozent mit acht Decks und steigt mit sechs Decks auf 11,25 Prozent.
Tische ohne Kommission
Ein Teil der Online-Tische wirbt mit «ohne Kommission», und das klingt nach einem Geschenk. Der Banker zahlt dort 1 zu 1, gewinnt er aber mit sechs Punkten, gibt es nur die Hälfte des Einsatzes als Gewinn. Diese eine Regel hebt den Hausvorteil der Banker-Wette auf 1,46 Prozent, womit am gleichen Tisch der Player zur günstigeren Wahl wird.
Hausvorteil aller Baccarat-Wetten in Zahlen
| Wette | Auszahlung | Hausvorteil (8 Decks) |
|---|---|---|
| Banker | 0,95 zu 1 (Quote 1,95) | 1,06 % |
| Player | 1 zu 1 (Quote 2,00) | 1,24 % |
| Banker ohne Kommission | 1 zu 1, mit Sechs 1 zu 2 | 1,46 % |
| Player Pair / Banker Pair | 11 zu 1 (Quote 12,00) | 10,36 % |
| Tie | 8 zu 1 (Quote 9,00) | 14,36 % |
Systeme, Muster und das Versprechen von Value
An vielen Baccarat-Tischen laufen Verlaufsanzeigen mit, sogenannte Roads, die jede Runde als Punkt oder Kreis festhalten. Sie legen Muster nahe, aus denen sich der nächste Ausgang ablesen liesse. Die Mathematik gibt das nicht her, denn bei acht Decks mit 416 Karten verschiebt der bisherige Verlauf die Chancen der nächsten Runde nur minimal.
Progressionen wie Martingale ändern daran nichts, denn sie tauschen viele kleine Gewinne gegen einen seltenen, aber grossen Verlust und stossen bei einer Pechsträhne rasch an das Tischmaximum. Der Hausvorteil wirkt wie eine Gebühr auf jeden einzelnen Einsatz; je grösser der Umsatz, desto genauer nähert sich das Ergebnis den 1,06 oder 1,24 Prozent an. Wer darin eine Einnahmequelle sieht, rechnet mit falschen Zahlen.
Tipps auf einzelne Runden geben wir nicht, weil es keine begründbaren gibt.
Bei Casino-Boni lohnt ein Blick in die Bedingungen, bevor Sie Baccarat spielen. Tischspiele zählen beim Wagering häufig nur teilweise oder gar nicht, und mancher Bonus schliesst Baccarat ausdrücklich aus.
Online-Baccarat legal in der Schweiz spielen
Online-Baccarat um Geld dürfen in der Schweiz nur Spielbanken anbieten, die eine Konzession des Bundesrats besitzen und diese für das Online-Spiel erweitert haben. Zusätzlich braucht jedes Online-Angebot eine Bewilligung der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK. Das haben wir in den Unterlagen der ESBK zum Geldspielgesetz nachgelesen.
Ausländische Angebote ohne Schweizer Bewilligung kommen auf eine Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre umsetzen müssen.
Wer dennoch bei einem nicht konzessionierten Casino spielt, macht sich nach Angaben der ESBK nicht strafbar, tut dies aber auf eigene Gefahr. Konkret heisst das: Bei Streit um eine Auszahlung oder um ein gesperrtes Konto ist keine Schweizer Aufsicht zuständig, und eine im Ausland erteilte Lizenz ändert daran aus Schweizer Sicht nichts. Die ESBK veröffentlicht sowohl die Sperrliste als auch Informationen zu den konzessionierten Spielbanken.
Eine Spielsperre, die ein Schweizer Casino ausspricht, gilt in der ganzen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Für alle, die ihr Spiel verbindlich begrenzen wollen, ist das ein Werkzeug mit echter Wirkung.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu Baccarat-Wetten
Welche Baccarat-Wette hat den geringsten Hausvorteil?
Am klassischen Tisch mit 5 Prozent Kommission ist es die Banker-Wette mit 1,06 Prozent. An Tischen ohne Kommission liegt der Player mit 1,24 Prozent vorne, weil der Banker dort 1,46 Prozent kostet.
Lohnt sich die Tie-Wette bei einer Quote von 9,00?
Nein. Ein Unentschieden kommt bei acht Decks in 9,52 Prozent der Runden vor, fair wäre eine Quote von etwa 10,51. Daraus ergibt sich ein Hausvorteil von 14,36 Prozent.
Was passiert bei einem Unentschieden mit der Banker- oder Player-Wette?
Der Einsatz bleibt unberührt, im Fachjargon ein Push. Sie verlieren nichts und gewinnen nichts; eine Auszahlung erhält nur, wer auf Tie gesetzt hat.
Lässt sich das Ergebnis beim Baccarat durch eigene Entscheidungen beeinflussen?
Nein. Ob eine dritte Karte gezogen wird, regelt ein festes Regelwerk. Ihre einzige Entscheidung ist die Wette vor dem Austeilen, zusammen mit der Höhe des Einsatzes.
Funktionieren Systeme wie Martingale beim Baccarat?
Keines dieser Systeme senkt den Hausvorteil. Sie verteilen Gewinne und Verluste anders, scheitern aber an langen Serien und am Tischmaximum. Tipps auf einzelne Runden geben wir grundsätzlich nicht.
Ist Online-Baccarat in der Schweiz legal?
Ja, bei Schweizer Spielbanken mit Konzessionserweiterung und Bewilligung der ESBK. Angebote ohne Bewilligung werden gesperrt; wer dort spielt, ist nicht strafbar, aber ohne Schutz der Schweizer Aufsicht.
Macht die Anzahl der Decks einen Unterschied?
Bei den Hauptwetten kaum: Banker und Player bleiben mit sechs wie mit acht Decks bei 1,06 und 1,24 Prozent. Bei Tie und Pair steigt der Hausvorteil mit sechs Decks leicht an.
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Was wir zuerst prüfen, ist die Auszahlungsregel des Tisches: Steht dort 0,95 zu 1 für den Banker oder «ohne Kommission»? Im zweiten Fall dreht sich dieser Vergleich, denn dann liegt der Player mit 1,24 Prozent vorne. Die richtige Wette hängt also an der Tischvariante, nicht an einer Vorliebe.