Glücksspielzahlungen bei Bank und Karte sperren
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Zahlungen an Online-Casinos und Wettanbieter direkt über Ihre Bank oder Karte blockieren. Er richtet sich an Personen in der Schweiz, die ihr eigenes Spielverhalten begrenzen wollen, und an Angehörige, die dabei helfen. Wir erklären, worin sich eine Kartensperre von der Spielsperre nach dem Geldspielgesetz unterscheidet und welche Einstellungen Schweizer Banking-Apps tatsächlich anbieten. Zum Schluss geht es um die Zahlungswege, die eine Kartensperre in der Regel nicht erfasst, und um die Stellen, die bei einem Spielproblem kostenlos beraten.

Wie eine Zahlungssperre bei der Bank funktioniert
Jede Kartenzahlung trägt einen Händlerkategoriecode, den die Bank des Händlers nach den Regeln von Visa und Mastercard vergibt. Für Wetten, Lotterien und Casinospiele ist das der Code 7995, und genau an diesem Merkmal setzen die meisten Glücksspielsperren an. Ist die Sperre aktiv, lehnt die kartenausgebende Bank eine so codierte Zahlung ab, bevor Geld das Konto verlässt.
Der Händler wählt diesen Code nicht selbst aus.
Daraus folgt die wichtigste Einschränkung: Die Sperre sieht nur, was korrekt als Glücksspiel gekennzeichnet ist. Läuft eine Einzahlung über einen Zahlungsdienstleister, ein E-Wallet oder einen Gutschein, erscheint auf der Kartenabrechnung oft ein anderer Händler mit einem anderen Code. Eine Aufladung bei Skrill oder der Kauf einer Paysafecard ist für die Bank deshalb in vielen Fällen keine Glücksspielzahlung, auch wenn das Geld danach im Casino landet. Wer sich schützen will, sollte die Bankfunktion daher als eine Schicht unter mehreren verstehen.
Die zweite Schicht ist die Spielsperre nach dem Geldspielgesetz, die bei Schweizer Spielbanken beantragt wird. Die beiden Massnahmen decken unterschiedliche Lücken ab, wie der folgende Vergleich zeigt.
Kartensperre und Spielsperre im direkten Vergleich
Wir haben die Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) zur Spielsperre mit den Bankfunktionen verglichen, die Schweizer und internationale Anbieter in ihren Hilfeseiten beschreiben.
Bank- oder Kartensperre | Spielsperre nach Geldspielgesetz |
|---|---|
| Wirkt bei Kartenzahlungen an jeden als Glücksspiel codierten Händler, auch im Ausland | Gilt nur bei Schweizer Spielbanken, Swisslos und Loterie Romande |
| Erfasst E-Wallets, Gutscheine und Überweisungen meist nicht | Sperrt das Spielerkonto unabhängig vom Zahlungsmittel |
| Aufhebung je nach Bank, bei Revolut nach bis zu 48 Stunden | Freiwillige Sperre frühestens nach drei Monaten aufhebbar |
| In der App in wenigen Minuten eingerichtet | Antrag schriftlich mit Ausweiskopie oder persönlich im Casino |
Sperre in der Banking-App einrichten
Eine eigene Glücksspielsperre per Schalter haben wir bei Revolut bestätigt gefunden. Laut Revolut-Hilfe blockiert die Funktion Kartenzahlungen, die als Glücksspiel erkannt werden, und wird sofort aktiv. Wer sie wieder ausschaltet, wartet bis zu 48 Stunden, bis die Sperre tatsächlich aufgehoben ist. Diese Verzögerung ist gewollt, denn sie nimmt dem spontanen Entschluss die Wirkung.
Bei den grossen Schweizer Banken haben wir auf den offiziellen Hilfeseiten keinen vergleichbaren Glücksspielschalter gefunden, wohl aber Werkzeuge, die sich ähnlich einsetzen lassen. UBS erlaubt im E-Banking und in der Mobile Banking App, einzelne Länder oder ganze Regionen für Online-Zahlungen zu sperren, und Online-Zahlungen der Debitkarte lassen sich in den Sicherheitseinstellungen ein- und ausschalten. PostFinance bietet das Sperren und Entsperren der Karte im E-Finance und in der App an. Weil Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ihren Sitz meist im Ausland haben, kann eine Ländereinschränkung einen Teil dieser Zahlungen abfangen, eine gezielte Glücksspielsperre ersetzt sie aber nicht.
Fragen Sie Ihre Bank direkt, ob sie Händlerkategorien blockieren kann.
Manche Institute richten eine solche Sperre auf Anfrage ein, auch wenn die App sie nicht anzeigt. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben, damit klar ist, welche Karten und Konten sie umfasst.
Schritt für Schritt zur wirksamen Zahlungssperre
Die folgenden Schritte gelten unabhängig von Ihrer Bank. Die Menüpunkte heissen je nach App anders, die Reihenfolge bleibt dieselbe.
- Schritt 1
Alle Karten und Konten zuerst auflisten
Notieren Sie jede Debit-, Kredit- und Prepaidkarte sowie alle Konten, auch Zweitkonten bei Neobanken. Eine Sperre schützt nur die Karte, auf der sie aktiv ist, und eine vergessene Karte ist der naheliegendste Ausweg. - Schritt 2
Sicherheitseinstellungen in der Banking-App prüfen
Suchen Sie unter Karteneinstellungen, Sicherheit oder Ausgabenkontrolle nach einer Glücksspielsperre. Fehlt sie, prüfen Sie, ob sich Online-Zahlungen oder einzelne Länder für Online-Zahlungen deaktivieren lassen. - Schritt 3
Glücksspielsperre oder eine Ersatzlösung jetzt aktivieren
Schalten Sie die Glücksspielsperre ein, sofern vorhanden. Andernfalls deaktivieren Sie Online-Zahlungen für Karten, die Sie dafür nicht benötigen, und sperren die Länder, in denen ausländische Anbieter häufig ihren Sitz haben. - Schritt 4
Bei der Bank nach Händlersperren fragen
Rufen Sie die offizielle Nummer auf der Karte oder der Bank-Website an und fragen Sie, ob Zahlungen mit dem Händlercode 7995 blockiert werden können. Lassen Sie sich bestätigen, welche Karten die Sperre erfasst. - Schritt 5
Spielsperre bei einer Spielbank beantragen
Senden Sie das Antragsformular mit einer Ausweiskopie an ein Schweizer Casino Ihrer Wahl. Die Sperre gilt dann bei allen Schweizer Spielbanken sowie bei Swisslos und Loterie Romande, online wie vor Ort. - Schritt 6
Kreditlimite und Zugang zu Geld begrenzen
Senken Sie Kreditkartenlimiten oder lassen Sie Karten löschen, die Sie nicht brauchen. Eine Vertrauensperson kann vorübergehend die Finanzen verwalten, was die SOS Spielsucht ausdrücklich als Hilfe nennt.
Wo Kartensperren an ihre Grenzen stossen
Eine Kartensperre stoppt Zahlungen, die als Glücksspiel codiert sind, und nichts darüber hinaus. E-Wallets wie Skrill und Neteller, Paysafecard-Gutscheine und direkte Banküberweisungen an Zahlungsdienstleister laufen in der Regel unter anderen Händlercodes. Auch die Klassifizierung selbst kann ungenau sein, sodass einzelne Casinozahlungen durchrutschen.
Bei ausländischen Anbietern kommt die rechtliche Lage hinzu. Nach dem Geldspielgesetz muss der Zugang zu Online-Geldspielen ohne Schweizer Bewilligung gesperrt werden; ESBK und Gespa führen dazu Sperrlisten, die die Internetanbieter technisch umsetzen. Spielende machen sich laut ESBK nicht strafbar, wenn sie dort spielen, tun dies aber auf eigene Gefahr. Eine Schweizer Spielsperre ist bei diesen Anbietern nicht automatisch wirksam, eine Sperre muss dort separat beantragt werden.
Wenn die Sperre allein nicht reicht
Technische Sperren verschaffen Zeit, sie behandeln kein Spielproblem. Die nationale Helpline SOS Spielsucht ist unter 0800 040 080 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym. Bei Schulden berät die Caritas-Hotline «SOS Schulden» unter 0800 708 708 von Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 13 Uhr, ebenfalls kostenlos. Angehörigen empfiehlt SOS Spielsucht unter anderem, Debitkarten vom gemeinsamen Konto zu lösen oder ein Konto mit doppelter Unterschrift zu führen.
Wer Bankeinstellung und Spielsperre kombiniert, hat den robustesten Schutz.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zur Sperre von Glücksspielzahlungen
Kann ich Glücksspielzahlungen bei jeder Schweizer Bank sperren?
Nicht jede Bank bietet einen eigenen Glücksspielschalter. Viele Apps erlauben jedoch, Online-Zahlungen oder Länder zu sperren. Fragen Sie Ihre Bank direkt nach einer Sperre für den Händlercode 7995.
Wie schnell wirkt eine Glücksspielsperre bei Revolut?
Laut Revolut wird die Sperre sofort aktiv. Schalten Sie sie aus, dauert es bis zu 48 Stunden, bis Kartenzahlungen an Glücksspielanbieter wieder möglich sind.
Blockiert die Kartensperre auch Einzahlungen per E-Wallet?
In den meisten Fällen nicht. Eine Aufladung von Skrill, Neteller oder eine Paysafecard erscheint bei der Bank als Zahlung an diesen Dienst, nicht als Glücksspiel.
Gilt die Schweizer Spielsperre auch bei ausländischen Online-Casinos?
Nein. Sie gilt bei Schweizer Spielbanken, Swisslos und Loterie Romande. Bei ausländischen Anbietern müssen Sie eine Sperre separat beantragen, sofern der Anbieter eine solche anbietet.
Wann kann ich eine freiwillige Spielsperre wieder aufheben?
Laut ESBK frühestens drei Monate nach dem Eintrag. Sie stellen dazu einen Antrag bei der Spielbank, bei der Sie sich haben sperren lassen.
Wo erhalte ich Hilfe bei einem Spielproblem?
Die Helpline SOS Spielsucht ist unter 0800 040 080 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym. Kantonale Fachstellen bieten zudem persönliche Beratung an.
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Was wir Leserinnen und Lesern zuerst raten: beide Massnahmen kombinieren, statt eine gegen die andere auszuspielen. Die Spielsperre greift bei ausländischen Anbietern nicht, die Kartensperre verfehlt Umwege über E-Wallets. Erst zusammen schliessen sie die Lücken, die jede für sich offenlässt, und die dreimonatige Mindestdauer der Spielsperre ist dabei ein Vorteil.