Bust (Überkauft) im Blackjack
Bust, auf Deutsch «überkauft», heisst im Blackjack: Eine Hand hat mit ihren Karten mehr als 21 Punkte erreicht und ist damit sofort verloren. Der Einsatz der betreffenden Box wird eingezogen, noch bevor der Dealer seine eigene Hand zu Ende spielt. Das gilt für den Dealer genauso, nur mit anderer Wirkung: Überkauft er sich, gewinnen alle Boxen, die noch im Spiel sind. Wer den Begriff versteht, versteht auch, woher ein guter Teil des Hausvorteils stammt.

Wann eine Hand als überkauft gilt
Gezählt wird nach den üblichen Werten: Zahlenkarten nach Augen, Bube, Dame und König mit 10, das Ass wahlweise mit 1 oder 11. Ab 22 Punkten ist die Hand bust, egal ob sie aus drei oder aus sechs Karten besteht.
Eine Hand mit einem Ass, das als 11 zählt, heisst «soft» und kann beim nächsten Zug nicht überkaufen, weil das Ass notfalls auf 1 zurückfällt. Eine harte 16 hat diesen Puffer nicht.
Entscheidend ist die Reihenfolge am Tisch. Die Spielerinnen und Spieler ziehen zuerst, der Dealer zuletzt, und eine überkaufte Box wird sofort abgeräumt. Überkauft sich der Dealer danach ebenfalls, bekommt diese Box ihren Einsatz trotzdem nicht zurück. Das Grand Casino Baden beschreibt die Regel in seinen Spielinformationen genau so: Der Einsatz wird bei einem Bust sofort eingezogen.
Dieser doppelte Bust ist der Kern des Hausvorteils.
Spieler-Bust und Dealer-Bust im Vergleich
Derselbe Begriff hat für die beiden Seiten des Tisches ganz unterschiedliche Folgen. Die Markierung zeigt jeweils, welche Seite für Sie als Spielerin oder Spieler günstiger ist.
Spieler überkauft | Dealer überkauft |
|---|---|
| Einsatz der Box ist sofort verloren | Alle noch stehenden Boxen gewinnen |
| Verlust gilt auch, wenn der Dealer danach überkauft | Wirkt nur für Boxen, die nicht schon bust sind |
| Risiko lässt sich durch Stehenbleiben steuern | Dealer zieht nach fester Hausregel, ohne Wahl |
| Wahrscheinlichkeit hängt von der eigenen Summe ab | Wahrscheinlichkeit hängt von der offenen Karte ab |
| Soft-Hand schützt vor Bust beim nächsten Zug | Ziehen auf Soft 17 je nach Tischregel |
| Keine Auszahlung, kein eigener Wettmarkt | Teils als Bust-Nebenwette angeboten |
Wie sich das Bust-Risiko berechnen lässt
Für die eigene Hand reicht eine einfache Rechnung, wenn man von einem grossen Kartenschuh ausgeht, in dem jeder der 13 Kartenwerte gleich oft vorkommt. Bei einer harten 12 überkaufen nur die vier Zehnerwerte, also 4 von 13 Karten oder rund 30,8 %.
Mit jedem Punkt kommt ein Kartenwert dazu: Eine harte 13 überkauft mit 5 von 13 Karten, eine harte 16 bereits mit 8 von 13, das sind rund 61,5 %. Bei 11 Punkten oder weniger ist ein Bust mit der nächsten Karte unmöglich.
Beim Dealer ist die Rechnung aufwendiger, weil er mehrere Karten ziehen kann und an die Hausregel gebunden ist, meist Ziehen bis 16 und Stehen ab 17. Veröffentlichte Tabellen nennen für eine offene 5 oder 6 rund 42 % Bust-Wahrscheinlichkeit, für eine offene 10 rund 23 % und für ein Ass je nach Regelwerk zwischen etwa 12 und 17 %. Über alle offenen Karten hinweg liegt der Wert bei gut 28 %. Wie viele Decks im Schuh liegen und ob der Dealer auf Soft 17 zieht, verschiebt diese Zahlen leicht, deshalb gibt es keinen einheitlichen Standardwert.
Daraus leitet die Grundstrategie ab, warum man mit 12 bis 16 gegen eine schwache offene Karte des Dealers oft stehen bleibt.
Bust-Nebenwette und häufige Verwechslungen
Manche Casinos verkaufen den Dealer-Bust als eigene Wette. Bei den Spielbanken Bayern etwa zahlt die Bust-Linie im Verhältnis 5:2, wenn sich die Bank überkauft; sonst geht der Einsatz an das Haus.
Die Rechnung dahinter ist ernüchternd. Mit einer Gesamtwahrscheinlichkeit von 28,16 % und einer Auszahlung von 5:2 ergibt sich pro Franken Einsatz 0,2816 × 2,5 – 0,7184 = -0,0144, also ein rechnerischer Hausvorteil von rund 1,4 % in diesem vereinfachten Modell. Online-Varianten arbeiten oft mit gestaffelten Auszahlungen nach Kartenzahl, und dort gilt die Rechnung nicht mehr; massgeblich ist dann die Auszahltabelle des jeweiligen Anbieters.
Verwechselt wird «überkauft» vor allem mit zwei Dingen. Im Börsenjargon bezeichnet es eine Aktie, die nach starkem Anstieg als zu teuer gilt, was mit Blackjack nichts zu tun hat. Und im Poker heisst «bust» meist, dass jemand seine Chips oder sein Turnier verloren hat.
Im Baccarat gibt es keinen Bust, dort zählt nur die letzte Ziffer der Punktsumme.
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