Soft Hand im Blackjack
Eine Soft Hand ist im Blackjack jede Hand, in der ein Ass als 11 zählt, ohne dass die Summe 21 übersteigt. Weil dasselbe Ass jederzeit auf 1 zurückfallen kann, bringt die nächste Karte eine solche Hand nie zum Überkaufen. Das Gegenstück ist die Hard Hand, die entweder kein Ass enthält oder deren Ass bereits als 1 gezählt werden muss. Begegnen wird Ihnen der Begriff an zwei Stellen: in der Basisstrategie für die eigenen Entscheidungen und in der Tischregel, die festlegt, wie der Dealer eine Soft 17 spielt.

So wird eine Soft Hand gezählt
Gerechnet wird immer zuerst mit dem Ass als 11. Bleibt die Summe bei 21 oder darunter, ist die Hand soft und wird mit dem höheren Wert angesagt: Ass und 6 heissen Soft 17, Ass und 7 heissen Soft 18.
Die Spannweite reicht von Soft 12 bis Soft 21. Zwei Asse ergeben Soft 12, weil nur eines der beiden als 11 zählen kann; das zweite muss als 1 laufen, sonst stünde die Hand bei 22. Ass und eine Zehnerkarte als erste zwei Karten sind rechnerisch ebenfalls eine Soft 21, werden aber als Blackjack gewertet und ausbezahlt.
Soft bleibt eine Hand nur, solange die 11 hält.
Ein Beispiel zeigt den Übergang. Wer mit Ass und 5 eine Soft 16 hält und eine 9 zieht, käme mit dem Ass als 11 auf 25. Das Ass fällt deshalb auf 1, die Hand steht bei Hard 15 und hat ihr Polster verloren. Ab diesem Moment trägt jede weitere Karte dasselbe Risiko wie bei einer Hand ohne Ass, und die Entscheidung folgt wieder den Regeln für harte Summen.
Soft Hands in der Basisstrategie
Weil eine Soft Hand mit der nächsten Karte nicht überkaufen kann, behandelt die Basisstrategie sie anders als eine harte Summe gleicher Höhe. Soft 13 bis Soft 17 werden nach den gängigen Strategietabellen nie gehalten; je nach offener Dealerkarte wird gezogen oder verdoppelt.
Ab Soft 19 bleibt man in aller Regel stehen.
Die heikelste Hand ist Soft 18, und an ihr sieht man, wie stark die Tischregeln mitrechnen. In Spielen mit mehreren Decks, in denen der Dealer auf Soft 17 stehen bleibt, verdoppelt die Basisstrategie gegen eine offene 3 bis 6, bleibt gegen 2, 7 und 8 stehen und zieht gegen 9, 10 und Ass. Muss der Dealer Soft 17 ziehen, kommt die Verdopplung gegen eine 2 dazu. Besteht die Soft 18 bereits aus drei oder mehr Karten, ist Verdoppeln an den meisten Tischen nicht mehr erlaubt, und gegen schwache Dealerkarten wird dann gestanden.
Eine Prognose für die nächste Runde ist das nicht, und Tipps auf einzelne Hände gibt es hier keine. Die Strategie senkt den Hausvorteil über viele Runden, sie hebt ihn nicht auf. Eine Tabelle, die mit «garantiertem Gewinn» wirbt, verkauft eine Rechnung, die nicht aufgeht.
Soft 17 des Dealers und Hard Hand
Am häufigsten wird die Soft Hand mit der Dealerregel zur Soft 17 verwechselt. Die eine beschreibt einen Kartenwert, die andere ist eine Hausregel, die festlegt, ob der Dealer bei Ass und 6 noch eine Karte ziehen muss.
Abgekürzt wird die Regel als S17, wenn der Dealer stehen bleibt, und als H17, wenn er ziehen muss. Im landbasierten Casino steht sie meist auf dem Tischfilz, online in den Spielregeln des jeweiligen Tisches; welche Variante gilt, legt der Anbieter fest, eine einheitliche Vorgabe gibt es nicht. Der Unterschied ist messbar, denn H17 erhöht den Hausvorteil um rund 0,2 Prozentpunkte. Angenommen, ein Tisch läge unter S17 bei 0,5 Prozent, dann kostet dieselbe Spielweise unter H17 bei 1000 Franken Gesamteinsatz im Schnitt rund 7 statt 5 Franken.
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Die zweite Verwechslung betrifft die Hard Hand selbst. Ass und 6 mit einer danach gezogenen 10 ergeben Hard 17, obwohl ein Ass in der Hand liegt; entscheidend ist allein, ob das Ass noch als 11 zählen kann.
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