Freiwette (Freebet)
Eine Freiwette ist ein Wettguthaben, das ein Anbieter als Bonus vergibt und das Sie auf ein Sportereignis setzen können, ohne eigenes Geld einzusetzen. Gewinnt die Wette, erhalten Sie in aller Regel nur den Nettogewinn, während der Einsatz selbst nicht ausbezahlt wird. Im Englischen heisst diese Regel «stake not returned». Deshalb ist eine Freiwette über 10 Franken weniger wert als 10 Franken in bar, und um wie viel weniger, lässt sich mit der Dezimalquote ziemlich genau ausrechnen.

So wird der Gewinn einer Freiwette berechnet
Die Formel ist kurz: Gutschrift = Freiwettbetrag × (Dezimalquote – 1). Bei einer normalen Wette lautet sie Einsatz × Quote, weil der Einsatz im Gewinnfall mit zurückfliesst.
Ein Beispiel mit runden Zahlen: Eine Freiwette über 10 Franken auf die Quote 3,00 bringt im Gewinnfall 20 Franken und nicht 30. Die zehn Franken des Einsatzes verschwinden nach der Abrechnung.
Aufschlussreicher ist der erwartete Wert vor der Wette.
Wäre die Quote fair, läge die Gewinnwahrscheinlichkeit bei einem Drittel, und die Freiwette wäre 20 × 1/3 = 6,67 Franken wert. Faire Quoten bietet aber kein Buchmacher an, weil er eine Marge einrechnet. Wie gross sie ist, zeigt ein Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90: 1/1,90 + 1/1,90 ergibt 1,0526, also rund 5,3 Prozent Marge. Rechnet man eine Marge von 6 Prozent aus der Quote 3,00 heraus, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf etwa 31,4 Prozent und der Wert der Freiwette auf rund 6,29 Franken. Aus dem beworbenen Zehner werden also gut sechs Franken.
Warum die Quote den Wert verschiebt
Je höher die Quote, desto kleiner der Anteil, den der fehlende Einsatz vom Wert abzieht: Bei einer fairen Quote von 6,00 liegt der Erwartungswert einer 10-Franken-Freiwette bei 8,33 Franken, bei 1,50 nur bei 3,33 Franken. Die Marge steckt trotzdem in jeder einzelnen Wette, egal welche Quote Sie wählen. Das ist Mathematik und kein Tipp auf ein bestimmtes Spiel, denn solche Tipps gibt es auf dieser Seite grundsätzlich nicht.
Wo Freiwetten in der Schweiz auftauchen
Online dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten. So hält es das Geldspielgesetz fest, und nicht bewilligte Angebote lässt die Gespa von den Internet-Providern sperren.
Die meisten Freiwetten, die in Werbung und Foren kursieren, stammen deshalb von Anbietern mit ausländischer Lizenz, die hierzulande nicht zugelassen sind. Weil auch das Bewerben solcher Angebote in der Schweiz verboten ist, stehen hier keine Namen.
Wer dort trotzdem wettet, macht sich als Spielerin oder Spieler nicht strafbar, riskiert aber, das Guthaben bei einer Sperre oder einem Strafverfahren gegen den Anbieter zu verlieren.
Wo eine Freiwette angeboten wird, hängt ihr Wert an den Bedingungen, und einen Standard dafür gibt es nicht. Üblich sind eine Mindestquote, ein Ablaufdatum, eine Beschränkung auf bestimmte Märkte und manchmal ein Maximalgewinn. Was ich zuerst prüfe, ist, ob der Gewinn direkt als Echtgeld gutgeschrieben wird oder erst Umsatzbedingungen durchlaufen muss. Im zweiten Fall schrumpft der oben berechnete Wert weiter, weil jeder zusätzliche Umsatz erneut die Marge des Buchmachers bezahlt.
Womit die Freiwette oft verwechselt wird
Gratiswette und Freebet meinen dasselbe wie Freiwette, andere Begriffe klingen bloss ähnlich und funktionieren anders.
Risikofreie Wette
Bei der sogenannten risikofreien Wette setzen Sie eigenes Geld. Verliert die Wette, erstatten manche Anbieter den Einsatz, und zwar oft als Freiwette statt in bar. «Risikofrei» ist dann eine grosszügige Beschreibung, denn zurück kommt ein Guthaben, das nach der Rechnung oben spürbar weniger wert ist als der verlorene Einsatz.
Kombi-Boost und Quotenboost
Ein Boost erhöht den Gewinn einer Wette, die Sie mit eigenem Geld platziert haben. Bei Sporttip gibt der Kombi-Boost auf gewonnene Kombiwetten einen Bonus zwischen 5 und 100 Prozent auf den Nettogewinn. Das ist kein Gratisguthaben, sondern ein Zuschlag auf ein echtes Risiko.
Freiwette und Cash-out
Ob sich eine Freiwette vorzeitig per Cash-out auflösen lässt, regeln allein die Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und wer damit rechnet, liest diese Stelle vor der Wette.
Für alle Varianten gilt am Ende dasselbe: Der Hausvorteil verschwindet nicht, nur weil der erste Einsatz geschenkt ist.
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