Hit und Stand im Blackjack

Arben Gashi
Zuletzt aktualisiert am 18. September 2026, 15:39
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Hit und Stand sind die beiden Grundentscheidungen im Blackjack: Mit «Hit» verlangen Sie eine weitere Karte, mit «Stand» behalten Sie Ihre Hand und beenden Ihren Zug. Verdoppeln, Splitten und Aufgeben sind Erweiterungen dieser zwei Züge, keine Alternativen dazu. Welcher Zug richtig ist, ergibt sich aus Ihrer Punktzahl und der offenen Karte des Dealers. Die einzelne Hand entscheidet der Zufall, doch über viele Hände bestimmt die Wahl zwischen Hit und Stand, wie viel vom Hausvorteil übrig bleibt.

Hit und Stand

Was Hit und Stand am Tisch bedeuten

Ziel ist eine Hand, die näher an 21 liegt als jene des Dealers, ohne die 21 zu überschreiten. Sie dürfen so oft «Hit» sagen, wie Sie wollen, bis Sie stehen bleiben oder sich überkaufen.

Wer über 21 kommt, verliert sofort.

Genau darin liegt ein grosser Teil des Hausvorteils: Die Spielerin zieht zuerst, und ihre überkaufte Hand ist verloren, auch wenn sich der Dealer danach ebenfalls überkauft. Der Dealer hat dagegen keine Wahl, er zieht nach festen Regeln bis 16 und bleibt ab 17 stehen. Unterschiedlich gehandhabt wird nur die weiche 17, also eine 17 mit einem Ass, das als 11 zählt. Steht der Dealer darauf, heisst die Regel S17; zieht er, heisst sie H17 und erhöht den Hausvorteil um rund 0,2 Prozentpunkte. Welche Regel gilt, steht auf dem Tischfilz oder in den Spielregeln des jeweiligen Tisches und unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Hart und weich

Eine harte Hand enthält kein Ass, das als 11 zählt, etwa 10 und 7. Eine weiche Hand hat ein solches Ass, das bei Bedarf auf 1 zurückfällt, weshalb ein Hit auf weiche 17 nie sofort zum Überkaufen führt.

Im landbasierten Casino zeigen Sie die Entscheidung mit der Hand an: Klopfen auf den Tisch bedeutet Hit, eine waagrechte Handbewegung über den Karten bedeutet Stand. Online und im live casino übernehmen Schaltflächen diese Aufgabe, in deutschsprachigen Oberflächen oft als «Ziehen» und «Halten» beschriftet.

Wann Hit und wann Stand: die Grundstrategie

Die Grundstrategie ist keine Meinung, sondern das Ergebnis einer Rechnung über alle möglichen Kartenkombinationen. Sie gibt für jede Kombination aus eigener Hand und Dealerkarte den Zug an, der langfristig am wenigsten kostet.

Die Eckpunkte für harte Hände sind schnell gelernt. Bis und mit 11 ziehen Sie immer, denn keine Karte kann Sie überkaufen, und ab 17 bleiben Sie immer stehen. Dazwischen, bei 12 bis 16, entscheidet die offene Karte des Dealers: Gegen 2 bis 6 bleiben Sie stehen, gegen 7 bis Ass ziehen Sie. Die einzige Ausnahme betrifft die 12, auf die Sie gegen eine 2 oder 3 noch eine Karte nehmen.

Der Grund ist die Überkaufquote des Dealers.

Mit einer 5 oder 6 offen überkauft er sich in gut 40 Prozent der Fälle, mit einer 2 nur in rund 35 Prozent. Bei weichen Händen gilt eine eigene Logik: Auf weiche 13 bis 17 wird gezogen oder, wo erlaubt, verdoppelt, weil das Ass das Risiko abfängt.

Ein Beispiel mit 16 gegen 10

Sie halten 10 und 6, der Dealer zeigt eine 10. Bleiben Sie stehen, gewinnen Sie nur, wenn er sich überkauft, und das passiert bei einer 10 selten. Ziehen Sie, überkaufen Sie sich häufig selbst, verlieren aber über viele Hände trotzdem etwas weniger als beim Stehen. Die Grundstrategie wählt hier also das kleinere Übel und keinen Gewinnzug. Mit sauber gespielter Grundstrategie liegt der Hausvorteil bei sechs Decks, S17 und einer Auszahlung von 3:2 für Blackjack bei rund 0,4 Prozent; zahlt der Tisch nur 6:5, steigt er deutlich.

Eine Prognose für die nächste Hand liefert keine Tabelle, und Spieltipps gibt es auf dieser Seite bewusst keine. Ein «System», das den Hausvorteil angeblich in einen Vorteil für Sie verwandelt, verkauft eine Hoffnung und keine Mathematik.

Womit Hit und Stand oft verwechselt werden

Verdoppeln sieht aus wie ein Hit, ist aber ein anderer Zug. Sie verdoppeln Ihren Einsatz und erhalten genau eine Karte, danach ist Ihre Hand abgeschlossen.

Aufgeben, englisch Surrender, wird gern mit Stand gleichgesetzt, weil in beiden Fällen keine Karte mehr kommt. Beim Aufgeben geben Sie die Hand jedoch verloren und erhalten die Hälfte des Einsatzes zurück, während Sie beim Stand voll im Spiel bleiben. Ob Surrender überhaupt angeboten wird, hängt vom Tisch ab und lässt sich nur in dessen Regeln nachlesen.

Ein «Standoff» ist kein Stand, sondern ein Unentschieden, bei dem Sie Ihren Einsatz zurückerhalten.

Auch S17 und H17 bezeichnen keine Entscheidung der Spielerin, sondern die feste Regel für den Dealer. Bei Spielautomaten wiederum taucht das Wort «Hit» in der Hit Frequency auf, der Trefferhäufigkeit eines Slots, die mit Blackjack nichts zu tun hat. Wer in Spielregeln oder Bonusbedingungen auf eines dieser Wörter stösst, liest am besten den ganzen Satz, bevor er Geld einsetzt.

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