Plein im Roulette
Ein Plein ist beim Roulette der Einsatz auf eine einzige Zahl von 0 bis 36, der im Trefferfall im Verhältnis 35:1 ausbezahlt wird. Der Jeton liegt dabei mitten im Zahlenfeld, ohne eine Linie zu berühren. Im englischsprachigen Online-Angebot heisst dieselbe Wette Straight Up. Die Trefferchance liegt beim europäischen und französischen Roulette mit 37 Fächern bei 2,70 Prozent, beim amerikanischen Kessel mit Doppelnull bei 2,63 Prozent.

Wie sich Auszahlung und Hausvorteil beim Plein berechnen
Die Auszahlung folgt einer einfachen Regel: 36 geteilt durch die Zahl der besetzten Felder, minus eins. Beim Plein ergibt das 36 / 1 – 1 = 35, also 35-facher Gewinn, und der Einsatz bleibt zusätzlich liegen.
Wer in Dezimalquoten denkt, liest daraus eine Quote von 36,00. Eine faire Quote müsste bei 37 möglichen Ausgängen jedoch 37,00 betragen, denn erst dann gleichen sich Gewinne und Verluste über viele Runden aus. Die Marge rechnet sich daher als 1 – 36 / 37 = 2,70 Prozent, und genau so viel behält die Bank im Schnitt von jedem Franken, der auf eine Zahl gesetzt wird.
Ein Zahlenbeispiel macht das greifbar.
Wer 37 Runden lang je CHF 10 auf dieselbe Zahl setzt, hat CHF 370 eingesetzt. Fällt die Zahl im Mittel einmal, kommen CHF 360 zurück, also CHF 350 Gewinn plus der stehende Einsatz. Der Fehlbetrag von CHF 10 entspricht exakt dem Hausvorteil, ganz gleich, welche Zahl gewählt wurde. Auf dem amerikanischen Tisch mit 38 Fächern bleibt die Auszahlung bei 35:1, die Marge steigt aber auf 1 – 36 / 38 = 5,26 Prozent.
Wo Sie dem Plein am Tisch und online begegnen
Am Tisch einer Spielbank setzt man den Jeton selbst auf die Zahl oder nennt sie dem Croupier, etwa «17 plein». Auch die Null lässt sich als Plein spielen und zahlt ebenfalls 35:1.
In Online-Roulette und im live casino genügt ein Klick auf das Zahlenfeld. Viele Oberflächen bieten zusätzlich eine Racetrack-Ansicht mit Kesselwetten, die intern aus mehreren Einzelsätzen bestehen. Die Orphelins enthalten zum Beispiel einen Plein auf die 1 neben vier Cheval-Sätzen, und das Jeu Zéro einen Plein auf die 26. Wer eine solche Ansage spielt, sollte daher wissen, dass ein Teil des Geldes als Plein mit 35:1 läuft und der Rest zu tieferen Quoten.
Mindest- und Höchsteinsätze pro Plein legt jeder Anbieter und jeder Tisch selbst fest, einen einheitlichen Standard gibt es dafür nicht.
Oft wird gefragt, welche Zahl sich für einen Plein lohnt. Darauf gibt es hier ausdrücklich keinen Tipp, weil jede Zahl bei jedem Wurf dieselbe Chance von 1 zu 37 hat. Weder «heisse» noch «kalte» Zahlen in der Statistikanzeige ändern daran etwas.
Plein im Vergleich mit den übrigen Zahlenwetten
Die Tabelle stellt den Plein neben die drei Innenwetten, die ihm auf dem Tableau am nächsten liegen. Die Auszahlungen entsprechen den Spielregeln europäischer Spielbanken, die Trefferchancen gelten für einen Kessel mit 37 Fächern.
| Wettart | Abgedeckte Zahlen | Auszahlung | Trefferchance |
|---|---|---|---|
| Plein | 1 | 35:1 | 2,70 % |
| Cheval | 2 | 17:1 | 5,41 % |
| Transversale pleine | 3 | 11:1 | 8,11 % |
| Carré | 4 | 8:1 | 10,81 % |
Womit der Plein häufig verwechselt wird
Die häufigste Verwechslung betrifft die Transversale pleine. Trotz des Wortes «pleine» deckt sie eine ganze Querreihe von drei Zahlen ab und zahlt nur 11:1.
Ähnlich irreführend ist die Finale plein, eine Ansage aus dem französischen Roulette. Dabei setzt man je einen Plein auf alle Zahlen mit derselben Endziffer, bei der Finale 4 also auf 4, 14, 24 und 34. Es handelt sich um mehrere Pleins zugleich, und wer sie spielt, zahlt den Einsatz entsprechend mehrfach.
Ein dritter Irrtum betrifft die Regel La Partage, die den Hausvorteil beim französischen Roulette auf 1,35 Prozent senkt. Sie gilt jedoch einzig für die einfachen Chancen wie Rot oder Schwarz, bei denen nach einer Null die Hälfte des Einsatzes zurückkommt. Ein Plein auf eine andere Zahl als die Null verliert in diesem Fall vollständig, sodass für ihn auch am französischen Tisch 2,70 Prozent Marge gelten. Werbetexte, die französisches Roulette pauschal als günstiger anpreisen, verschweigen diesen Unterschied gern.
Die hohe Auszahlung macht den Plein also nicht zur besseren Wette, sondern nur zur volatileren.
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