Transversale (Roulette)
Eine Transversale ist beim Roulette ein Einsatz auf eine oder zwei Querreihen des Tableaus, also auf drei oder sechs nebeneinanderliegende Zahlen. Die Transversale pleine deckt drei Zahlen ab und zahlt 11:1, die Transversale simple deckt sechs Zahlen ab und zahlt 5:1. Im Englischen heissen die beiden Wetten Street und Six Line. Am Hausvorteil ändert keine der beiden Varianten etwas, auch wenn der französische Name nach System klingt.

Transversale pleine und simple am Tableau
Das Tableau ordnet die Zahlen 1 bis 36 in zwölf Querreihen zu je drei Zahlen, von 1–2–3 über 4–5–6 bis 34–35–36. Auf genau diese Reihen bezieht sich der Begriff.
Transversale pleine
Bei der Transversale pleine liegt der Jeton am äusseren Rand einer Querreihe, etwa bei 19–20–21. Fällt eine der drei Zahlen, zahlt die Bank das Elffache des Einsatzes aus, und der Einsatz selbst kommt zurück. Wer den Croupier setzen lässt, nennt die niedrigste und die höchste Zahl, in diesem Beispiel also «Transversale 19–21».
Transversale simple
Die Transversale simple, oft auch Sixain genannt, verbindet zwei benachbarte Querreihen zu einem einzigen Einsatz. Der Jeton liegt dafür am Rand auf der Linie zwischen beiden Reihen, zum Beispiel zwischen 4–5–6 und 7–8–9.
Doppelt so viele Zahlen, weniger als die halbe Auszahlung.
Einen Sonderfall bilden die Dreiergruppen mit der Zero. Die Kombination 0–1–2 heisst beim französischen Roulette «les trois premiers» und zahlt wie die Transversale pleine 11:1. Die Spielregeln von Swiss Casinos für das amerikanische Roulette führen zusätzlich 0–1–2 und 0–2–3 als Street auf. Welche Zero-Kombinationen ein Tisch oder ein Online-Spiel tatsächlich zulässt, legt jeder Anbieter selbst fest, deshalb gehört der Blick in die Spielregeln am Tisch oder im Hilfemenü vor den ersten Einsatz.
Wie sich der Hausvorteil der Transversale berechnet
Die Auszahlung von 11:1 entspricht einer Dezimalquote von 12,00, weil der Einsatz zum Gewinn dazukommt. Fair wäre beim europäischen Roulette mit 37 Fächern eine Quote von 37 geteilt durch 3, also rund 12,33.
Die Differenz ist der Hausvorteil, und auf 37 Runden gerechnet stehen drei Treffer zu je 11 Einheiten 34 verlorenen Einheiten gegenüber, was genau eine Einheit Verlust oder 2,70 % ergibt.
Bei der Transversale simple fällt die Rechnung gleich aus, denn sechs Treffer zu je 5 Einheiten stehen 31 verlorenen gegenüber. Wieder fehlt auf 37 Runden eine Einheit, und die faire Dezimalquote von rund 6,17 wird mit 6,00 bezahlt.
Am amerikanischen Roulette mit Doppelzero steigt der Hausvorteil für beide Varianten auf 5,26 %, weil zwei von 38 Fächern gegen jede Transversale arbeiten.
Hier liegt der Grund, warum Werbetexte ins Leere laufen, die eine Transversale als besonders clevere Wette mit «Value» anpreisen. Mehr Zahlen bringen eine höhere Trefferquote von 8,11 % oder 16,22 %, dafür sinkt die Auszahlung im gleichen Verhältnis, und der Abstand zur fairen Quote bleibt derselbe. Wer mehrere Transversalen gleichzeitig setzt, ändert daran nichts, weil jede einzelne dieselben 2,70 % trägt und sich dieser Wert über viele Runden durchsetzt. Die Regel La Partage, die beim französischen Roulette bei Zero den halben Einsatz zurückgibt, gilt nur für die einfachen Chancen und hilft hier nicht. Einen Tipp, welche Querreihe als Nächstes fällt, gibt es auf dieser Seite ausdrücklich nicht, denn die Kugel hat kein Gedächtnis.
Womit die Transversale oft verwechselt wird
Die häufigste Verwechslung betrifft die beiden Varianten selbst, weil viele Online-Tische nur «Transversale» oder nur die englischen Namen anzeigen. Ob drei oder sechs Zahlen gemeint sind, zeigt am zuverlässigsten die Auszahlung: 11:1 steht für eine Querreihe, 5:1 für zwei.
Ebenso oft wird die Querreihe mit der Kolonne verwechselt. Eine Kolonne läuft längs über das Tableau, umfasst zwölf Zahlen und zahlt 2:1, mit der Transversale teilt sie ausser dem Spielfeld nichts.
Auch die Einsatzlimiten unterscheiden sich je nach Variante und Haus. Das Casino Interlaken nennt in seiner veröffentlichten Einsatztabelle für die Transversale pleine ein Maximum von CHF 150 und für die Transversale simple CHF 300, jeweils bei einem Minimum von CHF 2. Das Casino hält selbst fest, dass die am Tisch angeschriebenen Limiten gelten, und andere Casinos sowie Online-Anbieter legen eigene Werte fest. Einen einheitlichen Schweizer Standard für diese Limiten haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.
Der Name wechselt je nach Tisch und Software, die Mathematik dahinter bleibt dieselbe.
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