Rakeback: Definition und Berechnung

Martina Wyss
Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026, 13:02
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Rakeback ist die Rückvergütung eines festgelegten Prozentsatzes jener Gebühr, die ein Anbieter an Ihrem Spiel verdient: im Poker der Rake aus Pot oder Buy-in, im Casino der rechnerische Hausvorteil auf Ihre Einsätze. Der Betrag hängt von Ihrem Spielvolumen ab und nicht davon, ob Sie gewonnen oder verloren haben. Genau das unterscheidet ihn vom Cashback, mit dem er ständig verwechselt wird. Wie viel tatsächlich zurückfliesst, bestimmen die Bemessungsgrundlage und der vereinbarte Satz. Beide stehen in den Bedingungen, selten im Werbebanner.

Rakeback

Wie sich Rakeback berechnet

Im Poker gilt eine einfache Grundformel: bezahlter Rake mal Rakeback-Satz ergibt die Gutschrift. Wer in einem Monat CHF 400 Rake bezahlt und einen Deal über 30 % auf diesen Rake hat, erhält CHF 120 zurück. Schwieriger ist die Frage, wie viel Rake Ihnen überhaupt zugerechnet wird.

Dealt oder Contributed

Bei der Dealt-Methode wird der Rake einer Hand gleichmässig auf alle Spieler verteilt, die Karten erhalten haben. Bei CHF 3 Rake an einem Sechsertisch zählen pro Kopf CHF 0.50, und bei 30 % Rakeback werden Ihnen CHF 0.15 gutgeschrieben, auch wenn Sie vor dem Flop gepasst haben. Die Contributed-Methode rechnet dagegen nur mit dem Geld, das Sie selbst in den Pot gelegt haben. Wer sofort aussteigt, trägt nichts bei und erhält entsprechend auch nichts. Dazwischen liegen Mischformen: Manche Pokerräume teilen den Rake zu gleichen Teilen unter allen auf, die etwas investiert haben, andere gewichten nach dem Anteil am Pot. Reines Dealt-Rakeback ist heute selten geworden.

Welche Methode gilt, entscheidet über den Wert eines Deals oft stärker als der Prozentsatz selbst.

Brutto oder netto

Einige Anbieter zahlen auf den Bruttorake, andere auf den Nettorake nach Abzug bereits gewährter Boni. Ein Satz von 30 % auf den Nettorake kann deshalb weniger einbringen als 25 % auf den Bruttorake. Was ich zuerst prüfe, ist darum die Bezugsgrösse und erst danach die Zahl, die davorsteht.

Wo Rakeback in Poker und Casino auftaucht

Ursprünglich stammt Rakeback aus dem Online-Poker, wo Pokerräume oder ihre Affiliate-Partner einen Teil des Rakes zurückgeben, damit Spieler am Tisch bleiben. Häufig ist der Satz gestaffelt: Wer mehr Rake erzeugt, steigt im VIP-Programm auf und erhält einen höheren Anteil.

Im Casino gibt es keinen Rake, also wird ein Ersatz berechnet. Die Formel lautet Einsatz mal Hausvorteil mal Rakeback-Satz, wobei sich der Hausvorteil aus 100 % minus RTP ergibt. Setzen Sie an einem Slot mit 96 % RTP insgesamt CHF 10’000 um, beträgt der rechnerische Hausvorteil 4 % oder CHF 400. Bei 10 % Rakeback auf diesen Hausvorteil fliessen CHF 40 zurück. Sie hatten bei «10 % Rakeback» an CHF 1’000 gedacht? Das wäre ein Satz auf den Umsatz, und so ist er nicht gemeint.

Die veröffentlichten Sätze gehen weit auseinander: Einige Programme beginnen im einstelligen Prozentbereich, andere werben für die oberste VIP-Stufe mit Anteilen nahe 70 % des Hausvorteils. Auch bei der Gutschrift gibt es keinen Standard. Manche Anbieter schreiben Rakeback als Echtgeld ohne eigene Umsatzbedingung gut, andere führen ein «Locked Rakeback», das erst durch weiteres Spiel freigeschaltet wird. Ob der Betrag auszahlbar ist oder als Bonusguthaben mit wagering verbucht wird, steht allein in den AGB.

In der Schweiz dürfen nach dem Geldspielgesetz, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, nur Spielbanken mit Schweizer Konzession Casinospiele online anbieten. Dafür brauchen sie eine Konzessionserweiterung des Bundesrats und für jedes einzelne Spiel eine Bewilligung der ESBK.

Ob ein Anbieter mit Rakeback-Programm dazugehört, zeigt das Verzeichnis der Online-Spielbanken auf der Website der ESBK.

Rakeback ist kein Cashback

Cashback bemisst sich am Nettoverlust einer Periode, Rakeback am Spielvolumen. Das klingt nach einer Fussnote und verändert das Ergebnis vollständig.

Nehmen Sie wieder CHF 10’000 Umsatz an einem Slot mit 4 % Hausvorteil. Schliessen Sie die Woche mit CHF 300 im Minus ab, bringen 10 % Cashback auf den Nettoverlust CHF 30, während 10 % Rakeback auf den Hausvorteil CHF 40 bringen. Liegen Sie am Ende CHF 200 im Plus, bleibt das Cashback bei null. Das Rakeback beträgt weiterhin CHF 40, weil es Ihr Resultat schlicht nicht kennt.

Nach einer schlechten Woche kann Cashback trotzdem mehr wert sein: Bei CHF 1’500 Verlust ergeben 10 % bereits CHF 150, während das Rakeback bei CHF 40 stehen bleibt. Zusätzliche Verwirrung entsteht, weil manche Krypto-Casinos die Begriffe vermischen und ein verlustbasiertes Angebot als Rakeback bezeichnen oder umgekehrt. Zwei Angebote mit je 20 % lassen sich deshalb erst vergleichen, wenn feststeht, worauf sich die 20 % jeweils beziehen.

Ein hoher Prozentsatz ohne Bezugsgrösse ist keine Information.

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