Split (Teilen) beim Blackjack
Ein Split (Teilen) ist beim Blackjack der Spielzug, bei dem ein Startpaar aus zwei gleichwertigen Karten in zwei getrennte Hände aufgeteilt wird, jede mit einem eigenen Einsatz in der Höhe des ursprünglichen. Jede neue Hand erhält eine zweite Karte und wird danach unabhängig gegen den Dealer gespielt. Wie oft geteilt werden darf, was mit geteilten Assen geschieht und ob danach verdoppelt werden kann, legt jeder Tisch selbst fest. Genau diese Regeldetails verschieben den Hausvorteil.

So funktioniert das Teilen eines Paars
Voraussetzung ist ein Paar in den ersten beiden Karten. Ob zwei Karten mit gleichem Wert genügen, etwa König und Dame, oder ob es zwei identische Ränge sein müssen, ist von Tisch zu Tisch verschieden.
Wer teilt, setzt auf die zweite Hand noch einmal genau den ursprünglichen Einsatz. Der Dealer trennt die Karten und gibt auf jede eine zweite Karte, danach wird Hand für Hand gezogen oder gestanden. Bei einem Einsatz von CHF 10 stehen nach dem Split also CHF 20 auf dem Tisch.
Geteilte Asse und erneutes Teilen
Asse sind die übliche Ausnahme: Auf jedes geteilte Ass gibt es in den meisten Spielen nur eine einzige weitere Karte, ohne weiteres Ziehen. Kommt dazu eine Zehnerkarte, zählt die Hand als 21, aber nicht als Blackjack, und sie wird 1:1 statt 3:2 ausbezahlt. Erscheint nach dem Teilen erneut ein passendes Paar, erlauben viele Tische ein Resplit, häufig bis zu insgesamt vier Händen, während das erneute Teilen von Assen oft ausgeschlossen bleibt.
Eine einheitliche Norm dafür gibt es nicht.
Split-Regeln und ihr Einfluss auf den Hausvorteil
Für den Hausvorteil zählt weniger der Split selbst als das, was danach erlaubt ist. Die Effekte sind klein, summieren sich aber über viele Hände.
Darf nach einem Split verdoppelt werden (Double after Split), sinkt der Hausvorteil um rund 0,12 bis 0,14 Prozentpunkte, je nach Berechnung. Das Ziehen auf geteilte Asse ist rund 0,13 Prozentpunkte wert, das erneute Teilen von Assen etwa 0,03. Ob bis zu drei oder vier Hände erlaubt sind, macht dagegen kaum einen messbaren Unterschied.
Die No-Hole-Card-Regel
Schwerer wiegt eine Regel, die viele europäische Tische und Live-Casino-Spiele verwenden: Der Dealer erhält seine zweite Karte erst, nachdem alle Spieler gehandelt haben (European No Hole Card, ENHC). Zieht er dann einen Blackjack, verlieren Sie in der strengen Fassung alle Einsätze, also auch das Geld aus Split und Verdoppelung. Ein Rechenbeispiel zeigt die Grössenordnung: Wer zwei Achten mit CHF 10 teilt und beide Hände verdoppelt, hat CHF 40 im Spiel und verliert gegen einen Dealer-Blackjack alles, während unter der Variante «Original Bets Only» nur die ersten CHF 10 verloren sind.
Was ich in den Tischregeln zuerst suche, ist genau dieser Satz.
Daraus folgt eine Ausnahme in der Grundstrategie. Asse werden sonst gegen jede Dealerkarte geteilt, im ENHC-Spiel gegen ein offenes Ass des Dealers jedoch nicht, weil sonst beide Einsätze am Blackjack hängen.
Verwechslungsgefahr: die Split-Wette beim Roulette
Beim Roulette heisst eine ganz andere Wette ebenfalls Split, französisch Cheval. Der Jeton liegt auf der Linie zwischen zwei benachbarten Zahlen des Tableaus, auf europäischen Tischen auch zwischen der Null und 1, 2 oder 3, und ein Treffer zahlt 17:1.
Gerechnet wird so: Die Trefferchance liegt beim Einfach-Zero-Kessel bei 2 von 37, also 5,41 Prozent, und ein Treffer bringt das 18-Fache des Einsatzes zurück, womit 2/37 mal 18 rund 97,30 Prozent Rückfluss und 2,70 Prozent Hausvorteil ergeben. Das ist exakt derselbe Wert wie bei der Wette auf eine einzelne Zahl.
Wer seinen Einsatz auf zwei Zahlen «aufteilt», gewinnt also öfter, aber weniger, und der Hausvorteil bleibt unverändert.
Auch beim Blackjack ist der Split kein Weg, den Hausvorteil zu umgehen. Er erlaubt, aus einer schlechten Ausgangslage wie 16 aus zwei Achten zwei bessere Hände zu machen, verdoppelt dafür aber das eingesetzte Geld. Die Faustregeln der Grundstrategie lauten: Asse und Achten fast immer teilen, Zehnerpaare nie. Wer mit «Value» beim Splitten wirbt, verkauft eine Entscheidungshilfe als Gewinnversprechen. Und konkrete Spielempfehlungen für einzelne Runden gibt es hier ausdrücklich nicht.
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