Multiplikatoren in Live-Game-Shows richtig einschätzen

Dominik Studer
| Faktengeprüft von: , Analyst Sportwetten & Quoten
Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026, 14:00
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Game Shows wie Crazy Time oder Monopoly Live werben mit Multiplikatoren von mehreren tausend Mal dem Einsatz. Dieser Leitfaden erklärt, wie diese Faktoren technisch entstehen, wie sie in die Auszahlungsquote eingerechnet sind und wie sich ein einzelnes Feld mit wenigen Zahlen aus dem Hilfetext einordnen lässt. Er richtet sich an Leserinnen und Leser in der Schweiz, die verstehen wollen, was hinter den grossen Zahlen auf dem Bildschirm steckt. Die Werte haben wir mit den Angaben des Studios und den Vorgaben der ESBK abgeglichen.

Game Shows im Live Casino: Multiplikatoren einschätzen

Wie ein Multiplikator in der Game Show entsteht

Ein Multiplikator in einer Live-Game-Show ist ein Faktor, der den Grundgewinn eines Feldes vervielfacht. Er wird nicht vom Moderator bestimmt, sondern von einem Zufallsgenerator, der vor oder während der Runde auslost. Die Moderation liefert die Show, die Mathematik steckt in der Software.

Bei Crazy Time von Evolution läuft vor jedem Dreh der Top Slot, ein Walzenpaar über dem eigentlichen Glücksrad. Die linke Walze wählt ein Wettfeld, die rechte einen Multiplikator, bei Zahlenfeldern zwischen 2x und 50x. Hält das Rad danach auf genau diesem Feld, gilt der Faktor für die laufende Runde.

Das Rad selbst hat 54 Segmente, und ihre Verteilung ist fest.

Entscheidend ist, was daraus für den Einsatz folgt. Der Multiplikator ist kein Zusatzgeschenk, er ist bereits in die publizierte Auszahlungsquote eingerechnet, also in die RTP, den theoretischen Rückfluss über sehr viele Runden. Die Zahl 1 zahlt 1:1 und trifft in 21 von 54 Fällen, ohne Top Slot ergäbe das rechnerisch nur rund 77,8 % Rückfluss. Evolution nennt für dieses Feld 96,08 %, und die Differenz von gut 18 Prozentpunkten stammt aus den Multiplikatoren. Ohne sie wäre die Zahl 1 ein deutlich schwächeres Feld, mit ihnen liegt sie im üblichen Bereich von Live-Spielen.

Wer einen Multiplikator einschätzen will, beginnt deshalb bei der Quote und nicht beim Spitzenwert, der nach einem Treffer gross eingeblendet wird.

Zahlenfelder und Bonusfelder im direkten Vergleich

Bei Crazy Time stehen sich zwei Arten von Wetten gegenüber: die vier Zahlenfelder mit festem Grundgewinn und die vier Bonusfelder, deren Ergebnis erst in einem eigenen Bonusspiel entsteht. Die RTP-Werte sind die von Evolution genannten Standardwerte, wie sie mehrere Fachseiten übereinstimmend wiedergeben.

Zahlenfelder (1, 2, 5, 10)

Bonusfelder (vier Bonusspiele)

45 von 54 Segmenten, Treffer in rund 83 % der Runden9 von 54 Segmenten, Treffer in rund 17 % der Runden
Höchste genannte RTP: 96,08 % auf der Zahl 1Tiefste genannte RTP: 94,33 % bei Pachinko
Grundgewinn höchstens 10:1, Top Slot bis 50xBonusspiel Crazy Time mit Höchstwert bis 20'000x
Einschätzung allein über die Segmentzahl möglichEinschätzung braucht zusätzlich die Regeln des Bonusspiels
Expertenkommentar

Was wir bei dieser Gegenüberstellung zuerst prüfen, ist der Abstand zwischen den RTP-Werten. Knapp zwei Prozentpunkte zwischen der Zahl 1 und Pachinko klingen gering, wirken über viele Runden aber deutlich. Die grossen Bonus-Multiplikatoren werden mit einer tieferen Quote bezahlt, und das steht im Hilfetext, nicht auf dem Bildschirm.

Erwartungswert statt Spitzenwert lesen

Der Bildschirm zeigt bei jedem Treffer den erzielten Faktor gross an, der Durchschnitt erscheint nirgends. Für eine nüchterne Einschätzung braucht es genau diesen Durchschnitt, den Erwartungswert: die Summe aller möglichen Auszahlungen, jeweils gewichtet mit ihrer Wahrscheinlichkeit.

Bei Glücksrädern ist diese Rechnung ungewöhnlich einfach, weil die Wahrscheinlichkeit eines Feldes direkt aus der Segmentzahl folgt. Die Zahl 10 belegt bei Crazy Time vier von 54 Segmenten und trifft damit in 7,41 % der Runden. Bei einer Auszahlung von 10:1 fliessen pro eingesetztem Franken rechnerisch rund 81 Rappen zurück, bevor der Top Slot dazukommt. Den Rest bis zur publizierten RTP trägt ein Multiplikator, der nur selten auf das eigene Feld fällt.

Ein Faktor von 50x ist deshalb kein Versprechen, sondern ein seltener Ausreisser.

Bei Monopoly Live sieht die Lage ähnlich aus, nur mit anderen Zahlen. Die genannten RTP-Werte reichen dort je nach Feld von 91,30 % auf der Zahl 5 bis 96,23 % auf der Zahl 2, und die Höchstauszahlung ist laut Spielregeln bei 10’000x des Einsatzes gedeckelt. Zwei Felder desselben Rads unterscheiden sich damit um fast fünf Prozentpunkte. Kein Multiplikator auf dem Bildschirm verrät diesen Unterschied, er steht ausschliesslich in der Auszahlungstabelle des Spiels.

Einen Multiplikator in fünf Schritten einordnen

Die folgende Reihenfolge funktioniert für jede Game Show mit Glücksrad und lässt sich mit dem Hilfetext des Spiels und einem Taschenrechner abarbeiten. Sie ersetzt keine Strategie, sie macht sichtbar, was ein Feld rechnerisch leistet.

  • Schritt 1

    Die Segmentzahl im Hilfetext nachschlagen

    Jede Game Show führt im Info-Menü eine Tabelle mit den Feldern und ihrer Anzahl auf dem Rad. Diese Zahl ist fest und bildet die Grundlage jeder weiteren Rechnung, unabhängig davon, was die letzten Runden gezeigt haben.
  • Schritt 2

    Die Trefferquote aus den Segmenten berechnen

    Die Segmentzahl geteilt durch die Gesamtzahl ergibt die Wahrscheinlichkeit pro Runde. Bei Crazy Time mit 54 Segmenten trifft die Zahl 2 mit ihren 13 Feldern in 24,07 % der Fälle, also etwa in jeder vierten Runde.
  • Schritt 3

    Den Rückfluss ohne Multiplikator ausrechnen

    Trefferquote mal Auszahlung inklusive Einsatz ergibt den Grundrückfluss. Für die Zahl 2 sind das 3 mal 13 geteilt durch 54, also rund 72 %. Die Lücke zur publizierten RTP zeigt, wie stark das Feld vom Multiplikator abhängt.
  • Schritt 4

    Die RTP der gespielten Version prüfen

    Dasselbe Spiel kann in mehreren zertifizierten Versionen mit unterschiedlichen Quoten laufen. Massgeblich ist der Wert im Hilfetext des jeweiligen Casinos, nicht eine Zahl von einer Fachseite oder aus einem anderen Markt.
  • Schritt 5

    Das Auszahlungslimit des Betreibers nachlesen

    Hohe Multiplikatoren treffen auf eine Obergrenze pro Runde, die der Betreiber festlegt. Liegt dieses Limit tief, wird ein theoretischer Höchstwert bei grösseren Einsätzen nie voll ausbezahlt, und der Erwartungswert sinkt entsprechend.
Expertenkommentar

In unserer Analyse ist Schritt drei der aufschlussreichste. Sobald der Grundrückfluss einer Zahl bei gut 70 % liegt, ist klar, dass ein grosser Teil ihrer Quote in seltenen Multiplikatoren steckt. Genau diese Felder schwanken am stärksten, auch wenn ihre RTP auf dem Papier unauffällig aussieht.

RTP-Versionen und die Bewilligung der ESBK

Eine RTP-Angabe gilt immer für eine bestimmte Version eines Spiels. Studios liefern Game Shows in vielen Fällen in mehreren Konfigurationen aus, und der Betreiber entscheidet, welche davon in seiner Lobby läuft. Die Werte in diesem Leitfaden sind die Standardwerte des Studios, keine Garantie für jede Lobby.

In der Schweiz kommt eine zweite Ebene dazu. Online-Casinos dürfen hier nur Spielbanken betreiben, deren Konzession der Bundesrat auf das Online-Angebot erweitert hat. Zusätzlich braucht jedes einzelne Spiel eine Bewilligung der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK, bevor es online angeboten werden darf. Die ESBK veröffentlicht dazu auf ihrer Website eine eigene Liste der live durchgeführten Online-Geldspiele, die als Spielbankenspiele qualifiziert sind.

Für die Einschätzung von Multiplikatoren hat das eine praktische Folge. Ob eine bestimmte Game Show in einem Schweizer Online-Casino verfügbar ist, lässt sich bei der ESBK nachprüfen, die gespielte Version und ihre RTP im Hilfetext des Spiels. Anbieter mit Lizenz aus dem Ausland führen in vielen Fällen andere Versionen oder Tischlimits, sind in der Schweiz aber nicht bewilligt; die Behörden lassen solche Angebote sperren, weil Online-Geldspiele aus dem Ausland hier nicht erlaubt sind.

Die Grösse der Lobby sagt dabei wenig aus.

Zwanzig Game Shows ohne klar ausgewiesene Quote sind für diese Rechnung weniger wert als eine Handvoll Spiele mit vollständigem Hilfetext und nachvollziehbarer Auszahlungstabelle.

Trefferquoten der Felder bei Crazy Time

WettfeldSegmente von 54Trefferquote pro Runde
Zahl 12138,89 %
Zahl 21324,07 %
Zahl 5712,96 %
Zahl 1047,41 %
Bonusfelder zusammen916,67 %
Expertenkommentar

Was wir an dieser Tabelle zuerst ablesen, ist der Abstand zwischen der Zahl 1 und dem Bonusspiel Crazy Time. Dieses belegt ein einziges der 54 Segmente, was einer Trefferquote von 1,85 % entspricht, im Mittel also einem Treffer in 54 Runden. Längere Strecken ohne dieses Feld sind deshalb normal.

Volatilität und Fehlerquellen auf dem Handy

Volatilität beschreibt, wie stark die Ergebnisse um den Erwartungswert streuen. Felder mit hohen Multiplikatoren und tiefer Trefferquote sind hoch volatil: Über lange Strecken fliesst wenig zurück, dann kommt vereinzelt ein grosser Betrag. Die RTP sagt über diese Verteilung nichts, sie beschreibt nur den langfristigen Durchschnitt.

Daraus folgt eine nüchterne Lesart. Ein Feld mit rund 96 % RTP und einer Trefferquote von 39 % verhält sich in einer kurzen Sitzung völlig anders als ein Feld mit ähnlicher Quote und einer Trefferquote von 2 %. Kurzfristig dominiert der Zufall, und Statistik-Tracker mit den letzten Ergebnissen ändern daran nichts, weil jede Runde unabhängig von der vorherigen ausgelost wird.

Auf dem Handy kommen technische Fehlerquellen hinzu, die mit der Mathematik nichts zu tun haben. Live-Streams brauchen eine stabile Verbindung, und bei wechselndem Mobilfunkempfang kann das Bild einige Sekunden hinter dem tatsächlichen Spielstand zurückliegen. Das Wettfenster schliesst sich dann unter Umständen, bevor es auf dem Display als geschlossen erscheint. Ein Einsatz gilt erst als platziert, wenn das Spiel ihn bestätigt hat, und bei Verbindungsabbrüchen regeln die Spielbedingungen des Casinos, wie eine laufende Runde gewertet wird. Ein Blick in diesen Abschnitt des Hilfetexts klärt mehr als jede Anzeige im Stream.

Ein grosser Multiplikator auf dem Bildschirm bleibt ein Einzelfall.

Häufige Fragen zu Multiplikatoren in Game Shows

Erhöht der Top Slot bei Crazy Time die Auszahlungsquote?

Nein. Die Multiplikatoren des Top Slot sind bereits in der publizierten RTP enthalten. Ohne sie läge der Rückfluss der Zahlenfelder rechnerisch deutlich tiefer, bei der Zahl 1 etwa bei rund 78 %.

Wie oft erscheint das Bonusspiel Crazy Time?

Das Feld belegt eines von 54 Segmenten und trifft damit in 1,85 % der Runden. Im Mittel entspricht das einem Treffer in 54 Runden, mit grossen Abweichungen in beide Richtungen.

Sagen frühere Ergebnisse etwas über die nächste Runde aus?

Nein. Jede Runde wird unabhängig ausgelost. Statistik-Seiten zeigen, was bereits passiert ist, ändern aber weder die Segmentverteilung noch die Wahrscheinlichkeit des nächsten Drehs.

Welches Feld hat bei Monopoly Live die höchste RTP?

Nach den Angaben von Evolution ist es die Zahl 2 mit 96,23 %, am tiefsten liegt die Zahl 5 mit 91,30 %. Massgeblich bleibt der Wert im Hilfetext der jeweiligen Spielversion.

Sind Game Shows in Schweizer Online-Casinos erlaubt?

Ja, sofern die Spielbank eine Konzessionserweiterung für das Online-Angebot besitzt und die ESBK das einzelne Spiel bewilligt hat. Die ESBK veröffentlicht eine Liste der live durchgeführten Online-Spiele, die als Spielbankenspiele gelten.

Dominik Studer
Autor des Artikels: Dominik Studer
Analyst Casinospiele & Plattformen
Erklärt, wie Spielautomaten, Live-Tische und Casino-Plattformen funktionieren, welche Auszahlungsquote ein Casino tatsächlich einsetzt und wo eine Plattform auf dem Handy an ihre technischen Grenzen kommt.

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