RNG (Zufallsgenerator)

Dominik Studer
Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026, 17:47
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Ein RNG (Random Number Generator, auf Deutsch Zufallsgenerator) ist ein Algorithmus oder ein Gerät, das in Casinospielen fortlaufend Zahlen erzeugt, die sich weder vorhersagen noch beeinflussen lassen und aus denen jedes Spielergebnis abgeleitet wird. Bei Slots bestimmt er die Walzenpositionen, bei digitalem Roulette die gezogene Zahl und beim Blackjack am Bildschirm die Reihenfolge der Karten. In der Schweiz verlangt die Spielbankenverordnung des EJPD für automatisiert durchgeführte Geldspiele ausdrücklich einen Zufallszahlengenerator, dessen Zuverlässigkeit nachgewiesen sein muss.

RNG (Zufallsgenerator)

Wie ein Zufallsgenerator Zahlen berechnet

Fast alle Online-Spiele arbeiten mit einem Pseudozufallsgenerator, kurz PRNG: einem deterministischen Algorithmus, der aus einem Startwert, dem sogenannten Seed, eine lange Zahlenfolge berechnet. Die Folge wirkt zufällig, ist aber durch den Seed vollständig bestimmt. Die Sicherheit hängt deshalb davon ab, dass Seed und interner Zustand geheim bleiben und nicht vorhersehbar neu gesetzt werden.

Daneben gibt es Hardware-Generatoren, die physikalisches Rauschen auslesen, sowie Mischformen aus beiden Verfahren.

Von der Rohzahl zum Spielergebnis

Der Generator liefert eine Rohzahl aus einem festen Bereich, bei einem 32-Bit-Generator etwa von 0 bis 4 294 967 295. Das Spiel muss diese Zahl auf seinen eigenen Bereich herunterrechnen, beim europäischen Roulette auf die 37 Felder von 0 bis 36. Die naheliegende Rechnung ist der Rest der Division durch 37. Weil 4 294 967 296 aber nicht glatt durch 37 teilbar ist, kämen einige Felder auf diesem Weg minimal häufiger vor als andere. Saubere Implementierungen verwerfen darum die überzähligen Rohzahlen am oberen Ende des Bereichs und ziehen neu, bis jedes Feld exakt dieselbe Wahrscheinlichkeit von 1 zu 37 hat.

Prüflabors kontrollieren neben der statistischen Verteilung der Rohzahlen auch genau diese Umrechnung und das Mischen von Kartendecks.

Wo Spieler dem Zufallsgenerator begegnen

Bei Slots legt der RNG beim Auslösen der Drehung fest, wo jede Walze stehen bleibt; die Animation danach zeigt nur noch ein Ergebnis, das bereits feststeht. Bei digitalen Tischspielen wie Blackjack oder Roulette aus dem Rechner gilt dasselbe für Karten und Kugel. Im Live Casino entscheidet dagegen ein echter Kessel oder ein echter Kartenschuh, also ein mechanischer Zufallsgenerator.

Für Schweizer Spielbanken ist der Rahmen in der Spielbankenverordnung des EJPD (SPBV-EJPD) festgehalten. Artikel 11 verlangt für automatisiert durchgeführte Geldspiele einen internen oder externen Zufallszahlengenerator, dessen Zuverlässigkeit durch anerkannte Wahrscheinlichkeitsberechnungsmethoden oder andere von der ESBK anerkannte Verfahren nachzuweisen ist. Zu Online-Spielbankenspielen kann die ESBK nach Artikel 46 unter anderem Funktion und Aufbau des Generators, den Sourcecode und den Prüfbericht einer akkreditierten Konformitätsbewertungsstelle einfordern. Bei Roulette und anderen Spielen mit mechanischem Zufallsgenerator müssen die gefallenen Zahlen elektronisch oder auf andere geeignete Weise erfasst werden.

Artikel 7 verbietet ausserdem jeden Kompensations- oder Steuerungsmechanismus.

Ein Spiel darf also nach einer Verlustserie nicht «fällig» werden, weil Ergebnisse nur aus gleichbleibenden Vorgaben bestimmt werden dürfen. Bei Anbietern mit Lizenz aus dem Ausland gelten die Regeln der jeweiligen Behörde, und welche Labors dort prüfen und in welchen Abständen, ist von Markt zu Markt verschieden.

RNG und Auszahlungsquote auseinanderhalten

Am häufigsten wird der RNG mit der Auszahlungsquote verwechselt. Der Generator wählt nur aus; wie viel ein Spiel langfristig zurückgibt, legen Gewinntabelle und Gewichtung der Symbole fest. Die SPBV-EJPD schreibt für jedes Spielbankenspiel eine theoretische Auszahlungsquote von mindestens 80 und höchstens 100 Prozent vor.

Ein einwandfreier RNG garantiert deshalb keine hohe RTP.

Hinzu kommt, dass ein Studio dasselbe Spiel in mehreren zertifizierten Versionen mit unterschiedlicher RTP ausliefern kann, während der Zufallsgenerator in allen Versionen derselbe bleibt. Die Schweizer Datenaufzeichnung erfasst bei Online-Spielen denn auch das gespielte Spiel samt seiner Version. Was ich bei einem Slot zuerst ansehe, ist darum die Quote in der Spielinfo und nicht die Angabe auf einer Übersichtsseite, denn nur die Spielinfo bezieht sich auf die tatsächlich geladene Version. Die Zahl der Spiele in einer Lobby sagt über die Qualität der Generatoren übrigens nichts aus.

Abgrenzung zu Provably Fair

In Krypto-Casinos taucht oft der Begriff Provably Fair auf. Dort lässt sich jedes einzelne Ergebnis über veröffentlichte Hashwerte nachrechnen, während ein klassischer RNG als zertifizierte Blackbox arbeitet, deren Zufälligkeit Prüflabors stellvertretend bestätigen. Über die Höhe der Auszahlungsquote sagen beide Ansätze nichts aus.

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