RTP (Auszahlungsquote)

Dominik Studer
Zuletzt aktualisiert am 22. July 2026, 10:27
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RTP (Return to Player), auf Deutsch Auszahlungsquote, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Casinospiel nach seinem mathematischen Modell langfristig als Gewinne an die Spielenden zurückgibt. Ein Slot mit 96 Prozent RTP ist so gebaut, dass von 100 Franken Einsatz über eine sehr grosse Zahl von Runden 96 Franken zurückfliessen. Der Wert ist theoretisch und sagt über eine einzelne Sitzung nichts aus. Hinzu kommt, dass derselbe Titel oft in mehreren zertifizierten Versionen mit unterschiedlicher Quote existiert.

RTP (Auszahlungsquote)

Wie die Auszahlungsquote berechnet wird

Die RTP folgt aus der Mathematik des Spiels und nicht aus dem, was an einem Abend passiert. Für jedes mögliche Ergebnis wird der Gewinn mit seiner Wahrscheinlichkeit multipliziert, diese Werte werden addiert und durch den Einsatz geteilt. Als Formel: RTP = erwartete Auszahlung ÷ Einsatz × 100.

Die Gegenseite ist der Hausvorteil, also der Anteil, den das Casino rechnerisch behält: 100 minus RTP.

Rechenbeispiel Roulette

Am europäischen Roulette mit 37 Feldern zahlt eine Wette auf eine einzelne Zahl 35 zu 1. Setzt jemand in einem idealen Durchlauf je 1 Franken auf alle 37 Zahlen, stehen 37 Franken Einsatz einer Auszahlung von 36 Franken gegenüber, nämlich 35 Franken Gewinn plus der Einsatz. 36 geteilt durch 37 ergibt 97,30 Prozent RTP und damit einen Hausvorteil von 2,70 Prozent. Die einzelne Null ist der ganze Grund für diese Differenz.

Bei Slots ist die Rechnung dieselbe, nur mit weit mehr Ergebnissen. Gewinntabelle, Walzenbelegung und Bonusfunktionen bestimmen die Wahrscheinlichkeiten, und das Studio bestätigt den Wert zusätzlich mit Simulationen über sehr viele Runden. Die Spielbankenverordnung des EJPD sieht vor, dass die ESBK für Online-Spielbankenspiele unter anderem die Auszahlungsquote, die Art der Berechnung und die Ergebnisse von Testspielen oder Simulationen einfordern kann. Ob ein Jackpotanteil in der angegebenen Zahl steckt, weisen die Studios unterschiedlich aus; das steht in der Spielinfo des jeweiligen Titels.

Wo die RTP im Casino sichtbar wird

Die verbindliche Zahl steht in der Spielinfo oder im Hilfebereich des geladenen Spiels. Was ich zuerst prüfe, ist genau dieser Wert und nicht die Angabe auf der Website des Studios, denn dort steht häufig die höchste verfügbare Version.

Viele Studios liefern einen Titel in mehreren zertifizierten Versionen aus, und der Betreiber wählt, welche davon in seiner Lobby läuft. Für Sweet Bonanza von Pragmatic Play werden vier Versionen zwischen 91,51 und 96,51 Prozent ausgewiesen. Zwei Casinos können also dasselbe Spiel mit demselben Namen anbieten und trotzdem mit einer Differenz von fünf Prozentpunkten arbeiten. Eine Lobby mit Tausenden von Titeln sagt darüber nichts aus; die Zahl der Spiele ist kein Qualitätsmerkmal, solange offen bleibt, welche Versionen geladen sind.

Rahmen in der Schweiz

Schweizer Spielbanken brauchen für ihr Online-Angebot eine Konzessionserweiterung des Bundesrats und zusätzlich eine Bewilligung der ESBK für jedes einzelne Spiel. Die Spielbankenverordnung des EJPD in der Fassung vom 7. November 2018 verlangt für jedes Spielbankenspiel eine theoretische Auszahlungsquote von mindestens 80 und höchstens 100 Prozent. Sie untersagt ausserdem jeden Kompensations- oder Steuerungsmechanismus, und das Datenaufzeichnungssystem muss pro Spielsitzung festhalten, welches Spiel in welcher Version gespielt wurde. Für Anbieter mit Lizenz aus dem Ausland gelten die Regeln der jeweiligen Behörde, die sich von den Schweizer Vorgaben unterscheiden können.

Bei Bonusangeboten taucht die RTP in den Bedingungen wieder auf, weil manche Betreiber Spiele mit hoher Quote vom Wagering ausschliessen oder geringer gewichten; eine einheitliche Praxis gibt es dafür nicht.

Womit die RTP oft verwechselt wird

Am häufigsten wird die RTP mit der Volatilität verwechselt. Die Volatilität beschreibt, wie stark die Ergebnisse um den Durchschnitt schwanken, also ob ein Spiel oft kleine oder selten grosse Gewinne auszahlt. Zwei Slots mit identischer RTP können sich deshalb völlig unterschiedlich anfühlen.

Die Trefferhäufigkeit, der Anteil der Runden mit irgendeinem Gewinn, ist wiederum eine eigene Kennzahl. Ein Spiel kann in jeder dritten Runde etwas auszahlen und trotzdem eine tiefe RTP haben, wenn die Gewinne meist kleiner als der Einsatz sind.

Auch die Auszahlungsdauer, also wie schnell ein Casino Gewinne überweist, hat mit dem Begriff nichts zu tun.

Schliesslich unterscheidet sich die theoretische RTP von der tatsächlich erzielten Quote einer Sitzung. Über einige hundert Runden kann das Ergebnis weit über oder unter dem Modellwert liegen, und erst über eine sehr grosse Zahl von Runden nähert sich der Durchschnitt der berechneten Zahl an. Eine RTP von 96 Prozent bedeutet daher nicht, dass von 100 Franken Einsatz in einer Sitzung genau 4 Franken verloren gehen. Sie beschreibt den Erwartungswert, den das Spiel über alle Einsätze hinweg einhält, und keine Rückerstattung, die irgendjemandem zusteht.

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