Verlustjagd im Moment erkennen und stoppen
Dieser Ratgeber richtet sich an Menschen, die gerade verloren haben und spüren, dass der nächste Einsatz das Geld zurückholen soll. Wir erklären, warum diese Rechnung nicht aufgeht, und zeigen, welche Werkzeuge der Schweizer Spielerschutz für genau diesen Moment bereithält: Verlustlimiten, Spielpausen und die schweizweite Spielsperre. Grundlage sind die Angaben der ESBK, die Spielerschutzseiten der Schweizer Spielbanken und das Programm SOS Spielsucht. Am Ende wissen Sie, welchen Schritt Sie in den nächsten Minuten tun können und wo der Schutz aufhört.

Warum der nächste Einsatz den Verlust nicht zurückholt
Verlustjagd beginnt selten mit einem Entschluss, sondern mit einem Gedanken nach einer schlechten Runde: Mit einem etwas höheren Einsatz wäre der Betrag schnell wieder da. Dieser Gedanke fühlt sich wie eine Rechnung an, ist aber keine.
Jede Runde an einem Slot oder am Roulette ist vom vorherigen Ergebnis unabhängig. Der RTP eines Spiels beschreibt einen Durchschnitt über sehr viele Runden, und der Vorteil des Hauses bleibt in jeder einzelnen Runde bestehen, auch in der, die einen Verlust ausgleichen soll. Wer nach Verlusten die Einsätze erhöht, vergrössert deshalb vor allem das Risiko, in kürzerer Zeit mehr zu verlieren, weil derselbe Hausvorteil nun auf grössere Beträge wirkt.
Es hilft nicht, sich vorzunehmen, «einfach weniger zu spielen».
Woran Sie den Moment erkennen
Typische Anzeichen sind höhere Einsätze direkt nach einem Verlust, eine Einzahlung, die eigentlich nicht geplant war, der Vorsatz, erst aufzuhören, wenn der Kontostand wieder stimmt, und das Gefühl, die Zeit laufe davon. Wenn Sie eines davon gerade bemerken, ist das kein Urteil über Sie, sondern ein Signal, die Entscheidung aus der Hitze des Augenblicks herauszunehmen und einem Werkzeug zu übergeben, das nicht nachgibt.
Ihr nächster Schritt: Legen Sie das Gerät für einen Moment weg und lesen Sie unten, welche der beiden Bremsen zu Ihrer Lage passt.
Spielpause oder Spielsperre: die zwei Bremsen
Beide Werkzeuge unterbrechen das Spiel, sie wirken aber unterschiedlich weit und unterschiedlich lange. Die Angaben stammen von der ESBK und den Spielerschutzseiten der Schweizer Casinos.
Spielpause auf der Plattform | Spielsperre schweizweit |
|---|---|
| Gilt nur für die Plattform, auf der Sie sie setzen | Gilt für alle Schweizer Casinos, landbasiert und online, sowie für Lotterien und Sportwetten bewilligter Anbieter |
| Wählbare Dauer, bei Swiss Casinos von einer Stunde bis sechs Monate | Unbefristet; eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden |
| In wenigen Schritten direkt im Spielerkonto eingerichtet | Antrag bei einer Spielbank, Aufhebung nur auf Gesuch mit Gespräch |
| Wirkt nicht bei Anbietern mit Lizenz aus dem Ausland | Wirkt ebenfalls nicht bei Anbietern mit Lizenz aus dem Ausland |
Was Schweizer Verlustlimiten im Moment leisten
Bei den Schweizer Online-Spielbanken, deren Spielerschutzseiten wir gelesen haben, müssen Sie vor der ersten Spielrunde eine Verlustlimite festlegen, die für einen Tag, eine Woche oder einen Monat gilt. Ist die Schwelle erreicht, nimmt das Konto keine Einsätze mehr an. Dazu kommen freiwillige Einzahlungslimiten auf derselben Zeitbasis.
Für den Moment der Verlustjagd ist eine Regel entscheidend: Eine Senkung der Limite wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden. Diese Verzögerung ist genau für die Situation gedacht, in der man nach einem grossen Verlust die Grenze noch schnell anheben möchte, und sie nimmt Ihnen die Entscheidung ab, bis der erste Druck abgeklungen ist.
Die Limite schützt also, auch wenn Sie sie im falschen Moment ändern wollen.
Viele Plattformen bieten zusätzlich Einsatzlimiten und Erinnerungen an die Spieldauer an; welche davon es gibt, steht im Spielerschutzbereich des jeweiligen Kontos. Ihr nächster Schritt: Öffnen Sie diesen Bereich und senken Sie die Verlustlimite auf einen Betrag, den Sie heute nicht mehr erreichen wollen.
Fünf Schritte für die nächsten Minuten
Die Reihenfolge ist so gewählt, dass jeder Schritt allein schon wirkt. Sie müssen nicht alle fünf an einem Abend gehen.
- Schritt 1
Laufende Sitzung beenden und ausloggen
Schliessen Sie das Spiel, bevor die nächste Runde startet, und melden Sie sich ab. Der Abstand von wenigen Minuten reicht oft, damit der Wunsch, den Verlust sofort auszugleichen, an Kraft verliert. - Schritt 2
Verlustlimite im Spielerkonto sofort senken
Im Spielerschutzbereich der Schweizer Online-Casinos wirkt eine Senkung der Verlust- oder Einzahlungslimite umgehend. Eine spätere Erhöhung greift erst nach 24 Stunden, also nicht mehr im Moment der Verlustjagd. - Schritt 3
Eine Spielpause für die Plattform setzen
Wählen Sie eine Dauer, die über den heutigen Abend hinausreicht. Bei Swiss Casinos sind Pausen von einer Stunde bis zu sechs Monaten möglich; die Pause endet danach automatisch. - Schritt 4
Die Gratis-Helpline 0800 040 080 anrufen
Die Helpline von SOS Spielsucht ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, Ihren Namen müssen Sie nicht nennen. Sie können auch nur anrufen, um die Situation einmal laut zu beschreiben, ohne sich zu etwas zu verpflichten. - Schritt 5
Über eine freiwillige Spielsperre entscheiden
Eine Spielsperre beantragen Sie bei einer Schweizer Spielbank, schriftlich mit Ausweiskopie oder über das Konto. Sie gilt schweizweit und lässt sich frühestens nach drei Monaten wieder aufheben.
Wo der Schweizer Spielerschutz endet
Der Schweizer Spielerschutz reicht so weit wie die Bewilligungen. Die Spielsperre gilt für Angebote bewilligter Anbieter in der Schweiz und in Liechtenstein, und die Limiten gelten auf dem Konto, auf dem Sie sie gesetzt haben. Eine Plattform mit Lizenz aus dem Ausland ist an das Schweizer Sperrregister nicht angebunden.
Solche Angebote sind in der Schweiz nicht bewilligt. Die ESBK und die Gespa führen deshalb Sperrlisten, und die Internetanbieter müssen den Zugang zu den aufgeführten Domains sperren. Die ESBK schreibt selbst, dass diese DNS-Sperren den Zugang erschweren, technisch aber begrenzt wirksam und umgehbar sind. Wer im Moment der Verlustjagd auf eine solche Seite ausweicht, verlässt damit den Bereich, in dem Schweizer Limiten und die Sperre greifen.
Diese Lücke schliesst kein Formular.
Was in diesem Fall hilft, sind Menschen und Hilfsmittel ausserhalb der Plattform: die Beratung von SOS Spielsucht, die auch Angehörige begleitet, oder eine Spielsperre, die Angehörige auf Wunsch anonym beantragen können. Ihr nächster Schritt: Speichern Sie die Nummer 0800 040 080 jetzt im Telefon, damit sie beim nächsten Mal schneller zur Hand ist als das Spiel.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zur Verlustjagd
Warum hole ich Verluste mit höheren Einsätzen nicht zurück?
Jede Runde ist vom vorherigen Ergebnis unabhängig, und der Hausvorteil gilt auch für den grösseren Einsatz. Höhere Einsätze nach Verlusten erhöhen deshalb vor allem das Tempo, mit dem weiteres Geld verloren geht.
Wie schnell wirkt eine gesenkte Verlustlimite?
Bei den Schweizer Online-Casinos wirkt eine Senkung sofort. Eine Erhöhung der Limite greift erst nach 24 Stunden, damit sie nicht im Moment eines grossen Verlusts angehoben werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Spielpause und Spielsperre?
Die Spielpause gilt nur für eine Plattform und endet automatisch. Die Spielsperre gilt schweizweit für bewilligte Casinos, Lotterien und Sportwetten und ist unbefristet, bis sie auf Gesuch aufgehoben wird.
Wann kann ich eine freiwillige Spielsperre wieder aufheben?
Frühestens drei Monate nach dem Eintrag. Sie stellen dazu ein Gesuch bei der Spielbank, die die Sperre eingetragen hat; die ESBK selbst nimmt keine Aufhebungsanträge entgegen.
Gilt die Schweizer Spielsperre auch bei ausländischen Anbietern?
Nein. Die Sperre gilt für bewilligte Anbieter in der Schweiz und in Liechtenstein. Plattformen mit Lizenz aus dem Ausland sind nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden.
Wo bekomme ich sofort Unterstützung?
Die Helpline von SOS Spielsucht unter 0800 040 080 ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, Ihren Namen müssen Sie nicht nennen. Auch Angehörige können dort anrufen und sich beraten lassen.
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Was wir in Gesprächen mit Leserinnen oft hören: Die Pause wirkt kleiner und wird darum eher gewählt. Das ist ein guter Anfang. Wenn Sie aber merken, dass Sie nach Ablauf der Pause wieder am selben Punkt stehen, ist die Sperre das Werkzeug, das diese Schleife zuverlässig unterbricht.