So beantragen Sie eine Spielsperre in der Schweiz

Corinne Lüthi-Rodrigues
| Faktengeprüft von: , Analyst Regulierung & Compliance
Zuletzt aktualisiert am 27. August 2026, 15:32
  • Vergleiche
  • Sicherheit

Diese Anleitung erklärt, wie Sie in der Schweiz eine Spielsperre beantragen, welche Unterlagen die Spielbanken verlangen und wo die Sperre danach gilt. Sie richtet sich an Spielende, die sich selbst schützen möchten, und an Angehörige, die sich Sorgen um eine nahestehende Person machen. Wir haben die Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission, der Merkblätter einzelner Casinos und der Beratungsstelle SOS Spielsucht gelesen und miteinander abgeglichen. Am Ende wissen Sie auch, wie eine Aufhebung abläuft und wo der Schweizer Spielerschutz an seine Grenzen stösst.

Spielsperre beantragen in der Schweiz

Was eine Spielsperre in der Schweiz bewirkt

Eine Spielsperre schliesst Sie von Geldspielen bei Schweizer Anbietern aus, und zwar so, dass Sie diese Entscheidung nicht in einem schwachen Moment rückgängig machen können. Die Spielbank, die Ihre Sperre entgegennimmt, trägt Sie in ein zentrales Register ein, das die Schweizer Spielbanken gemeinsam führen.

Mit diesem Eintrag gilt die Sperre in der ganzen Schweiz und inzwischen auch im Fürstentum Liechtenstein. Ausgeschlossen sind Sie danach von Spielbankenspielen in den Casinos vor Ort und online sowie von Online-Grossspielen wie Lotto oder EuroMillions, wie die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK auf ihrer Seite festhält.

Eine Frist gibt es nicht.

Die Sperre ist grundsätzlich zeitlich unbegrenzt und endet erst, wenn Sie selbst einen Antrag auf Aufhebung stellen und dieser bewilligt wird. Für viele Menschen ist genau das der Wert des Werkzeugs: Es nimmt die tägliche Entscheidung ab, ob man heute spielt oder nicht. Wichtig ist auch, was die ESBK ausdrücklich sagt, nämlich dass sie selbst keinen Zugriff auf das Register hat und nicht einsehen kann, wer gesperrt ist. Ihre Daten bleiben bei den Spielbanken, die das Register betreiben und aktualisieren.

Wenn Sie den Schritt gehen möchten, entscheiden Sie zuerst, ob Sie den Antrag persönlich in einem Casino abgeben oder lieber schriftlich von zu Hause aus einreichen. Beides ist gleichwertig, und der Ablauf darunter zeigt beide Wege.

So beantragen Sie die freiwillige Spielsperre

Die freiwillige Spielsperre können Sie jederzeit bei einer Schweizer Spielbank Ihrer Wahl beantragen, persönlich vor Ort oder schriftlich mit einer Ausweiskopie. Die folgenden Schritte beruhen auf den Angaben der ESBK und den Antragsformularen der Casinos.

  • Schritt 1

    Spielbank für den Antrag auswählen

    Jede konzessionierte Schweizer Spielbank nimmt freiwillige Sperren entgegen, auch für das Online-Angebot. SOS Spielsucht empfiehlt, sich an das Casino zu wenden, bei dem Sie am häufigsten spielen, weil dort Ihre Daten meist schon vorliegen.
  • Schritt 2

    Antragsformular herunterladen und vollständig ausfüllen

    Die Casinos stellen ein Formular für die freiwillige Spielsperre bereit, etwa auf ihren Spielerschutz-Seiten. Das Formular ist nur mit Ihrer eigenen Unterschrift gültig, darum unterschreiben Sie es von Hand und nicht stellvertretend.
  • Schritt 3

    Kopie eines gültigen Ausweises beilegen

    Legen Sie dem Formular eine Kopie Ihrer Identitätskarte, Ihres Passes oder Ihres Führerscheins bei. Damit kann die Spielbank Sie eindeutig im Register erfassen und eine Verwechslung mit einer anderen Person ausschliessen.
  • Schritt 4

    Antrag persönlich oder per Post einreichen

    Geben Sie die Unterlagen am Empfang eines Casinos ab oder schicken Sie sie per Post. Vor Ort informiert Sie eine für Sperren zuständige Person ausserdem über die Bedingungen der Sperre und über Beratungsangebote in Ihrer Region.
  • Schritt 5

    Schutz bei ausländischen Seiten ergänzen

    Das Register erfasst nur Anbieter mit Schweizer Bewilligung. Für Seiten aus dem Ausland nennt SOS Spielsucht Filterprogramme wie Gamban oder K9 Web Protection, die Glücksspiel-Webseiten auf Ihren Geräten automatisch blockieren.
Expertenkommentar

Was wir bei diesem Ablauf zuerst prüfen, ist die Unterschrift auf dem Formular, denn ohne sie ist der Antrag ungültig. Ebenso wichtig ist Schritt fünf: Die Sperre wirkt nur bei Schweizer Anbietern, und viele Leserinnen unterschätzen, wie leicht eine ausländische Seite die Lücke wieder öffnet.

Wenn Spielbank oder Angehörige die Sperre auslösen

Nicht jede Sperre geht auf einen eigenen Antrag zurück. Die Spielbanken sind gesetzlich verpflichtet, eine Sperre anzuordnen, wenn sie aufgrund eigener Beobachtungen oder aufgrund von Meldungen Dritter wissen oder annehmen müssen, dass jemand überschuldet ist oder Einsätze riskiert, die in keinem Verhältnis zu Einkommen und Vermögen stehen. Dasselbe gilt, wenn eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt oder eine Fachstelle oder Sozialbehörde eine entsprechende Meldung macht.

Für Angehörige ist dieser Weg oft der einzige, der ihnen offensteht.

Familienmitglieder, Freunde oder Arbeitskollegen können sich direkt an eine Spielbank wenden und auf einen veränderten Umgang mit Geld oder ein auffälliges Spielverhalten hinweisen. SOS Spielsucht hält fest, dass Angehörige dies auf Wunsch auch anonym tun können, telefonisch, schriftlich oder persönlich.

Die Spielbank prüft die Meldung und spricht eine Sperre nur aus, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Hinweis allein führt also nicht automatisch zu einem Eintrag, er löst eine Abklärung aus. Wie gross dieser Anteil ist, zeigen die Zahlen der ESBK: In einer ihrer Jahresauswertungen ging rund ein Drittel der neuen Sperren auf fehlende finanzielle Nachweise zurück, also auf Fälle, in denen Spielende ihre Mittel gegenüber dem Anbieter nicht belegen konnten.

Wenn Sie sich als Angehörige Sorgen machen, notieren Sie vor dem Anruf, was Sie konkret beobachtet haben, und melden Sie sich bei dem Casino, in dem die Person am häufigsten spielt.

Anlaufstellen und Unterlagen für jede Sperrart

WegAnlaufstelleUnterlagenWirkung
Freiwillig vor OrtJede Schweizer SpielbankGültiger AusweisZentrales Register, unbefristet
Freiwillig schriftlichSpielbank Ihrer WahlUnterschriebenes Formular, AusweiskopieZentrales Register, unbefristet
Meldung von DrittenSpielbank, auch anonymKonkrete BeobachtungenPrüfung, danach allenfalls Sperre
Swisslos-SelbstsperreHotline oder BenutzerkontoZugang zum Swisslos-KontoTemporär, nur Swisslos-Internetspiele
Expertenkommentar

Was wir in dieser Übersicht hervorheben, ist die letzte Zeile. Die Selbstsperre bei Swisslos ist ein temporäres Werkzeug für einzelne Internetspiele und ersetzt keinen Eintrag ins zentrale Register. Wer sich dauerhaft schützen möchte, wählt einen der beiden freiwilligen Wege über eine Spielbank.

Freiwillig oder angeordnet: was sich unterscheidet

Ob Sie sich selbst sperren lassen oder die Spielbank die Sperre anordnet, macht für die Wirkung keinen Unterschied. In beiden Fällen landet Ihr Name im selben Register, und in beiden Fällen gilt der Ausschluss für Casinos vor Ort, Online-Casinos und Online-Grossspiele gleichermassen.

Der Unterschied liegt beim Zeitpunkt und bei der Kontrolle.

Eine freiwillige Sperre beantragen Sie dann, wenn Sie es für richtig halten, und Sie bestimmen selbst, bei welchem Casino Sie das tun. Eine angeordnete Sperre dagegen folgt einer Abklärung der Spielbank, die sich auf deren eigene Beobachtungen oder auf Hinweise anderer stützt. Laut ESBK machten freiwillige Sperren in einer ihrer Jahresstatistiken rund 45 Prozent aller neuen Einträge aus, und die grosse Mehrheit aller Sperren wurde von Online-Casinos ausgesprochen.

Bei der Aufhebung gilt für die freiwillige Sperre eine Mindestdauer von drei Monaten, die in der Geldspielverordnung festgelegt ist. Für die angeordnete Sperre nennen die Merkblätter der Casinos keine feste Frist, sondern verlangen den Nachweis, dass der Grund für die Sperre weggefallen ist. SOS Spielsucht nennt hier eine Mindestdauer von einem Jahr, was sich mit den Angaben der ESBK und der Casinos nicht deckt; wir haben diesen Punkt deshalb als ungeklärt markiert. Wenn Sie in dieser Lage sind, fragen Sie bei der sperrenden Spielbank nach, welche Frist sie in Ihrem Fall anwendet.

Beide Sperrarten im direkten Vergleich

Die beiden Sperrarten unterscheiden sich weniger in der Wirkung als im Weg dorthin. Die Gegenüberstellung stützt sich auf die Angaben der ESBK und der Spielerschutz-Seiten der Schweizer Casinos.

Freiwillige Spielsperre

Angeordnete Spielsperre

Sie beantragen sie selbst, jederzeitDie Spielbank ordnet sie nach einer Abklärung an
Gilt schweizweit und in LiechtensteinGilt schweizweit und in Liechtenstein
Antrag bei einer Spielbank Ihrer WahlAusgelöst durch Beobachtung oder Meldung Dritter
Aufhebung mit Antrag und FachstelleAufhebung mit Antrag und Fachstelle
Expertenkommentar

Was wir Leserinnen in dieser Frage meist zurückmelden: Die freiwillige Sperre lässt Ihnen die Wahl von Zeitpunkt und Casino, die Wirkung ist aber dieselbe. Wer spürt, dass eine Anordnung bevorstehen könnte, verliert mit einem eigenen Antrag nichts und behält die Kontrolle über den Ablauf.

Aufhebung der Sperre und ihre Grenzen

Eine Sperre aufzuheben ist bewusst aufwendiger, als sie zu beantragen. Den Antrag reichen Sie schriftlich bei der Spielbank ein, die Sie gesperrt hat oder bei der Sie sich freiwillig sperren liessen. Die ESBK nimmt keine Aufhebungsanträge entgegen und kann niemanden entsperren lassen.

Was die Spielbank verlangt

Nach Artikel 81 des Geldspielgesetzes muss in das Verfahren eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle einbezogen werden. Die Merkblätter der Casinos nennen neben dem unterschriebenen Antrag und einer Ausweiskopie in der Regel Nachweise zur finanziellen Lage, etwa Lohnausweis oder Kontoauszüge der letzten drei Monate, sowie ein persönliches Gespräch. Wer mit dem Entscheid nicht einverstanden ist, kann laut ESBK den Weg über ein Zivilgericht gehen.

Wo der Schutz endet

Das Register erfasst nur Anbieter mit Schweizer Bewilligung.

Eine Seite, die ohne Schweizer Bewilligung aus dem Ausland betrieben wird, gleicht ihre Kundschaft nicht mit dem Register ab, und Ihre Sperre hat dort keine Wirkung. ESBK und Gespa veröffentlichen deshalb Sperrlisten mit Domains nicht bewilligter Anbieter, deren Zugang in der Schweiz gesperrt wird. Eine neue Adresse kann auf einer solchen Liste erst nachträglich erscheinen, weshalb ein Filterprogramm auf Ihren eigenen Geräten die Lücke zusätzlich schliesst.

Wenn Sie mit jemandem über Ihre Situation sprechen möchten, erreichen Sie die Telefonberatung von SOS Spielsucht unter 0800 040 080, rund um die Uhr, kostenlos und anonym.

Häufige Fragen zur Spielsperre in der Schweiz

Lässt sich die Spielsperre auch bei einem Schweizer Online-Casino beantragen?

Ja. Die Sperre können Sie bei jeder Schweizer Spielbank beantragen, und das Online-Angebot gehört zu diesen Spielbanken. Der Eintrag im zentralen Register gilt danach für Casinos vor Ort und online.

Wie lange dauert eine Spielsperre in der Schweiz?

Die Spielsperre ist grundsätzlich zeitlich unbegrenzt. Sie endet erst, wenn Sie selbst einen Antrag auf Aufhebung stellen und die zuständige Spielbank diesen nach Abklärung mit einer Fachstelle bewilligt.

Wann lässt sich eine freiwillige Spielsperre wieder aufheben?

Frühestens drei Monate nach dem Eintrag, so legt es die Geldspielverordnung fest. Den schriftlichen Antrag richten Sie an die Spielbank, bei der Sie sich haben sperren lassen, nicht an die ESBK.

Gilt die Sperre auch für Lotto und Sportwetten?

Die Sperre erfasst Online-Grossspiele wie Lotto oder EuroMillions. SOS Spielsucht zählt auch Sportwetten bei Schweizer Online-Anbietern dazu. Bei ausländischen Seiten ohne Schweizer Bewilligung wirkt sie dagegen nicht.

Können Angehörige eine Spielsperre für jemand anderen beantragen?

Angehörige können sich an eine Spielbank wenden und ihre Beobachtungen melden, laut SOS Spielsucht auf Wunsch anonym. Die Spielbank prüft den Hinweis und ordnet eine Sperre an, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Corinne Lüthi-Rodrigues
Autor des Artikels: Corinne Lüthi-Rodrigues
Fachredaktorin Spielerschutz & Prävention
Schreibt über Spielsperre, Limiten und Beratungsangebote in der Schweiz und prüft in Casino-Tests, wie ein Anbieter den Spielerschutz tatsächlich umsetzt und wer hinter der Plattform steht.

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