Keno: Begriff und Mechanik
Keno ist ein Ziehungsspiel mit festen Gewinnquoten, bei dem aus einem Feld von meist 70 oder 80 Zahlen 20 Gewinnzahlen gezogen werden und die Auszahlung davon abhängt, wie viele der zuvor angekreuzten Zahlen darunter sind. Wie viele Zahlen angekreuzt werden dürfen, legt das jeweilige Spiel fest; verbreitet sind zwei bis zehn. Die Gewinne stehen vorab in einer Gewinntabelle, der sogenannten Paytable, und hängen nicht von der Zahl der übrigen Teilnehmenden ab.
In der Schweiz begegnet das Prinzip vor allem als Lotterie, online zusätzlich als Casinospiel mit Zufallsgenerator.

Wie sich Gewinnchancen und RTP beim Keno berechnen
Die Wahrscheinlichkeiten folgen der hypergeometrischen Verteilung, also dem Ziehen ohne Zurücklegen: Gezählt wird, auf wie viele Arten sich die getippten Zahlen mit den 20 gezogenen überschneiden können. Im klassischen Format 80/20 trifft eine einzelne getippte Zahl mit genau 25 Prozent Wahrscheinlichkeit, weil 20 von 80 Kugeln gezogen werden.
Mit jeder zusätzlichen Zahl fällt die Chance auf den Volltreffer steil ab. Wer im Format 80/20 zehn Zahlen tippt, trifft alle zehn im Schnitt einmal in rund 8,9 Millionen Ziehungen; bei 20 aus 70 liegt derselbe Volltreffer bei etwa einmal in 2,15 Millionen. Am häufigsten sind bei zehn getippten Zahlen im Format 80/20 zwei oder drei Treffer, zusammen gut 56 Prozent aller Ziehungen.
Was die Paytable über das RTP sagt
Das RTP, die theoretische Auszahlungsquote über sehr viele Runden, ergibt sich aus der Summe aller Trefferwahrscheinlichkeiten, jeweils multipliziert mit dem Gewinnfaktor der Paytable; der Hausvorteil ist die Differenz zu 100 Prozent. Ein Keno-Spiel hat deshalb kein festes RTP. Je nach Zahl der getippten Felder gilt eine andere Zeile der Tabelle, und derselbe Spieltitel kann beim Anbieter in mehreren Versionen mit unterschiedlichen Tabellen laufen. Rechner-Seiten nennen für Online- und Video-Keno grob 85 bis 95 Prozent, für klassisches Lounge-Keno in landbasierten Casinos oft deutlich weniger; einen verbindlichen Standard gibt es nicht.
Massgeblich ist allein die Tabelle, die im konkreten Spiel hinterlegt ist.
Wo Keno im Schweizer Spielangebot auftaucht
Die bekannteste Schweizer Form trägt einen anderen Namen: Banco der Loterie Romande ist laut deren Reglement eine Lotterie vom Typ Keno. Gezogen werden 20 aus 70 Zahlen, getippt werden zwei bis zehn Zahlen, und jede Kombination kostet CHF 2. Das Reglement sieht 31 Gewinnkategorien vor, abhängig von der Zahl der getippten und der richtigen Zahlen, und erlaubt es, dieselbe Kombination bis zu fünfmal pro Ziehung zu spielen.
Ein eigenes Keno-Spiel von Swisslos haben wir in unserer Recherche nicht bestätigt gefunden.
In Online-Casinos erscheint Keno als Spiel mit Zufallszahlengenerator statt öffentlicher Ziehung, meist in der Lobby unter Sofort- oder Tischspielen und seltener mit eigenem Filter. Ob ein Schweizer Online-Casino Keno überhaupt anbietet, unterscheidet sich von Haus zu Haus. Bei Anbietern mit Lizenz aus dem Ausland finden sich zusätzlich Varianten mit kleineren Feldern, etwa 10 aus 40, für die eigene Wahrscheinlichkeiten gelten. Eine lange Liste von Keno-Titeln sagt dabei wenig aus; entscheidend ist, ob zu jedem Titel die Paytable und das RTP der laufenden Version einsehbar sind.
Keno im Vergleich zu Lotto und Bingo
Mit Lotto wird Keno am häufigsten verwechselt, weil beide Spiele Zahlen aus einem Feld ziehen. Der Unterschied liegt in der Auszahlung: Bei vielen Lottospielen hängen die oberen Gewinnränge vom Einsatztopf und von der Zahl der Gewinner ab, beim Keno stehen die Quoten vorab fest. Ausserdem wählt beim Keno die spielende Person selbst, wie viele Zahlen sie tippt, und diese Wahl bestimmt den Keno-Typ und damit die gültige Zeile der Paytable.
Bingo arbeitet umgekehrt mit vorgegebenen Karten, und gewonnen hat, wer zuerst ein bestimmtes Muster vervollständigt. Dort konkurrieren die Teilnehmenden untereinander, beim Keno spielt jede Kombination nur gegen die Tabelle.
Ein weiteres Missverständnis betrifft den Treffer selbst. Manche Varianten zahlen sogar dann, wenn keine einzige getippte Zahl gezogen wurde, andere zahlen bei wenigen Treffern gar nichts. Was ein Treffer wert ist, lässt sich deshalb nie aus dem Spielnamen ableiten, sondern immer erst aus der Tabelle der jeweiligen Version.
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